Nahtoderfahrung: So fühlt es sich an, zu sterben - Betroffene schildern alle eine Gemeinsamkeit

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  • Wie fühlt es sich an, dem Tod ins Auge zu sehen?
  • Augenzeugenberichte weisen eine Gemeinsamkeit auf
  • Im Video oben seht ihr, wie es sich anfühlt, zu sterben

Was empfinden wir, wenn unser Leben endet? Eine Frage, die in Büchern, Filmen, Studien und auch Internetforen immer wieder diskutiert wird.

So auch in einem Thread bei Reddit. Dort teilen Nutzer ihre Nahtoderfahrungen und die intimen Gedanken, die ihnen im Angesicht des Todes durch den Kopf gegangen sind. Die Geschichten machen deutlich: Viele Überlebende haben eine Gemeinsamkeit. Keiner der Menschen hat im Angesicht des Todes Panik verspürt.

"Man würde es zwar annehmen, aber es stellt sich keine Panik ein. Es ist eigenartig", beschreibt Nutzer Liteowl das Erlebte.

Er hatte einen Unfall beim Raften. Das und die daraus resultierende Nahtoderfahrung dokumentiert er auf Reddit:

"Als Teenager war ich einmal Raften. Ich war mit der Familie meines Freundes unterwegs und wir haben ein paar Stromschnellen passiert. Ich bin aus dem Boot gefallen und bin kopfüber im Fluss gelandet.

Ich erinnere mich noch daran, dass ich dachte 'es ist so grün'. Ich weiß nicht, wieso ich mir das gedacht habe, aber ich sehe dieses Bild noch heute vor mir. Es war, als hätte sich ein grüner Filter über alles gelegt."

Wie lange er tatsächlich weg war, kann er nicht sagen. Ein Freund rettete ihn aus dem Wasser.

"Meine Gedanken waren unglaublich klar"

Auch ein anderer Überlebender berichtet, wie er den Moment des Todes wahrgenommen hat:

"Meine Gedanken waren unglaublich klar. Mein Kopf machte sofort zu, ich dachte 'nun, das ist es'. Ich war sehr ruhig und entspannt. Nicht gerade zufrieden, aber es kam auch keine echte Panik auf. Ich habe es einfach akzeptiert."

"Sterben ist weniger beängstigend als wir glauben"

Die Erfahrungsberichte decken sich mit einer Studie der Universität von North Carolina.

Das Team rund um Forscher Kurt Grey hatte für seine Arbeit die Blog-Einträge von Sterbenskranken, meist Krebspatienten, und die Abschiedsbriefe von Häftlingen in texanischen Todeszellen ausgewertet. Die letzten Worte der Todgeweihten waren erstaunlich optimistisch und zuversichtlich.

"Wir verbinden mit dem Sterben Trauer und Leid", sagt Kurt Grey. "Aber die Aussagen von Todgeweihten spiegeln das überhaupt nicht wider. Es zeigt sich vielmehr, dass das Sterben weniger traurig und beängstigend ist, als wir glauben – sondern glücklicher."

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

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(jds)

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