Wissenschaftler haben herausgefunden: Diese 10 Anzeichen deuten auf eine Scheidung hin

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Es gibt Faktoren, die es noch schwerer machen eine Ehe aufrecht zu erhalten. | Peopleimages via Getty Images
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  • Eine gesunde Ehe zu führen, heißt gemeinsame Arbeit an der Beziehung
  • Es gibt überraschende Faktoren, die ein Auslöser von Scheidungen sein können
  • Experten erläutern 10 Risikofaktoren, die zur Scheidung führen können

Verheiratet zu sein ist harte Arbeit. Punkt. Es gibt jedoch offensichtlich einige ziemlich überraschende Faktoren, die es dir noch schwerer machen, deine Ehe aufrecht zu erhalten.

Beziehungsexperten bezeichnen diese Umstände als “Risikofaktoren für Scheidungen”. Genauso wie bei Risikofaktoren für Herzerkrankungen oder Brustkrebs sind auch diese Charaktereigenschaften und Angewohnheiten natürlich nicht die Auslöser von Scheidungen.

Und sie sind auch definitiv kein sicherer Garant dafür, dass eine Ehe scheitern wird. Diese Faktoren erhöhen einfach nur die Wahrscheinlichkeit, dass ein Paar sich irgendwann trennen könnte.

Die meisten Risikofaktoren sind nicht zu beeinflussen

Viele dieser Faktoren kannst du überhaupt nicht beeinflussen, beispielsweise wie attraktiv du bist oder welches Geschlecht dein erstgeborenes Kind hat.

Etwas zu investieren, damit deine Beziehung harmonisch bleibt, zahlt sich jedoch immer aus. Oft reichen schon Kleinigkeiten aus, zum Beispiel dass du zusammen mit deinem Partner Sport treibst oder dass ihr beim gemeinsamen Abendessen bewusst eure Handys weglegt.

Manchmal müsst ihr jedoch auch an größeren Themen arbeiten und vielleicht eure finanziellen Erwartungen herunterschrauben oder eure Kommunikationsfähigkeit verbessern.

Im Folgenden erfährst du, ob einer dieser Risikofaktoren auch auf dich und deinen Partner zutrifft.

Deine Eltern sind geschieden

Scheidungskinder haben ein erhöhtes Risiko, sich später selbst einmal scheiden zu lassen. Einer aktuellen Studie der Fachzeitschrift "Psychological Science" zufolge könnte es sich hierbei jedoch eher um eine vererbte Neigung als um ein erlerntes Verhalten handeln:

Die Wissenschaftler hatten die Daten von fast 20.000 Erwachsenen untersucht, die als Kinder adoptiert worden waren. Dabei kamen sie zu der Erkenntnis, dass diese Erwachsenen in ihrem Verhalten bezüglich Ehen und Scheidungen eher dem Muster ihrer biologischen Eltern folgten als dem ihrer Adoptiveltern.

“Bisher lassen viele wissenschaftliche Untersuchungen darauf schließen, dass man eher dazu neigt, sich selbst irgendwann scheiden zu lassen, wenn man als Kind die Scheidung der eigenen Eltern miterlebt hat”, sagte Jessica Salvatore, PhD und Assistenzprofessorin für Psychologie an der Virginia Commonwealth University, in einem früheren Interview mit der Zeitschrift "Health".

“Diese Studien lassen jedoch die Tatsache außer Acht, dass Eltern ihren Kindern auch bestimmte Veranlagungen vererben. Durch die Untersuchung der Daten von adoptierten Kindern können wir besser unterscheiden, welche Neigungen angeboren sind und welche erlernt wurden.”

Dass auch die Genetik eine Rolle spielt, ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass bestimmte Charaktereigenschaften wie emotionale Labilität oder Impulsivität vererbt werden, die wiederum die Wahrscheinlichkeit für eine Scheidung erhöhen, so Salvatore.

Du hast ein anderes Trinkverhalten als dein Partner

Wenn für dich eine schöne Flasche Wein zu einem romantischen Abend zu zweit einfach dazugehört, dein Partner aber nicht so gerne Alkohol trinkt, könnte dies irgendwann zu einem Problem für eure Beziehung werden.

Eine Studie der University of Buffalo aus dem Jahr 2014 hat ergeben, dass 45 bis 55 Prozent aller Paare sich noch vor ihrem zehnten Hochzeitstag scheiden ließen, wenn einer der beiden Partner viel Alkohol konsumierte und der andere abstinent lebte.

Bei Paaren mit einem ähnlichen Trinkverhalten lag die Scheidungsquote hingegen bei lediglich 35 Prozent.

Du hast früh geheiratet

Die meisten Menschen – und insbesondere besorgte Eltern von Paaren, die bereits seit dem Studium zusammen sind – sind der Auffassung, dass eine Ehe umso stabiler ist, je länger man mit der Hochzeit wartet.

Aktuelle Statistiken zeichnen jedoch ein noch umfassenderes Bild vom idealen Heiratsalter. Wer bereits mit Anfang zwanzig oder sogar noch früher heiratet, statt mit Ende zwanzig oder mit Anfang dreißig, hat ein erhöhtes Risiko, sich wieder scheiden zu lassen.

Laut einer Studie des amerikanischen Institutes für Familienforschung steigt jedoch das Scheidungsrisiko auch dann wieder an, wenn man erst mit 32 Jahren oder noch später heiratet.

Du bist attraktiv

Dass Scheidungen gerade bei Promis so häufig vorkommen, könnte daran liegen, dass es gutaussehenden Menschen schwerer fällt, ihre Beziehung aufrecht zu erhalten.

Die Autoren eines aktuellen Artikels der Fachzeitschrift "Personal Relationships" kamen zu der Erkenntnis, dass bei körperlich attraktiven Menschen auch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sie sich irgendwann scheiden lassen.

In einer Reihe von insgesamt vier Studien stellten die Wissenschaftler fest, dass sowohl Durchschnittsbürger als auch Promis sich eher scheiden ließen, wenn sie äußerlich attraktiver waren. Hinzu kommt, dass gut aussehende Menschen eher zu Untreue neigten als durchschnittlich attraktive Ehepartner.

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Du hast für deine Hochzeit richtig viel Geld ausgegeben

Wenn eine Hochzeit das Konto sprengt, könnte daran auch irgendwann die Ehe zerbrechen. In einer Studie der Emory University aus dem Jahr 2015 fanden Wissenschaftler heraus, dass Frauen, die für ihre Hochzeit mehr als 20.000 Dollar ausgegeben hatten, sich dreieinhalb Mal so oft scheiden ließen wie Frauen, deren Hochzeit zwischen 5.000 und 10.000 Dollar gekostet hatte.

Bei Männern und Frauen, die weniger als 1.000 Dollar für ihre Traufeier ausgegeben hatten, war die Scheidungswahrscheinlichkeit hingegen am geringsten.

Du hast relativ schnell ein Kind bekommen

Wie schnell man das erste gemeinsame Kind bekommt, könnte Auswirkungen darauf haben, ob eine Ehe langfristig funktioniert.

Daten des amerikanischen Zentrums zur Kontrolle und Prävention von Krankheiten zufolge schafften es (zum ersten Mal verheiratete) Frauen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit bis ins 15. Ehejahr, wenn sie mit dem Kinderkriegen bis mindestens acht Monate nach der Hochzeit gewartet hatten, als Frauen, die bereits vor der Hochzeit oder innerhalb der ersten sieben Monate danach ein Kind bekommen hatten.

Dein erstes Kind ist ein Mädchen

Statistiker haben schon vor langer Zeit herausgefunden, dass die Scheidungsraten bei Eltern einer erstgeborenen Tochter höher sind als bei Paaren, die als erstes Kind einen Sohn bekommen hatten.

Diese Erkenntnisse wurden lange Zeit dahingehend interpretiert, dass viele Väter Söhne gegenüber Töchtern bevorzugen würden. Diese viel zu simple Pauschalisierung deckt sich jedoch nicht mit neueren wissenschaftlichen Untersuchungen.

Im Jahr 2014 veröffentlichte die Fachzeitschrift "Demography" eine Studie, die darauf schließen ließ, dass aus problematischen Ehen, die möglicherweise bereits auf eine Scheidung zusteuern, eher weiblicher Nachwuchs hervorgehen könnte als männlicher. Dies könnte auf den sogenannten weiblichen Überlebensvorteil zurückzuführen sein.

“Es könnte durchaus sein, dass weibliche Embryonen bei Stress in der Schwangerschaft überlebensfähiger sind als männliche Embryonen”, erklärte Amar Hamoudi, einer der Co-Autoren der Studie. “Und deshalb könnte es auch sein, dass aus Ehen, die bereits vorher schon kriselten, eher Mädchen als Jungs hervorgehen.”

Du hast kein abgeschlossenes Studium

Wenn du zumindest ein Bachelor-Studium abgeschlossen hast, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du eine längere und stabilere Ehe führen wirst.

Der nationale Statistikbericht des amerikanischen Gesundheitsministeriums aus dem Jahr 2012 hat ergeben, dass bei Frauen und Männern, die ihr Studium abgeschlossen hatten, die 78-prozentige – beziehungsweise 65-prozentige – Wahrscheinlichkeit bestand, dass ihre Ehen mindestens zwanzig Jahre lang halten würden.

Bei Frauen und Männern mit einem High-School-Abschluss lag diese Wahrscheinlichkeit bei lediglich 41 und 47 Prozent. Bei Frauen und Männern, die zwar studiert hatten, aber keinen Bachelor-Abschluss besaßen, lag die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Ehe 20 Jahre lang halten würde, bei 49 und 54 Prozent.

Du wurdest nicht religiös erzogen

Frauen, die in einem religiösen Umfeld aufgewachsen sind, bleiben häufiger mit ihren Männern zusammen als Frauen, die konfessionslos erzogen wurden.

Angaben des nationalen US-Gesundheitsberichtes zufolge lag bei evangelischen Frauen die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Ehe 20 Jahre lang halten würde, bei 50 Prozent. Bei katholischen Frauen lag diese Wahrscheinlichkeit mit 53 Prozent sogar noch etwas höher.

Bei Frauen, die in einer “anderen Glaubensrichtung” erzogen worden waren, betrug die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Ehe 20 Jahre lang halten würde, 65 Prozent. Bei Frauen, die nicht religiös erzogen worden waren, lag die Wahrscheinlichkeit hingegen nur bei 43 Prozent.

Du bist bereits geschieden

Wenn du zum zweiten oder dritten Mal heiratest, muss diese Ehe nicht automatisch zum Scheitern verurteilt sein. Deine Chancen auf eine langfristige Ehe stehen jedoch insgesamt etwas schlechter, wenn du bereits eine Scheidung hinter dir hast.

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Nach Angaben des amerikanischen Zentrums zur Kontrolle und Prävention von Krankheiten werden 35 Prozent aller ersten Ehen innerhalb der ersten zehn Jahre beendet, während bei den zweiten Ehen 40 Prozent innerhalb dieses Zeitraums geschieden werden.

Doch natürlich kann es auch immer mal wieder passieren, dass man sein Glück erst beim zweiten oder dritten Mal findet.

Der Artikel erschien ursprünglich bei Health.com und bei der HuffPost USA und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

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(ame)

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