Klimawandel und Touristen: Die Galapagosinseln sind gefährdet

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Pinguine, Schildkröten oder auch Robben fühlen sich auf dem Archipel äußerst wohl

Als sich der junge Darwin 1831 im britischen Devonport an Bord der HMS Beagle begab, wusste er, dass ihm eine beschwerliche Reise bevorstand. Allerdings war ihm auch bewusst, dass er auf Galapagos eine Natur- und Artenvielfalt vorfinden würde, wie es sie auf der Erde nur ein Mal gibt. Vier Jahre später erreichte er die Inseln vor der Küste Südamerikas. Seine Beobachtungen und Untersuchungen vor Ort waren letztendlich die Grundlage für sein Buch "Über die Entstehung der Arten". Der Rest ist Geschichte. Bis heute hat der Archipel kaum etwas von seinem Mythos eingebüßt. Der Tourismus ist mittlerweile die wichtigste Einnahmequelle geworden. Allerdings sind die Besucher Fluch und Segen.

Gut 200.000 Touristen verzeichnete das zuständige Ministerium im vergangenen Jahr. Klingt zunächst nach einer überschaubaren Menge, doch nur eine Handvoll der über 100 Inseln sind bewohnt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Viele Touristen bedeuten Arbeitsplätze und natürlich viel Geld, das in die heimische Wirtschaft gespült wird. Allerdings leidet darunter - wie so oft - die Natur. Denn die Schönheit der Inseln fußt auf einer wackligen Basis. Schon kleinste Eingriffe in Flora und Fauna könnten gravierende Folgen haben. Deshalb stehen nahezu die komplette Land- und Seefläche der Galapagosinseln unter strengem Naturschutz.

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Unfassbare Artenvielfalt - noch...

Der Klimawandel macht auch den berühmtesten Bewohnern der Inselgruppe zu schaffen

Endemisch - dieses Schlagwort fällt immer wieder, wenn Experten über die Tier- und Pflanzenwelt der Galapagosinseln sprechen. Das bedeutet, das viele der Lebewesen nur auf diesen Inseln vorkommen. Schildkröten, Echsen, Seelöwen, Pinguine und, nicht zuletzt, die Darwin-Finken haben auf dem Archipel ihre Heimat gefunden. Und es liegt an Touristen wie Einheimischen, ihren Lebensraum zu respektieren. Zu großen Teilen klappt das auch. Trotzdem greift der Mensch durch seine schiere Anwesenheit in das fragile Ökosystem ein. Umweltschützer warnen deshalb vor zu hohen Touristenzahlen auf Galapagos.

Ihre eigentliche Sorge ist allerdings eine andere. Der Klimawandel könnte die Galapagosinseln hart treffen. Zum einen wird der steigende Meeresspiegel vielen der Inseln zum Verhängnis werden. Zum anderen verändert sich dadurch der berühmte El Nino, ein Wetterphänomen im Pazifik. Ein weiteres Abschwächen oder gar Ausbleiben der Meeresströmung hätte katastrophale Folgen. Die Artenvielfalt auf den Galapagosinseln würde dramatisch zurückgehen. Bereits heute sind erste Auswirkungen spürbar. Das Schicksal des Paradieses hängt also am seidenen Faden. Es liegt in der Hand des Menschen, das Archipel für die Nachwelt zu erhalten.

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