"Wir sind anfällig für Lügenmärchen": Ex-Präsident Bush zerlegt in Rede Donald Trump

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"Wir sind anfällig für Lügenmärchen": Ex-Präsident Bush zerlegt in Rede Donald Trump | dpa
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  • Ex-US-Präsident George W. Bush hat in einer Rede den aktuellen Präsidenten Donald Trump attackiert - ohne seinen Namen zu nennen
  • Seit seinem Amtsende hatte sich Bush selten zur US-Politik geäußert

Es ist still geworden um den früheren US-Präsidenten George W. Bush. Der Republikaner vermied es in den vergangenen Jahren, sich zu seinen Nachfolgern zu äußern.

Bei einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte prangerte Bush nun die gegenwärtigen Missstände in den USA an. Ohne US-Präsident Donald Trump ein einziges Mal beim Namen zu nennen, richtete sich Bushs Rede am Donnerstag in New York doch größtenteils an den gegenwärtigen Amtsinhaber im Weißen Haus.

"Blinder Eifer scheint auf dem Vormarsch. Unsere Politik ist anfälliger denn je für Verschwörungstheorien und regelrechte Lügenmärchen", kritisierte Bush.

"Mobbing und Vorteile bestimmen den Ton"

Er warnte vor dem gegenwärtigen Trend eines naiven Nationalismus und verurteilte Gegner der Globalisierung. Konflikte, Instabilität und Armut würden auf eine Welle des Protektionismus folgen. Bush rief die USA dazu auf, weltweit die Demokratie zu unterstützen und der Versuchung zu widerstehen, sich auf sich selbst zurückzuziehen.

Bush kritisierte auch eine feindliche Rhetorik gegenüber Einwanderern. Er erinnerte seine Zuhörer an die "Dynamik, die Migration Amerika stets gebracht hat".

Der ehemalige Präsident hielt sich nicht zurück. "Mobbing und Vorurteile bestimmen in unserem öffentlichen Leben den Ton, sie erlauben Grausamkeit und Fanatismus, und komprimieren die moralische Erziehung unserer Kinder", sagte Bush. "Der einzige Weg, bürgerliche Werte weiterzugeben, ist, sie vorzuleben."

"Wir müssen uns unserer eigenen Identität erinnern und sie wiedererlangen", forderte der ehemalige texanische Gouverneur. Amerikaner hätten einen großen Vorteil, sagte er: "Um unser Land zu erneuern, müssen wir uns nur unserer Werte erinnern."

Bush selbst wurde nach der Rede kritisiert

Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass Bush hart mit Trump ins Gericht ging. In einem Interview mit der Zeitschrift "People" hatte er im Winter dieses Jahres gesagt: "Ich mag den Rassismus nicht, ich mag die Beschimpfungen nicht und ich mag nicht, dass sich die Leute entfremdet fühlen."

Die Rede vom Donnerstag sorgte in den USA für einiges Aufsehen. Während Kommentatoren Bush für seine Offenheit lobten, wurde er auch scharf kritisiert: Bei seinen Feldzügen gegen Afghanistan und den Irak sei es mit hohen Werten ebenso wenig weit her gewesen wie bei der Stärkung der Geheimdienste.

Zudem habe Bush viele der Vorurteile, denen sich auch Trump bediene, selbst geschürt.

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(lp)

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