Linken-Chefin Kipping bestreitet Machtkampf in ihrer Partei - und stichelt weiter gegen Wagenknecht

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Linken-Chefin bestreitet einen Machtkampf in ihrer Partei - und stichelt weiter gegen Wagenknecht | dpa
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  • Erneut hat Linken-Parteichefin Katja Kipping ihre Kollegin Sahra Wagenknecht kritisiert
  • Der Brandbrief Wagenkechts an die eigene Partei sei eine "unangemessene Grenzüberschreitung" gewesen

Die Linke war in der vergangenen Tagen vor allem mit einem beschäftigt: sich selbst. Die Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger wollten mehr Einfluss in der Bundestagsfraktion.

Gerade Fraktionschefin Sahra Wagenknecht hatte da die Konfrontation gesucht, und das auch öffentlich mit einem Brandbrief an die eigene Partei. Im Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" will Kipping jedoch nicht von einem Machtkampf sprechen.

Auf die Frage, ob sie sich als Verliererin des Gerangels sehe, sagte Kipping:

"Sie stellen die Sache falsch dar. Bernd Riexinger und ich wollten Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch als Fraktionsvorsitzende. Alles andere ist tatsächlich eine Deutungsblase, aus der wir alle mal die Luft rauslassen sollten."

Noch einmal gegen Wagenknecht nachzutreten - das ließ sich die Parteichefin dann allerdings auch nicht nehmen.

"Unangemessene Grenzüberschreitung"

Partei- und Fraktionsvorstand hatten sich letztlich bei einer Klausur am Dienstag geeinigt: Wagenknecht und Bartsch wurden als Fraktionschefs wiedergewählt. Kipping und Riexinger sollen ein erweitertes Rederecht im Bundestag erhalten.

Zuvor hatte Wagenknecht ihrer Partei einen "permanenten Kleinkrieg" vorgeworfen. Im Gespräch mit der "Welt" bezeichnete Kipping den Brief als eine "unangemessene Grenzüberschreitung". Der Text sage viel über die Verfasserin aus.

Kipping verglich Wagenknecht dann sogar mit einem Feindbild der Linkspartei: Alt-Kanzler Gerhard Schröder. "Die neue Linke ist gegründet worden, nachdem Gerhard Schröder seine Agenda 2010 mit Basta durchgedrückt hat. Unser Gründungsimpuls war das Nein zur Basta-Politik."

Diese Basta-Politik betreibe nun Wagenknecht, wirft Kipping der Kollegin vor.

"Das lässt sich nicht auf einen Satz reduzieren"

Bereits am Donnerstag sagte Kipping in einem weiteren Interview, dieses mal mit der "taz": "Nicht alle Konflikte sind gelöst." Die eigentliche Arbeit beginne jetzt. Vielleicht sei die Auseinandersetzung wie ein "reinigendes Gewitter" gewesen.

Vor allem inhaltlich ist die Linkspartei immer noch gespalten. Wagenknecht hatte die Forderung nach "offenen Grenzen" kürzlich als "schöne Forderung für eine andere Welt" bezeichnet.

Kipping sagte dazu in der "Welt": "Unsere Position in der Flüchtlingsfrage lässt sich nicht auf einen Satz reduzieren." Beim Thema der Freizügigkeit gebe es eine Kontroverse, bestätigte sie.

Die Wogen sind also noch lange nicht geglättet.

Mit Material der dpa.

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