SPD-Politikerin Chebli erzählt bei Böhmermann von ihrer unheimlichen Begegnung mit einem AfD-Mann

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CHEBLI
Staatssekretärin Sawsan Chebli war am Donnerstag bei Jan Böhmermann zu Gast, Quelle: Screenshot Neo Magazin Royalw | Screenshot ZDF Neo
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  • Die SPD-Staatssekretärin Sawsan Chebli war am Donnerstag in der Sendung "Neo Magazin Royale" zu Gast
  • Im Gespräch mit Jan Böhmermann schilderte die muslimische Politikerin eine unangenehme Begegnung mit einem AfD-Mann

Ob man sich mit Sawsan Chebli anlegt, sollte man sich lieber zweimal überlegen.

Denn die Staatssekretärin für Internationales und Bürgerschaftliches Engagement geht gerne auf Konfrontationskurs. Das zeigte ein Besuch der Sozialdemokratin in der ZDF-Sendung “Neo Magazin Royale” am Donnerstag.

Im Interview mit Jan Böhmermann erzählte die Berlinerin mit palästinensischen Wurzeln von einer befremdlichen Begegnung mit einem AfD-Mann. Der Rechtspopulist habe sie bei einer Rede im Abgeordnetenhaus als Islamistin bezeichnet.

"Was soll'n der Scheiß?"

Cheblis Ernennung zur Staatssekretärin für Internationales und Bürgerschaftliches Engagement hatte im Dezember 2016 für Wirbel gesorgt. Parteifreunde des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller, empörten sich über die Personalentscheidung.

Grund war eine Aussage Cheblis in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen", dass die Scharia, das islamische Recht, nicht im Widerspruch zum deutschen Grundgesetz stehe.

Seither wurde Chebli von AfD-Politikern mehrmals als Islamistin bezeichnet. Die öffentliche Anschuldigung im Abgeordnetenhaus habe sie nicht auf sich sitzen lassen wollen. “Ich habe ihm auf den Rücken getippt und gefragt: Was soll’n der Scheiß?” berichtete Chebli dem sichtlich amüsierten Satiriker Böhmermann.

Die Konfrontation habe den AfD-Politiker irritiert. Erst recht, als Chebli Beweise für seine Aussage gefordert habe.“Ich glaube, er hatte das nicht erwartet”, sagte die Sozialdemokratin. Daraufhin habe der Mann begonnen, in seinen Unterlagen zu blättern. Das Überraschende: Die Unterlagen seien voll von Fotos der 39-Jährigen gewesen.

Chebli, die Projekte wie “Jung, muslimisch, aktiv” fördert habe den Politiker gefragt: “Was machen Sie mit meinen ganzen Fotos?”. Dieser sei “noch hibbeliger” geworden und habe “nur noch gezittert und geschwitzt”.

Bezaubernde Chebli

Dass mit ihr durchaus auch zu Spaßen ist, bewies die ehemalige Sprecherin des Auswärtigen Amtes mit einem Gastgeschenk: einer silbernen Wunderlampe. “Ich habe gehört, dass Sie in Berlin ein paar Beefs haben”, so Chebli. “Wenn Sie mal unterwegs sind in Berlin und Probleme bekommen, einfach reiben, dann komm ich mit meiner palästinensischen Großfamilie und rette Sie”, versprach die SPD-Politikerin Böhmermann.

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(lp)

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