"Für Frauen seid ihr nur Sperma-Maschinen" - darum rät ein britischer Autor allen Männern, nicht zu heiraten

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  • Der britische Autor Peter Lloyd hat einen fragwürdigen Essay veröffentlicht
  • Darin rät er Männern, nicht zu heiraten
  • Denn Frauen würden ihre Ehemänner nur ausnutzen, warnt Lloyd

Lassen wir uns von aggressiven Feministinnen nichts einreden. Das leidtragende Geschlecht unserer Gesellschaft sind nicht wir Frauen. Es sind die Männer.

Ja, na gut, wir Frauen werden vielleicht ab und zu mal diskriminiert, begrapscht oder Ähnliches, aber das ist alles nichts gegen das unvorstellbare Leid der Männer - wenn sie sich für die Hochzeit mit einer Frau entscheiden.

Zumindest ist Peter Lloyd dieser Meinung. Peter Lloyd ist so etwas wie der britische Michael Wendler. Nur dass er nicht singt, sondern schreibt. Und wie er schreibt.

Seine Worte strotzen nur so vor Testosteron und beeindruckender Männlichkeit, dass ich beim Lesen schon fast befürchte, schwanger zu werden.

In der Zeitung seines Vertrauens, der britischen Tageszeitung "Daily Mail", hat der Mann, der sich als Autor bezeichnet, kürzlich einen leidenschaftlichen Essay veröffentlicht. Um auch den Männern, die seinen Worten bisher entkommen sind, zu sagen: Es gibt für Männer nur eine Lösung, sich den Klauen der Spezies Frau zu entziehen; nicht zu heiraten.

"Für eine Frau, die ihn hasst, braucht ein Mann nicht zu heiraten"

Denn aus der Sicht von Lloyd sind wir Frauen vor allem eines: gierig. Gierig nach Kindern, Geld und den Häusern der Männer. Deshalb sollten sich die Männer vor uns in Acht nehmen.

Als seien wir Frauen Blutegel, die sich an den Männern festbeißen, ohne dass sie irgendetwas dagegen tun können.

Lloyds Meinung: Anstatt zu heiraten, könnte sich ein Mann ebenso gut eine Frau suchen, die ihn hasst und ihr ein Haus kaufen. Damit würde es ihm nicht nur emotional, sondern auch finanziell besser gehen.

Meiner Meinung nach kann sich ein Mann, der sich selbst hasst, auch einfach ein Haus kaufen und darin depressive Gedichte verfassen, anstatt Männer-Ratgeber zu schreiben. Damit würde es ihm vielleicht nicht finanziell, aber emotional besser gehen.

Lloyds Aussagen klingen, als hätte er in seiner Vergangenheit nur ganz besonders gute Erfahrungen mit ganz besonders netten Frauen gemacht. Aber natürlich hat Lloyds Frauenhass nichts mit ihm persönlich zu tun. Er beruft sich einfach nur auf wissenschaftliche Erkenntnisse.

Der Autor sieht sich in der Anzahl der Scheidungen bestätigt

In England und Wales habe es insgesamt mehr als 43.000 Scheidungen gegeben, schreibt er. Für Lloyd der eindeutige Beweis:

"Sobald du dich gesetzlich an eine Frau bindest, ganz egal, wie sehr sie dich liebt, nimmst du ein riesengroßes Risiko auf dich, was dein zukünftiges Wohlergehen, deine Gesundheit und dein Glück betrifft."

Es handelt sich hierbei übrigens nicht um Satire. Der Typ meint das tatsächlich ernst.

Mehr zum Thema: Ein Bestsellerautor erklärt alle Männer für gestört - Tausende Frauen folgen seinen Ratschlägen

"Wenn alles schief geht - und das geht es in 42 Prozent der Fälle, stehst du als der allergrößte Loser da", schreibt Lloyd. Vielleicht baut es ihn auf, dass er das mit diesem Text auch schon ganz ohne Scheidung geschafft hat.

Die seelischen Folgen einer Hochzeit sollte man nicht unterschätzen, schreibt Lloyd.

Eine Studie habe ergeben, dass Männer nach einer Scheidung "tief bestürzt, betrogen, verwirrt und sogar selbstmordgefährdet" seien.

Die armen Männer. Zum Glück sind alle Frauen superglücklich nach einer Scheidung.

Lloyd glaubt, die Frauen durchschaut zu haben

Lloyd scheint das tatsächlich zu denken.

"Frauen fühlen sich nach einer Trennung mit viel größerer Wahrscheinlichkeit erleichtert, befreit und glücklich", behauptet er. Und wenn einer weiß, wie sich die Frauen fühlen, dann ist es mit Sicherheit dieser Mann.

Seine beeindruckenden Kenntnisse über die Verhaltensweisen von Frauen begründet er übrigens mit einem Beispiel aus seinem Freundeskreis. Eine Frau habe sich von einem seiner Freunde scheiden lassen. Sie hätte nie gearbeitet und nach der Scheidung trotzdem das Haus zugesprochen bekommen. In dem Haus dürfe sie wohnen, bis ihr Sohn 18 Jahre alt sei.

Der arme Mann lebe nun von Arbeit gebeutelt in einem kleinen Apartment, während die Frau immer noch nicht arbeite und in seinem riesigen Haus lebt. Das behauptet zumindest Lloyd.

Außerdem kenne er einen Mann, der schon länger für seine erste Ex-Ehefrau zahle, als er mit der zweiten zusammen sei. Damit sagt der Autor mehr über seinen Freundeskreis aus, als über das eigentliche Problem, aber nun gut.

Auch vor dem Vaterwerden warnt Lloyd

Auch Vater zu werden hält Llyod übrigens für sehr risikobehaftet. Jedenfalls so lange die Frau "die Macht" hätte, ob der Vater sein Kind nach einer Scheidung sehen dürfe oder nicht.

Die Möglichkeit, dass es überhaupt keine Scheidung geben muss, scheint Lloyd nicht in Betracht zu ziehen.

"In der Minute, in der ein Mann einen Ring an den Finger steckt, könnte er sein Haus, den Kontakt zu seinen Kindern, und einen großen Batzen seiner Rente verlieren", warnt Lloyd.

Falsch. In der Minute, in der sich ein Ehemann seiner Frau gegenüber wie ein frauenfeindlicher Vollidiot verhält, könnte er sein Haus, den Kontakt zu seinen Kindern, und einen großen Batzen seiner Rente verlieren.

Aber es geht noch weiter.

"Frauen sehen uns Männer als Sperma-Maschinen"

"Männer, die heiraten, werden zu oft nur als Sperma-Maschinen und Geldgeber missbraucht", schreibt Lloyd.

Der arme Mann hat also offenbar nicht nur ein Problem mit Frauen, sondern auch noch einen sehr großen Minderwertigkeitskomplex. Dafür spricht auch folgender Satz aus seinem lehrreichen Essay über die Hochzeit:

"Was mit einem Diamanten-Ring beginnt, der typischerweise um die 2000 Euro kostet, endet in der Organisation eines Events, in der der Ehemann gerade mal eine Statistenrolle spielt", beschwert sich der Autor. "Was du von diesem Tag hast, ist belanglos. Denn es geht nicht um dich."

Schade, dass zu einer Hochzeit grundsätzlich immer zwei Personen gehören, sonst hätte sich vielleicht auch Lloyd mit diesem Konzept anfreunden können. Er würde aus einer Hochzeit vermutlich lieber eine zehnstündige Lesung mit anschließendem Konzert (mit ihm als Sänger und Background-Tänzer gleichzeitig) veranstalten.

Nur die Ehe seiner Eltern war für Lloyd perfekt

Offenbar gibt es in Lloyds Leben nur eine einzige Ehe, die für ihn perfekt ist: die Ehe seiner Eltern. Und an die kann einfach niemand auf der Welt heranreichen.

"Was sie hatten, war für mich pure Gleichberechtigung", schreibt Lloyd.

"Mein Papa war der Brotverdiener und meine Mama war so glücklich, zuhause zu bleiben und mich und meine drei älteren Schwestern großzuziehen."

Ähm ja, klingt nach purer Gleichberechtigung.

Mehr zum Thema: Liebe Männer, nur weil ich eine Feministin bin, bin ich keine Männerhasserin

Übrigens: Wer es nun gar nicht erwarten kann, noch mehr von den geistigen Ergüssen des Autors zu lesen: Er hat ein ganzes Buch geschrieben.

"Stand by your manhood", also "Stehe zu deiner Männlichkeit", lautet der Titel. Auf dem Buchcover ist - natürlich - er selbst zu sehen und im Hintergrund - natürlich - zwei muskelbepackte Arme in Siegerpose. Ein Buchcover der puren Männlichkeit.

Den Inhalt des Buches fasst eigentlich schon der erste Satz zusammen: "Männer sind brillant."

Also: Nur, so lange sie nicht heiraten versteht sich.

"Ich will jedenfalls nie heiraten", verkündet Lloyd.

Gut. Denn eine Frau zu finden, die ihn angesichts seiner Texte noch heiraten will, könnte sich als schwierig herausstellen.

Es sei denn - klar - er hat ein großes Haus und jede Menge Geld.

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(ks)

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