"Nachwuchs steht bereit": CDU-Ministerpräsident Günther will Merkel-Nachfolge klären

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GUENTHER DANIEL
Günther und Merkel | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • CDU-Ministerpräsident Günther fordert, dass die Nachfolge Merkels geklärt wird
  • Sein Vorstoß reiht sich in die kritischen Stimmen innerhalb der Union ein, die den langfristigen Erfolg der Partei in Gefahr sehen

Zunächst waren die Stimmen leise. Einige CDU-Politiker äußerten nach der Wahl im September verhalten Kritik an ihrer Chefin. Die Abgeordnete Sylvia Pantel etwa sagte der HuffPost: "Ich bin überzeugt davon, dass ein Großteil der CDU-Wähler kein 'Weiter so' will."

Eher unbedeutende CDU-Kreise, wie die konservative Werteunion, forderten nach der verloren Landtagswahl in Niedersachsen dann gar den Rücktritt von Angela Merkel.

Nun werden die Forderungen nach einer Nachfolge-Regelung nochmal lauter – und rücken näher an das Machtzentrum der Partei.

Günther: "Die Menschen wollen Perspektiven für nach Merkel"

Die jüngste Wortmeldung kommt vom schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther.

Die Union sollte aus Sicht von Günther klarstellen, wer in vier Jahren das Ruder übernehmen könnte. "Die Menschen haben ein Rieseninteresse, dass Angela Merkel das Land weitere vier Jahre erfolgreich führt. Sie wollen aber dann auch Perspektiven sehen, wie es danach weitergeht", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Focus".

Es geht Günther dabei wohl auch um einen Kurswechsel.

"Unser mäßiges Wahlergebnis bei der Bundestagswahl legt uns ans Herz, personell eine Erneuerung anzugehen", sagte er. Die CDU brauche "neue Gesichter in Führungspositionen, die dafür Gewähr bieten".

Die 63-jährige Merkel regiert bereits seit zwölf Jahren. Bei der Bundestagswahl war die von ihr geführte CDU zusammen mit der CSU auf das schwächste Unionsergebnis seit der ersten Bundestagswahl 1949 abgestürzt.

"Nachwuchs steht bereit"

Der 44-jährige Günther erklärte, geeigneter Nachwuchs stehe bereit. Die CDU sei personell "extrem gut" aufgestellt. "Wir haben so viele Persönlichkeiten in der zweiten Reihe wie seit vielen Jahren nicht."

Nach dem Beginn der ersten Sondierungsgespräche forderte er Union, FDP und Grüne auf, bei den Gesprächen über eine Jamaika-Koalition mehr Tempo zu machen. Durch Abwarten sei zu viel Zeit verschwendet worden. "Damit haben wir uns geschadet. Die Verhandlungen müssen deutlich vor Weihnachten beendet werden."

Der CDU-Politiker äußerte die Erwartung: "Anfang Dezember steht Jamaika." Darauf wette er um eine Kiste Kieler Sprotten.

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(mf)

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