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23/10/2017 19:01 CEST | Aktualisiert 23/10/2017 19:03 CEST

In dieser Stadt wohnen 180.000 Menschen - doch eigentlich sollte sie gar nicht existieren

  • Cape Coral ist die am schnellsten wachsende Stadt der USA

  • Doch eigentlich hätte sie so nie existieren dürfen

  • Aufnahmen des Ortes in Südflorida seht ihr im Video oben

Eine bezahlbare Stadt mit günstigen Mieten, ohne Einkommenssteuer, ohne Winter und vor allem ohne Sorgen. Mit Slogan wie “Wasserstraßen Wunderland” lockten die Unternehmer-Brüder Rosen Ende der 1950er-Jahre Anwohner in die neu gegründete Stadt Cape Coral im US-Bundesstaat Florida.

Als das Unternehmer-Duo im Jahre 1957 270 Quadratkilometer Land in Südflorida erwarb, formten sie daraus eine künstliche Stadt durchzogen von angelegten Kanälen. Dort bauten sie dann Immobilien, die sie als Häuser am Wasser bewarben - an einem Ort, an dem zuvor weder Häuser noch Gewässer zu finden waren.

Die große Lüge hinter der amerikanischen Traumstadt

Doch schnell offenbarte sich, dass sich hinter der amerikanischen Traumstadt eine große Lüge verbirgt und nicht immer alles, was glänzt, tatsächlich auch Gold ist.

Auch wenn sich die finanziellen Kosten für Anwohner in Zaum hielten, so waren die versteckten Kosten viel höher: Durch die Art, wie die Stadt angelegt wurde, waren Überflutungen vorprogrammiert und das Bauprojekt zerstörte die Natur.

Die Stadt ist ein ökologisches Desaster

Der amerikanische Journalist Michael Grunwald ging nun für das Magazin “Politico” dem Betrug der vermeintlichen Utopie genauer nach. Cape Coral ist heute die am schnellsten wachsende Stadt Amerikas und beheimatet mittlerweile 180.000 Menschen. Was jedoch nur den wenigsten bewusst zu sein scheint: Die Stadt ist ein ökologisches Desaster und könnte durch einen Sturm wie Hurrikan Irma in kurzer Zeit ausgelöscht werden.

Trotz der Risiken zogen immer mehr Menschen in die künstliche Stadt. Die Preise von nur 20 Dollar pro Monat für circa 100.000 Quadratmeter und die Aussicht auf eine alljährliche Durchschnittstemperatur von über 20 Grad überzeugten die Menschen nach Cape Coral zu ziehen.

Und das, obwohl der Ort über eine lange Zeit eine miserable Infrastruktur und nichts außer Häußer bot. Keine Schulen, keine Supermärkte, kein Theater - eine künstliche Stadt, die in den Anfangsjahren kein normales, soziales Leben ermöglichte.

"Die Menschen, die hierher ziehen, begeben sich in eine sehr riskante Lage"

Stadtplaner erwarten, dass sich die Bevölkerung der Stadt über die nächsten 20 Jahre verdoppeln wird. Wyatt Daltry, einer der Planer, betont allerdings das Risiko dieser Entwicklung. Es handele sich hierbei um eine schnell wachsende Stadt in einem niedrig liegenden Überschwemmungsgebiet.

“Die Menschen, die hierher ziehen, begeben sich ehrlich gesagt in eine sehr riskante Lage. Falls Hurrikan Irma nur eine Stunde länger über das Gebiet gezogen wäre, würden wir gerade ein ganz anderes Gespräch führen.”

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(lp)