Eine Karriere-Beraterin sagt Frauen, wann sie Kinder bekommen sollen - die Antwort macht fassungslos

Veröffentlicht: Aktualisiert:
PREGNANT WOMAN WORKING
ne Karriere-Beraterin sagt Frauen, wann sie Kinder bekommen sollen - die Antwort macht fassungslos | shutterstock
Drucken
  • In der "Süddeutschen Zeitung" erklärt eine Autorin, wann die richtige Zeit sei, Kinder zu bekommen
  • Dabei beruft sie sich auf eine Karriere-Beraterin
  • Diese wirkt aber leider eher so, als lebe sie im Geiste noch in den Fünfziger Jahren

Die "Süddeutsche Zeitung" will in einem Artikel herausfinden, wann Frauen am besten Kinder bekommen, ohne damit ihrer Karriere zu schaden. Dazu hat eine "SZ"-Autorin eine Karriere-Beraterin befragt. Die Tipps beider Frauen klingen aber leider eher so, als seien sie gerade aus den Fünfziger Jahren in die Zukunft gereist.

Die Bloggerin "Juramama" hat sich den Artikel auf Facebook vorgenommen und empört sich vor allem über die Autorin der "Süddeutschen Zeitung".

Denn diese schreibt wörtlich: "Dass Frauen im Bewerbungsgespräch auf die Frage nach der Familienplanung lügen dürfen, schafft auf Seiten der Arbeitgeber kein Vertrauen. Eine kinderlose Frau um die 30 einzustellen, ist aus ihrer Sicht ein Glücksspiel."

Verwunderlich dabei ist, dass die Autorin selbst eine junge Frau ist. "Liebe Karriereberaterinnen und Journalistinnen. Ihr seid Frauen. Stellt anderen Frauen doch nicht die Beine, über die ihr selbst nicht stolpern wollt", schreibt die Bloggerin Juramama zurecht.

Zu sagen, es sei ein "Glücksspiel", eine Frau um die 30 einzustellen, ist außerdem nicht nur frauenfeindlich, sondern auch reichlich übertrieben. Nicht alle Frauen wollen ein Kind, viele von ihnen haben mit 30 vielleicht auch schon längst eines. Streng genommen geht es den Arbeitgeber aber ohnehin nur wenig an.

Rechtlich ist es Unternehmen gar nicht erlaubt, nach einem Kinderwunsch zu fragen. Frauen müssen auf diese Frage nicht antworten.

Beraterin: "Hochschwangere Frauen sollten sich nicht bewerben"

Doch anstatt den Frauen das zu sagen, rät die Karriere-Beraterin nur: "Ist ein Kind nicht gerade unterwegs oder zumindest unmittelbar gewünscht, sollten sich Frauen auch nicht so verhalten, als ob."

Anstatt sich frühzeitig auf eine Situation mit Baby einzustellen, sollte "der Fokus weiter die Karriere sein". Frauen sollten sich immer weiter bewerben, aber nicht mehr, wenn sich "der Fötus im Ultraschall räkelt", schreibt die Autorin. Die Bloggerin "Juramama" sieht das anders.

"Selbstverständlich können und sollten sich Frauen bewerben bis sich 'der Fötus im Ultraschall räkelt'", schreibt sie. "Einerseits weiß niemand wie eine Schwangerschaft weitergeht und ob sie hält. Anderseits weiß jede Mutter, dass Pläne sich schnell ändern können und man plötzlich doch sehr viel früher weiterarbeiten möchte und kann, als man vorher dachte."

Frauen mit einem "Räkel-Fötus" im Bauch sollten deshalb ihrer Meinung nach auf keinen Fall arbeitslos bleiben oder auf einen Karriereschritt verzichten, nur weil sie schwanger sind.

"Die hat doch einen Mann" sollte kein Argument sein

"Schwangere arbeiten ganz normal. Sie haben sogar ein Gehirn mehr! Wie ungemein praktisch! Mütter brauchen nach der Geburt meist auch einen Arbeitsplatz. Wir wollen nie mehr bei 'die hat doch einen Mann' ankommen - und auch die Zustimmung unseres Ehegatten brauchen wir für eine Berufstätigkeit nicht", schreibt die Bloggerin.

Und damit hat sie vollkommen recht.

Den Höhepunkt des Textes aber bildet zweifellos das Fazit der Autorin. Demnach sei ein "strategisch guter Zeitpunkt für die Geburt des ersten Kindes" nicht das Alter der Mutter, sondern dann, "wenn der Vater etwa 40 Jahre alt ist - gemeinsame ökonomische Präferenzen vorausgesetzt."

Wir Frauen sollen die Geburt eines Kindes also nicht nur mit Fokus auf die eigene Karriere planen, sondern vor allem mit Fokus auf die Karriere unseres Mannes. Bevor er 40 Jahre alt ist, können wir leider keine Kinder bekommen - sorry.

Mehr zum Thema: Ergebnis von 40 Jahren Forschung: Frauen sind die besseren Chefs - wegen dieser 4 Fähigkeiten

Um es mit den Worten der Bloggerin "Juramama" zu sagen: "Solange Frauen andere Frauen so systemhörig beraten und Journalistinnen noch immer unkritisch solche Wertungen der geltenden Rechtslage in die Tastatur hauen, müssen wir uns auch an die eigene Nase fassen, Mädels", schreibt sie.

"Worte haben Macht."

2017-07-23-1500833626-3203653-DerHuffPostWhatsAppNewsletter6.png
Die wichtigsten News des Tages direkt aufs Handy - meldet euch hier an.

(ks)

Korrektur anregen