Wiederbelebte berichten, was sie nach dem Tod gesehen haben - das verwundert auch Ärzte

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  • Was passiert nach dem Tod? Beginnt ein neues Leben?
  • Ein Forscherteam der New York School of Medicine wollte es wissen
  • Im Video oben seht ihr, was in den ersten zehn Minuten nach dem Tod im Gehirn passiert

Es ist eine der größten ungelösten Fragen der Menschheit: Was passiert nach dem Tod?

Eine Frage, die immer wieder in Filmen thematisiert wird. Wie auch in der Neuverfilmung des Thrillers "Flatliners" - der Film handelt von fünf Medizinstudenten, die unbedingt eine Antwort auf ihre Frage haben wollen. Und sogar bereit sind, diese Erfahrung mit dem eigenen Leben zu bezahlen.

Auch zahlreiche Forscher sind der Frage in Studien bereits nachgegangen. Chemiker haben enthüllt, wie es sich anfühlt zu sterben. Mediziner können außerdem bereits beantworten, was in den ersten zehn Minuten nach dem Tod im Gehirn passiert (auch im Video oben).

Wissenschaftler der New York University Langone School of Medicine haben es sich nun ebenfalls zum Ziel gemacht, herauszufinden, was nach dem Tod passiert. Kann der Patient noch fühlen? Seine Umgebung noch wahrnehmen?

Sam Parnia, der Leiter der Studie, und sein Team untersuchen deswegen gezielt, ob das Bewusstsein auch nach dem Tod noch weiterarbeitet. Alle Testpersonen sind Patienten aus Europa und den USA, die an einem plötzlichen Herzstillstand gestorben sind. Anders als beim Herzinfarkt verliert man hier sofort das Bewusstsein, das Herz hört sofort auf zu schlagen.

Der Tod löst eine Kettenreaktion aus

Im amerikanischen Wissenschaftsmagazin "Lifescience" erklärt Parnia, dass es genau darum geht. Um den Moment, in dem das Herz aufhört zu schlagen. Sobald das passiert, bekommt das Gehirn kein Blut mehr ab, was bedeutet, dass die Hirnfunktion "fast augenblicklich" aufhört zu arbeiten.

"Du verlierst all deine Reflexe, die der Hirnstamm koordiniert. Den Würgereflex, den Pupillenreflex - das alles ist weg", sagt Parnia.

Auch der "denkende Teil" des Gehirns verlangsamt sich schlagartig. Es wird eine Kettenreaktion ausgelöst, die Gehirnzellen absterben lassen.

Doch das ist, so Parnia, ein Prozess, der noch Stunden, nachdem das Herz aufgehört hat zu schlagen, andauern kann.

Wiederbelebte wussten, was um sie herum passiert ist - obwohl sie tot waren

Immer wieder berichten auch Patienten, die wiederbelebt wurden, was sie nach ihrem Tod erlebt haben. "Sie waren genau in der Lage dazu, zu beschreiben, was um sie herum vorgegangen ist", erklärt Parnia.

"Sie beschreiben, wie Ärzte und Pfleger arbeiteten. Sie beschreiben vollständige Gespräche und sind sich über visuelle Dinge im Klaren. Über die sie sonst nicht hätten wissen können", erklärt er "Lifescience". Die behandelten Ärzte waren erstaunt darüber.

Parnia und sein Team wollen jetzt noch genauere Methoden entwickeln, mit denen die Hirnaktivität auch über den Tod hinaus besser überwacht werden kann. Außerdem wollen sie die Qualität einer Reanimation verbessern - um so Hirnverletzungen nach einer Wiederbelebung zu verhindern.

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(jds)

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