Wie Schottland mit schwimmenden Windrädern zum Vorreiter der Energiewende werden will

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HYWIND
In Schottland gibt es jetzt schwimmende Windturbinen | Statoil
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  • Vor der Küste von Schottland ist der erste schwimmende Windpark der Welt in Betrieb genommen worden
  • Sie versorgen 20.000 Haushalte mit Ökostrom
  • Die Innovation könnte auch in Deutschland umgesetzt werden

Wenn der Wind über der Nordsee besonders rau pfeift, geht in schottischen Haushalten ein Licht auf.

Was zunächst klingt, wie eine Weissagung, ist in Wirklichkeit eine sensationelle Innovation: Am Mittwoch wurde in Schottland die erste schwimmende Windanlage der Welt in Betrieb genommen. 25 Kilometer von der Küstenstadt Peterhead entfernt, erzeugen fünf Windturbinen ab sofort genug Strom, um 20.000 Haushalte zu versorgen.

“Die schwimmende Windanlage positioniert Schottland an der Spitze der globalen Bemühungen zur Energiewende”, sagte die schottische Ministerin Nicola Sturgeon bei der Eröffnungszeremonie.

Die Anlage namens Hywind sei ein Meilenstein für erneuerbare Energien, da sie an Stellen eingesetzt werden kann, wo das Wasser zu tief ist für traditionelle Offshore-Anlagen.

Einfach schwimmen, schwimmen, schwimmen

Betrieben wird die Anlage von der norwegischen Firma Statoil in Zusammenarbeit mit dem Ökostromkonzern Masdar aus Abu Dhabi. 16 Jahre lang haben sie an der Idee gearbeitet.

Der Einfall kam Chef-Ingenieur Dag Christensen beim Segeln. "Ich habe eine Pegellatte gesehen und gedacht: Daraus könnte man eine Windturbine machen", berichtet der Norweger in einem Imagefilm, den Statoil auf YouTube veröffentlicht hat. Die Herausforderung habe darin bestanden, die Turbine hoch genug und gleichzeitig standfest zu machen.

Jede der Windturbinen wird mit Hilfe von drei Tauen und gewaltigen Ankervorrichtungen auf dem Meeresboden befestigt. Über der Wasseroberfläche ragen sie 178 Meter in die Höhe und treiben wie eine Boje vor sich hin. Dabei sammeln die Turbinen zusammen 30 Megawatt – genug, um 20.000 Haushalte zu versorgen.

Schwimmende Turbinen bald auch in Deutschland?

Doch die Hywind-Energie soll nicht nur nachhaltig, sondern auch erschwinglich sein. “Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, die Kosten bis zum Jahr 2030 auf 40 bis 60 Euro pro Stundenmegawatt zu reduzieren”, sagt Irene Rummelhoff von Statoil.

grössencheck

Die Hywind Turbinen überragen selbst Bauwerke wie die Freiheits Statue

Im Jahr 2016 hat Statoil 50 Prozent der Offshore Windanlage Arkona erworben, die derzeit unweit der Insel Rügen entsteht. Diese wird voraussichtlich 2019 den Betrieb aufnehmen, berichtet das Unternehmen auf seiner Webseite.

Die schwebenden Windturbinen könnten also in Zukunft also auch deutsche Haushalte mit Ökostrom versorgen.

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(ll)

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