US-Außenminister besucht Afghanistan – doch mit den Fotos, die veröffentlicht werden, stimmt etwas nicht

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Tillerson hat überraschend Afghanistan besucht. | Twitter
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  • Der afghanische Präsident Aschraf Ghani hat US-Außenminister Rex Tillerson getroffen
  • Als Ort des Besuchs wurde die Hauptstadt Kabul genannt, doch Bilder beweisen, dass das Treffen auf einer US-Militärbasis stattfinden musste
  • Der Vorfall zeigt, wie gefährlich die Lage in Afghanistan immer noch ist

US-Außenminister Rex Tillerson hat am Montag überraschend Afghanistan besucht. Offiziell traf er am Montag mit Präsident Aschraf Ghani in der Hauptstadt Kabul zusammen, wie die US-Botschaft in der afghanischen Hauptstadt mitteilte.

Doch zwei Bilder belegen, dass das Treffen stattdessen auf einer US-Militärbasis stattfand. Das berichtet die US-Tageszeitung "New York Times".

Auf Twitter veröffentlichten sowohl der US- als auch der afghanische Pressestab Bilder des hohen Besuchs aus Washington. Auffällig: Auf dem Foto der Amerikaner ist hinter den beiden Politikern eine Digitaluhr zu sehen, die die koordinierte Weltzeit anzeigt. Solche Uhren sind normalerweise in US-Militärstützpunkten zu finden.

Im Post des afghanischen Pressestabs ist die Digitaluhr im Hintergrund hingegen entfernt worden. Der Experte für Foto-Forensik Hany Farid bestätigte der “New York Times”, dass das Foto eindeutig “manipuliert” wurde.

Das US-Außenministerium hat inzwischen auf die Unstimmigkeit reagiert und den Ort des Besuchs berichtigt: “Vorhin gaben wir als Ort für das Treffen Kabul an. Das Treffen fand auf dem Flugplatz in Bagram statt.”

Der Vorfall zeigt, wie gefährlich Afghanistan ist

Bei der Zusammenkunft bekräftigten Tillerson und Ghani ihre Absicht, Frieden, Stabilität und langfristigen Wohlstand in Afghanistan zu schaffen. Tillerson habe erklärt, dass die neue US-Strategie darauf abziele, Terroristen sichere Rückzugsorte zu verwehren, hieß es in der Mitteilung weiter.

Die Auswahl des Orts für den Besuch zeigt jedoch, dass Afghanistan weit von Frieden und Stabilität entfernt ist. Der Besuch des Außenministers wurde im Vorfeld nicht angekündigt. Auch das bekräftigt, dass die amerikanische Regierung die Lage am Hindukusch weiter als unsicher einstuft.

Erst vergangenen September entging der US-Verteidigungsminister James Mattis nur knapp einem Anschlag. Kurz nachdem er den Flughafen von Kabul verlassen hatte, schlugen dort mehrere Raketen ein.

Nächste Station: Pakistan

Am Dienstag wird Tillerson in Pakistan sein und laut Quellen aus dem pakistanischen Außenministerium unter anderem Ministerpräsident Shahid Khaqan Abbasi und Außenminister Khawaja Asif treffen.

Die US- und die afghanische Regierung werfen vor allem Pakistan vor, die radikalislamischen Taliban und das mit ihnen verbündete brutale Hakkani-Netzwerk zu unterstützen und in Pakistan zu beherbergen.

US-Präsident Donald Trump hatte Pakistan mit ernsthaften Konsequenzen gedroht, sollten sie ihre Hilfe für die Taliban nicht einstellen.

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Mit Material der dpa.

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