Quentin Tarantino bedauert sein Schweigen im Fall Weinstein

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TARANTINO WEINSTEIN
Quentin Tarantino bereut, dass er Weinstein nicht aufgehalten hat. | Jerod Harris via Getty Images
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  • Der Filmregisseur Quentin Tarantino wusste von Harvey Weinsteins sexuellem Missbrauch
  • Er bereut es, bei Weinsteins Taten nicht früher eingeschritten zu sein
  • Tarantino und Weinstein arbeiteten mehr als 20 Jahre zusammen

Der amerikanische Star-Regisseur und Oscar-Preisträger Quentin Tarantino bedauert es, nicht schon früher auf die Missbrauchsvorwürfe gegen Harvey Weinstein reagiert zu haben.

"Ich wusste, er hat einige dieser Dinge getan", sagte Tarantino in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der "New York Times".

"Ich wusste genug, um mehr zu tun, als ich getan habe", sagte er mit Blick auf Schauspielerinnen, die ihm von Belästigungen Weinsteins erzählt hätten. Er hätte viel früher "Verantwortung" übernehmen und seine Zusammenarbeit mit Weinstein beenden müssen, sagte der Regisseur.

Mehr als 20 Jahren arbeiteten Tarantino und der Hollywood-Mogul eng zusammen an Film-Hits wie "Pulp Fiction" (1994), "Kill Bill", "Inglourious Basterds" und "Django Unchained".

Er war “schockiert und aufgebracht”

Tarantino räumte ein, schon lange von sexuellen Übergriffen gewusst zu haben. 1995 hätte ihm seine damalige Freundin, die Schauspielerin Mira Sorvino, von früheren Belästigungen erzählt.

Er sei damals "schockiert und aufgebracht" gewesen und habe danach von weiteren Fällen gehört, aber nie das ganze Ausmaß der angeblichen Vorfälle erkannt. Er habe die Anschuldigungen verdrängt und als Missverhalten des Produzenten abgetan.

Dutzende Frauen haben in den letzten Tagen Vorwürfe gegen Weinstein von Belästigungen bis zu Vergewaltigung öffentlich dargelegt. Zahlreiche Branchen-Kollegen, darunter Filmstars wie Tom Hanks, Leonardo DiCaprio und Meryl Streep haben sich deutlich gegen Weinstein positioniert.

Tarantino rief bei Weinstein an

Auch Tarantino distanzierte sich bereits vorige Woche mit dem Statement, er sei "erstaunt und erschüttert über die Offenbarungen, die über Harvey Weinstein, meinen Freund seit 25 Jahren, ans Licht gekommen sind". Er bat um einige Tage Zeit, "um meinen Schmerz, meine Emotionen, meine Wut und meine Erinnerungen zu sortieren", bevor er sich äußern wollte.

Nach Bekanntwerden der massiven Vorwürfe in den letzten zwei Wochen habe er mehrfach bei Weinstein angerufen, aber nichts von ihm gehört. Er habe keine Erklärung für dessen angeblichen Vergehen. Weinstein müsse nun für diese Taten geradestehen, sagte Tarantino der "New York Times".

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(lp)

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