Journalist vergleicht bei "Hart aber fair" Spahn und Kurz - für einen ist das Ergebnis wenig schmeichelhaft

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  • Journalist Peter Zudeick ist ein Fan des österreichischen Polit-Stars Sebastian Kurz
  • Zudeick verglich den 31-Jährigen mit Jens Spahn
  • Doch für den CDU-Politiker hatte Zudeick bei "Hart aber fair" wenig schmeichelhafte Worte übrig

Die Konservativen, auch in Deutschland, haben nach diesem Sonntag ein neues Vorbild: Sebastian Kurz, den Chef der österreichischen ÖVP.

Innerhalb kürzester Zeit hat der 31-Jährige seine Partei von der drittstärksten zur stärksten Kraft im Nationalrat geführt.

Zu den Sympathisanten des jungen Hoffnungsträgers - und bald womöglich jüngsten Kanzler des Landes - gehört auch CDU-Finanzstaatssekretär Jens Spahn. Noch am Wahlabend beglückwünschte Spahn seinen österreichischen Kollegen auf Twitter.

Aber: Kann Spahn die Union ebenso aus ihrer Krise führen? Das fragte ARD-Moderator Frank Plasberg in der Sendung "Hart aber fair" seine Gäste am Montagabend.

Der Journalist Peter Zudeick verglich Kurz und Spahn miteinander. Das kurze, wenig schmeichelhafte Fazit: Der CDU-Politiker sei nur eine "Westentaschen-Ausgabe" von Kurz.

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"Der fesche Leutnant"

Auf Nachfrage von Plasberg erläuterte Zudeick, was mit dieser Aussage gemeint war: Wenn es richtig sei, dass ein großer Teil des Erfolges von Kurz an dessen Verjüngung seiner Partei liege. Daran, dass der ÖVP-Chef "ein fescher Leutnant" sei, wie aus einem Roman des Wiener Schriftsteller Arthur Schnitzler, und dabei noch so schön scharf formulier. Wenn das alles stimme, dann sei Spahn nur eine "Westentaschen-Ausgabe" von Kurz, erklärte Zudeick.

kurz spahn
Das Wahlplakat von Kurz und eine daran angelehnte Montage von "Hart aber fair" mit Spahn

"Jemandem wie Spahn gehört sicherlich die Zukunft", warf Ex-CSU-Chef Edmund Stoiber an dieser Stelle ein. Er lobte Spahn für dessen Konfrontationskurs gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Hündchen und Blümchen für Kurz

Plasberg fragte seine Gäste außerdem, was sie Kurz denn als Geschenk mitbringen würden, sollte er sie als frischgebackener Kanzler zum Wiener Opernball empfangen.

Zudeicks Mitbringsel: "Ein kleines, weißes Hündchen mit Schleife." Plasberg: "Wir kommentieren das nicht". Grünen-Politiker Boris Palmer würde ihm eine Ausgabe seines Buches "Wir können nicht allen helfen" geben.

Und Edmund Stoiber schließlich beteuerte, dass er zu "dem Sebastian" natürlich gehen würde - und dessen Lebensgefährtin mit einem schönen Strauß Blumen beschenken würde.

Die Sympathien in der Runde waren offensichtlich auf Seite des österreichischen Polit-Stars. Lediglich Ex-SPD-Chef Matthias Platzeck und die österreichische Journalistin Alexandra Föderl-Schmid, sagten, dass sie die Einladung ausschlagen würden.

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(amr/mf)

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