Dem neuen Freund verraten, wie viele Sexpartner ihr vor ihm hattet? Das raten Experten

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Wollen wir wirklich ganz genau wissen, mit wie vielen Leuten der Andere schon geschlafen hat? | PeopleImages via Getty Images
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  • Zu Beginn einer neuen Beziehung will man so viel wie möglich von seinem Partner kennenlernen
  • Aber Details über die sexuelle Vergangenheit des anderen zu erfahren, hat Vor- und Nachteile
  • Experten erklären, wie ihr das Gespräch am besten angeht und ob es gut für die Beziehung ist

Der Beginn einer neuen Beziehung ist eine Zeit des gegenseitigen Entdeckens. Eine Zeit, in der so manches ans Licht kommt, das du über den neuen Menschen in deinem Leben wissen musst – Positives wie Negatives. Und mitunter sind das auch äußerst unschöne Dinge.

Doch wie viel wollen wir denn in Bezug auf Sex wirklich wissen? Also genauer gesagt: Wollen wir wirklich ganz genau wissen, mit wie vielen Leuten der andere schon geschlafen hat?

Und wird man eher miteinander glücklich werden, wenn man diese Information mit seinem Partner teilt oder wenn man es lieber sein lässt?

“Es ist voll und ganz dir selbst überlassen, ob du mit deinem Partner darüber sprechen möchtest oder nicht”, sagt Peter Saddington, Berater bei der britischen Paarberatungsorganisation "Relate". “Das hängt wohl größtenteils davon ab, wie viel du Anderen im Allgemeinen über dich verrätst.”

Wie viel jemand seinem Partner anvertraue, hänge von mehreren Faktoren ab, glaubt er - beispielsweise von kultureller Abstammung oder Religionszugehörigkeit. "Außerdem könnte es eine Rolle spielen, wie sicher du dich in deiner Beziehung fühlst und was du selbst über deine sexuelle Vergangenheit denkst”, sagt Saddington.

Deshalb haben wir Beziehungsexperten gefragt, welche Vorteile oder möglichen Probleme es mit sich bringen könnte, wenn man sich dafür entscheidet, seine sexuelle Vergangenheit offenzulegen.

Was sind die Vorteile, wenn du mit deinem Partner über deine sexuelle Vergangenheit sprichst?

1. Du musst keine Energie mehr darauf verwenden, deine Vergangenheit geheim zu halten

Wenn du es gewohnt bist, mit deinem Partner auch offen über intime Aspekte deines Lebens zu sprechen, könnte es dich emotional sehr viel Kraft kosten, genau diese eine persönliche Information für dich zu behalten.

Sarah Ryan, Beziehungsexpertin und Inhaberin einer Partnervermittlung, ist der Meinung, es kann die Beziehung weiterbringen, wenn du dich deinem Partner gegenüber öffnest.

“Eine dauerhaft stabile Beziehung beruht immer auf zwei grundsätzlichen Elementen, nämlich auf Vertrauen und Respekt", sagt sie. "Ich finde, dass man seinem Partner deshalb so viel wie möglich anvertrauen sollte. Und dazu gehört auch die eigene sexuelle Vergangenheit."

Und sie sagt auch: “Wenn du mit einem Menschen zusammen bist, mit dem du dein Leben verbringen willst, warum solltest du ihm dann nichts von deinen Expartnern und von deinen früheren Erfahrungen erzählen?”

Bestimmte Dinge zu verschweigen koste meist mehr Kraft, als sich jemandem anzuvertrauen und die Vergangenheit ruhen zu lassen.

2. Deine früheren Erfahrungen haben dich zu dem Menschen gemacht, der du heute bist

Es besteht kein Zweifel, dass deine früheren Liebesbeziehungen und deine sexuellen Erfahrungen dich in deiner Persönlichkeit und in deinem heutigen Verhalten in Beziehungen zumindest teilweise geprägt haben.

Deshalb könnten diese Dinge deinem Partner wichtige Hintergrundinformationen liefern, um dich besser verstehen zu können.

“Deine früheren Erfahrungen entscheiden zwar nicht über deine Zukunft, doch sie haben dich definitiv zu dem Menschen gemacht, der du heute bist", sagt Ryan. "Sicherlich will dein Partner so viel wie möglich über dich wissen. Und dazu gehört auch, dass du mit ihm über deine früheren Sexpartner sprichst. Das ist besonders wichtig, wenn es sich um eine ernsthafte Beziehung handelt."

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3. In Beziehungen sollte man immer ehrlich sein

Es mag vielleicht nach einem Klischee klingen, doch Ehrlichkeit ist meist der beste Weg in einer Beziehung. Und obwohl es nicht automatisch bedeutet, dass du deinen Partner anlügst, wenn du ihm nicht alles erzählst, wirst du bemerken, dass du früher oder später kleine Notlügen erfinden musst. Wäre es denn dann nicht einfacher, wenn er Bescheid wüsste?

“Meiner Meinung nach sollte man in Beziehungen immer ehrlich sein. Man sollte für seinen Partner in so vielen Bereichen wie nur irgendwie möglich ein offenes Buch sein”, sagt Ryan.

Was sind die Nachteile, wenn du mit deinem Partner über deine sexuelle Vergangenheit sprichst?

1. Euer gegenseitiges Bild voneinander könnte sich verändern

Wie wir alle wissen, sollte die Anzahl der Leute, mit denen dein Partner schon geschlafen hat, keinen Einfluss auf eure aktuelle Beziehung haben – schließlich ist das alles längst Geschichte.

Du solltest dir jedoch gut überlegen, wie du denn eigentlich selbst zu Gelegenheitssex, zu sexueller Freizügigkeit oder zu mangelnder sexueller Offenheit stehst, bevor du nach weiteren Informationen forschst.

“Wenn du deinen Partner fragst, mit wie vielen Leuten er schon geschlafen hat, und er es dir sagt, solltest du versuchen, ihn nicht dafür zu verurteilen”, rät Saddington. “Denn du wolltest es ja unbedingt wissen.”

Wenn jemand es aber nicht erzählen wolle, könne man ihn durchaus nach dem Grund dafür fragen. "Du solltest ihn allerdings nicht bedrängen und seine Privatsphäre respektieren, wenn er nicht mit dir darüber sprechen möchte."

“Wenn dein Partner dich dafür verurteilt, mit wie vielen Leuten du schon geschlafen hast, solltest du daran denken, dass dies sehr viel mehr über ihn selbst und über seine eigenen Unsicherheiten und Vorurteile aussagt, als über dich.”

2. Dir könnte bewusst werden, dass dein Partner kontrollsüchtig ist

Wenn du darüber nachdenkst, deinem Partner von deinen früheren Sexpartnern zu erzählen, solltest du nicht vergessen, dass du ihm diese Information nicht schuldest und dass du durchaus das Recht hast, darüber zu schweigen.

Wenn dein Partner dich ganz nebenbei danach fragt, musst du dir keine Sorgen machen. Wenn er jedoch versucht, ein Geständnis aus dir herauszupressen, solltest du dir über seine Motivation Gedanken machen.

“Es ist es wert, dich selbst oder sogar deinen Partner direkt zu fragen, warum er diese Information eigentlich haben will”, sagt Saddington.

“Du wirst es instinktiv spüren, wenn diese Frage aus dem Mund deines Partners aufdringlich oder unangenehm rüberkommt. Wenn dein Partner versucht, dich zu einer Aussage zu drängen, könnte es ein Anzeichen dafür sein, dass du in einer Kontrollbeziehung steckst.”

Denn: “Gesunde Beziehungen zeichnen sich dadurch aus, dass du das Gefühl hast, deinem Partner alles erzählen zu können, dass jedoch auch weißt, dass du das nicht tun musst.”

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3. Es bringt nichts, deinem Partner einfach irgendeine beliebige Zahl zu nennen

Letzten Endes ist eine Zahl einfach nur eine Zahl. Du solltest dich also nicht zu sehr mit diesem willkürlichen Beweis deiner 'sexuellen Erfahrenheit' herumplagen.

Denn wie wir alle wissen, sagt die Zahl der Kerben in der Bettkante überhaupt nichts darüber aus, ob jemand ein guter Liebhaber ist.

“Es wird vermutlich nicht besonders viel bringen, wenn du deinem Partner ganz genau sagst, mit wie vielen Leuten du schon geschlafen hast – es sei denn, er will es unbedingt wissen”, sagt Ryan.

Es komme immer auf den Kontext an und dass man genau versteh, warum der Andere diese Information denn eigentlich überhaupt haben wolle.

“Wenn es darum geht, dass ihr beide herausfinden wollt, worauf ihr beim Sex steht, dann ist diese Information wichtig für eure körperliche Kommunikation im Bett. Wenn ihr jedoch lediglich wissen wollt, wer von euch beiden 'sexuell erfahrener' ist, bringt euch dieses Gespräch überhaupt nichts für eure Beziehung.”

Wie solltest du dieses Gespräch angehen?

Wenn du dich dazu entschlossen hast, mit deinem Partner über deine sexuelle Vergangenheit zu sprechen, solltest du dir genau überlegen, wie du das Gespräch am besten angehst.

Bevor du mit ihm über dieses Thema sprichst, solltet ihr erst einmal abklären, ob ihr es denn gegenseitig überhaupt wissen wollt. Es könnte sich sonst so anfühlen, als hättest du zu schnell die Karten auf den Tisch gelegt.

Frag dich selbst, wie wichtig dir diese Zahl denn überhaupt ist und wie es dir wohl gehen würde, wenn deine Zahl höher oder niedriger wäre als die deines Partners? Würdest du es dann vielleicht lieber doch nicht wissen wollen?

Darüber hinaus solltest du dir überlegen, welche Informationen deinen Partner überhaupt etwas angehen: “Im Detail darüber zu sprechen, mit wem du wo und wann Sex in welchen Positionen hattest, und wie groß bestimmte Körperteile deiner Partner jeweils waren, dürfte nicht besonders hilfreich sein”, rät Saddington.

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Außerdem solltest du dir über die Privatsphäre der Leute, mit denen du geschlafen hast, Gedanken machen. Wie würdest du dich fühlen, wenn jemand mit seinem neuen Partner über dich herzieht?

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei der HuffPost UK und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

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