Ein schwarzer Demonstrant tritt einem Neonazi in den Weg - danach bricht Jubel aus

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GAINESVILLE
Ein Schwarzer tritt einem Neonazi in den Weg - danach bricht Jubel aus | Brian Blanco via Getty Images
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  • Bei einer Anti-Nazi-Demonstration in Florida ist es zu einer ergreifenden Szene gekommen
  • Ein schwarzer Demonstrant nahm einen Skinhead in den Arm

Die Stimmung wurde kritisch. Auf dem Campus der US-Universität Gainesville standen sich am Donnerstag Rechtsradikale und Gegendemonstranten gegenüber.

Einer der Demonstranten schlug einem Neonazi mit der Faust ins Gesicht.

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Quelle: Getty

Doch dann kam es zu einer bewegenden Szene: Ein dunkelhäutiger Demonstrant ging auf einen Skinhead im Hakenkreuz-Shirt zu und nahm den Mann spontan in den Arm.

Wie die US-amerikanische Ausgabe HuffPost berichtet, wurde der Skinhead von Gegen-Demonstranten geschubst und verhöhnt, bevor der schwarze Mann ihn aufgefordert habe: "Nimm mich verdammt nochmal in den Arm, Mann".

Der Mann im Hakenkreuz-Shirt sei zunächst verdutzt gewesen, habe sich dann jedoch auf die Umarmung eingelassen – zum Jubel der umherstehenden Demonstranten.

Bürgermeisterin: "Spencer ist ein Terrorist"

Anlass für die Versammlung war ein Auftritt des prominenten Neurechten Richard Spencer. Spencer kam - obwohl die Unversität ihn dort nicht haben wollte. Doch der 39-Jährige drohte damit, die Bildungsstätte zu verklagen, wenn sie sein Recht auf Meinungsfreiheit beschränken würde.

Weil die Universitätsverwaltung sich gezwungen sah nachzugeben, beschloß die Studentenschaft ihm an ihrer statt Paroli zu bieten. Demonstranten strömten in Scharen auf den Campus, um gegen Spencers fremdenfeindliche Reden zu demonstrieren.

Auch die Bürgermeisterin von Gainesville, Lauren Poe, sprach sich gegen den Auftritt aus. "Der Mann ist ein Terrorist", sagte sie der HuffPost. "Er will die Menschen in Angst versetzen und sie davon abhalten, ein normales Leben zu führen."

Am Ende siegt die Liebe

Der Gouverneur von Florida ließ angesichts von Spencers Besuch den Ausnahmezustand verhängen. Zu groß war die Angst vor Ausschreitungen wie zuletzt in Charlottesville, wo die Aktivistin Heather Heyer ums Leben kam. Auch Spencer war damals vor Ort, um für ein "weißes Amerika" zu marschieren.

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Doch der Protest in Gainesville verlief überwiegend friedlich. "Unsere Befürchtungen wurden widerlegt", heißt es in einer Stellungnahme des Universitätsrektors Kent Fuchs. "Unsere Universität und die Gemeinde Gainesville haben gezeigt, dass Liebe am Ende siegt."

Dieser Artikel erschien zuerst bei der amerikanischen Ausgabe der HuffPost und wurde von Anna Rinderspacher übersetzt und editiert.

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(ll)

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