Die Geschichte hinter diesem Foto zeigt, wie grausam Kinder zueinander sein können

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KRANKENHAUS
Facebook/Leigh Davey
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  • Die 12-jährige Eva Davey wurde monatelang in der Schule gemobbt
  • Als sie plante sich umzubringen, brachten ihre Eltern sie ins Krankenhaus
  • Auf Facebook schildert Evas Mutter die bewegende Geschichte

“Mehr als fünf Stunden haben wir letzte Nacht in der Notaufnahme verbracht und mit Psychiatern, Ärzten und Pflegern gesprochen. Denn unserer Tochter hat geplant sich umzubringen.”

Die Australierin Leigh Davey veröffentlichte die bewegende Geschichte ihrer 12-jährigen Tochter auf Facebook. Sieben Monate war Eva Davey in der Schule massiv gemobbt worden.

Jeder Versuch, mit den Eltern oder den verantwortliche Kindern zu reden, um das Mobbing zu stoppen, war erfolglos.

“Kinder denken, es ist okay, Hassnachrichten über Soziale Medien zu senden. Meiner Meinung nach tragen auch die Eltern dazu bei, die keine Verantwortung für das Handeln ihrer Kinder übernehmen.”

Die Schule unternahm kaum etwas gegen das Mobbing

Davey hatte mehrere Male versucht, mit den Eltern der Mitschüler, die Eva schikanierten, zu reden. Doch das führte zu keiner Veränderung.

Als die besorgte Mutter die Kinder selbst ansprach, unterstellte man ihr Belästigung. Auch die Schule unternahm kaum etwas.

Das Bildungsministerium erklärte Davey, dass keine Schulverweise wegen Mobbing ausgestellt werden, da jedes Kind das Recht auf Bildung habe.

“Aber was ist mit der Bildung unserer Tochter?”, schreibt die Australierin. “Sie wurde zahlreiche Male nach Hause geschickt, weil sie sich selbst verletzt hat. Ihr wird der Besitz eines Spitzers untersagt, da sie die Klingen herausnimmt und sich damit ritzt.”

Die Reaktion des Bildungsministeriums darauf ist erschütternd. Dort rieten sie Davey, ihrer Tochter beizubringen, resistenter gegenüber Mobbing zu werden.

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"Wochenlange wurde sie wegen des Videos verspottet"

Die Schikane erreichte ihren Höhepunkt, als eine Mitschülerin ein Video auf Snapchat veröffentlichte. Jemand hatte Eva unter den Rock gefilmt.

Davey ging nach dem Vorfall zur Polizei, die beurteilen sollte, ob es sich dabei um die Verteilung pornographischer Inhalte handelte.

“Ja, in dem Alter kann man dafür strafrechtlich verfolgt werden, wenn der Inhalt gegen bestimmte Kriterien verstößt. Bei unserer Tochter war das leider nicht der Fall. Stattdessen wurde sie wochenlang verspottet.”

Für den Macher des Videos gab es keine Konsequenzen, da er nicht gefunden werden konnte. Das Mädchen, das das Video veröffentlicht hatte, verlor lediglich seine Pausenzeit.

Vor Gericht beantragte die Mutter eine einstweilige Verfügung

Davey sah sich nun zu einer drastischen, aber verständlichen Maßnahme gezwungen. Sie ging vor Gericht, um eine einstweilige Verfügung gegen die 12-jährige Mitschülerin zu erwirken, die größtenteils für das Mobbing verantwortlich ist.

Laut australischem Recht untersagt eine solche Klage bei Erfolg, sich einer bestimmten Person zu nähern, sie zu kontaktieren oder andere Personen zu beauftragen, das zu tun.

“All das, weil die Eltern sich nicht verantwortlich für ihre Kinder zeigen und die Schule nicht mehr dagegen tun kann. Es gibt zwar ein Sicherheitskonzept für unsere Tochter. Aber die Tyrannin? Sie verliert nur ihre Pausen-Privilegien. Das ist eine lächerliche Bestrafung.”

"Es muss aufhören und zwar jetzt"

Die Australierin bittet Eltern darum, mehr Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen, ihre Nachrichten zu überprüfen und sich zu vergewissern, dass sie respektvoll und höflich miteinander umgehen.

“Bringt ihnen bei zu reden, wenn es Differenzen gibt, anstatt diese auf Sozialen Medien auszutragen. Mobbing muss aufhören, und zwar jetzt.”

Daveys Post wurde mittlerweile mehr als 46.000 Mal geteilt und hat mehr als 33.000 Kommentare. In einem Update schreibt die Australierin, dass die ganze Familie gerührt sei von den positiven Nachrichten und der Anteilnahme.

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Hinweis der Redaktion: Wenn du selbst psychische Unterstützung brauchst, kannst du dich an die Telefonseelsorge wenden. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.

Beim Jugendinformationszentrum München findest du zudem persönliche und telefonische Beratung für Kinder und Jugendliche. Telefonnummer: 089 550 521 50 (Sprechzeiten: Montag bis Freitag von 13 - 18 Uhr). Beratung für Eltern zum Thema Mobbing findest du unter 0800 111 0550 (Sprechzeiten: Mo. - Fr. 9.00 - 11.00 Uhr, Di und Do 17.00 - 19.00 Uhr).

(jds)

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