In dieser Stadt wohnen 180.000 Menschen - doch eigentlich sollte sie gar nicht existieren

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
Drucken
  • Cape Coral ist die am schnellsten wachsende Stadt der USA
  • Doch eigentlich h├Ątte sie so nie existieren d├╝rfen
  • Aufnahmen des Ortes in S├╝dflorida seht ihr im Video oben

Eine bezahlbare Stadt mit g├╝nstigen Mieten, ohne Einkommenssteuer, ohne Winter und vor allem ohne Sorgen. Mit Slogan wie ÔÇťWasserstra├čen WunderlandÔÇŁ lockten die Unternehmer-Br├╝der Rosen Ende der 1950er-Jahre Anwohner in die neu gegr├╝ndete Stadt Cape Coral im US-Bundesstaat Florida.

Als das Unternehmer-Duo im Jahre 1957 270 Quadratkilometer Land in S├╝dflorida erwarb, formten sie daraus eine k├╝nstliche Stadt durchzogen von angelegten Kan├Ąlen. Dort bauten sie dann Immobilien, die sie als H├Ąuser am Wasser bewarben - an einem Ort, an dem zuvor weder H├Ąuser noch Gew├Ąsser zu finden waren.

Die gro├če L├╝ge hinter der amerikanischen Traumstadt

Doch schnell offenbarte sich, dass sich hinter der amerikanischen Traumstadt eine gro├če L├╝ge verbirgt und nicht immer alles, was gl├Ąnzt, tats├Ąchlich auch Gold ist.

Auch wenn sich die finanziellen Kosten f├╝r Anwohner in Zaum hielten, so waren die versteckten Kosten viel h├Âher: Durch die Art, wie die Stadt angelegt wurde, waren ├ťberflutungen vorprogrammiert und das Bauprojekt zerst├Ârte die Natur.

Die Stadt ist ein ├Âkologisches Desaster

Der amerikanische Journalist Michael Grunwald ging nun f├╝r das Magazin ÔÇťPoliticoÔÇŁ dem Betrug der vermeintlichen Utopie genauer nach. Cape Coral ist heute die am schnellsten wachsende Stadt Amerikas und beheimatet mittlerweile 180.000 Menschen. Was jedoch nur den wenigsten bewusst zu sein scheint: Die Stadt ist ein ├Âkologisches Desaster und k├Ânnte durch einen Sturm wie Hurrikan Irma in kurzer Zeit ausgel├Âscht werden.

Trotz der Risiken zogen immer mehr Menschen in die k├╝nstliche Stadt. Die Preise von nur 20 Dollar pro Monat f├╝r circa 100.000 Quadratmeter und die Aussicht auf eine allj├Ąhrliche Durchschnittstemperatur von ├╝ber 20 Grad ├╝berzeugten die Menschen nach Cape Coral zu ziehen.

Und das, obwohl der Ort ├╝ber eine lange Zeit eine miserable Infrastruktur und nichts au├čer H├Ąu├čer bot. Keine Schulen, keine Superm├Ąrkte, kein Theater - eine k├╝nstliche Stadt, die in den Anfangsjahren kein normales, soziales Leben erm├Âglichte.

"Die Menschen, die hierher ziehen, begeben sich in eine sehr riskante Lage"

Stadtplaner erwarten, dass sich die Bev├Âlkerung der Stadt ├╝ber die n├Ąchsten 20 Jahre verdoppeln wird. Wyatt Daltry, einer der Planer, betont allerdings das Risiko dieser Entwicklung. Es handele sich hierbei um eine schnell wachsende Stadt in einem niedrig liegenden ├ťberschwemmungsgebiet.

ÔÇťDie Menschen, die hierher ziehen, begeben sich ehrlich gesagt in eine sehr riskante Lage. Falls Hurrikan Irma nur eine Stunde l├Ąnger ├╝ber das Gebiet gezogen w├Ąre, w├╝rden wir gerade ein ganz anderes Gespr├Ąch f├╝hren.ÔÇŁ

2017-07-23-1500833626-3203653-DerHuffPostWhatsAppNewsletter6.png
Die wichtigsten News des Tages direkt aufs Handy - meldet euch hier an.

(lp)

Korrektur anregen