Forscher entwickeln einen "Atlas der Unterwelt" – er zeigt uns die Erde, wie wir sie noch nie gesehen haben

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  • Was Google Maps für die Erdoberfläche ist, ist der “Atlas der Unterwelt” für die Welt darunter
  • Forschern aus Holland ist es damit zum ersten Mal gelungen, den Erdmantel vollständig abzubilden
  • Im Video oben seht ihr den sogenannten "Atlas der Unterwelt"

Was Google Maps für die Erdoberfläche ist, ist der “Atlas der Unterwelt ("Atlas for the Underworld") für die Welt darunter. Forschern der Universität Utrecht ist es zum ersten Mal gelungen, den Erdmantel vollständig abzubilden.

“Das ist das erste Mal, dass die Platten auf der ganzen Welt kartografiert wurden“, erklärt der Geophysik-Professor Wim Spakman auf der Webseite der Universität.

Dazu haben sie 15 Jahre lang die Position der Kontinentalplatten kartografiert und gewähren so Einblicke in das, was sich unter der Oberfläche abspielt. Sie profitieren dabei von den immensen Fortschritten, die die Seismologie in jüngster Zeit gemacht hat. "Bei der seismischen Tomographie berechnen wir aus Erdbebenwellen eine Art CT-Scan der Erde", erklärt der Forscher Douwe van Hinsbergen.

Die Forscher suchen jetzt nach aktiven Anwendungen für den neuen Atlas

Das Team hat im Erdmantel insgesamt 94 abtauchende Krustenstücke, sogenannte "Slabs", identifiziert und sie mit den Krustenplatten in Verbindung gebracht, die derzeit an der Oberfläche sichtbar sind. Bis in eine Tiefe von rund 2500 Kilometer können die Wissenschaftler die Krustenplatten verfolgen.

Die Forscher suchen jetzt nach aktiven Anwendungen für den neuen Atlas. Zum Beispiel nutzen sie das neue Wissen über die Entwicklung des Erdmantels, um neue Methoden zur Erkennung von Erzvorkommen zu entwickeln.

Der Wissenschaftler Van der Meer nutzte den Atlas, um in seiner Dissertation zu berechnen, wie viel CO2 in der Vergangenheit von Vulkanen in die Atmosphäre emittiert wurde und wie hoch der Meeresspiegel in den letzten hundert Millionen Jahren als Folge der Plattentektonik war.

Die Forscher erhoffen sich noch mehr Erkenntnisse von dem neuen Atlas. Und hoffen auf weitere Ergänzungen: “So wie die allererste Weltkarte von Abraham Ortelius im 16. Jahrhundert ist diese noch nicht vervollständigt“, sagt Van der Meer.

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(lm)

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