Französische Rechtsextremisten planten Mordkomplott gegen führende Politiker und Muslime

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Französische Rechtsextremisten planten Mordkomplott gegen führende Politiker und Muslime | Getty
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  • Die französische Polizei hat am Dienstag zehn junge Rechtsextremisten festgenommen
  • Die Gruppe wollte offenbar mehre Politiker ermorden und plante Anschläge auf Muslimen und Moscheen
  • Kopf der Gruppe soll ein militantes Ex-Mitglied der rechtsextremen Gruppierung Action française sein

Es war ein monströser Plan. Eine Gruppe von zehn französischen Rechtsextremisten, darunter eine Frau, wollte mehrere hochrangige Politiker und muslimische Persönlichkeiten ermorden und Moscheen attackieren.

Unter den Zielen: Christophe Castaner, der Regierungssprecher von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, und der Ex-Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon. Beides sind linke Politiker.

Doch die französischen Behörden konnten die Gruppe rechtzeitig stoppen. Anti-Terror-Spezialeinheiten der Polizei verhafteten die 17- bis 25-Jährigen am Dienstag im Großraum Paris und in der Nähe von Marseille, im Süden des Landes. Alle sitzen derzeit in Polizeigewahrsam.

Gegen die Mitglieder wird wegen der Beteiligung an einer "terroristisch-kriminellen Vereinigung" ermittelt.

Aufruf zur Gewalt gegen Schwarze, Dschihadisten, Flüchtlinge und "Abschaum

Die Gruppe flog wohl wegen der Ermittlungen gegen Logan Alexandre Nisin auf. Nisin ist ein militantes Ex-Mitglied der rechtsextremen Gruppierung Action française (Französische Aktion, AF) auf. Die AF ist eine mehr als hundert Jahre alte royalistische Splittergruppe mit antisemitischen Wurzeln.

Gegen den 21-Jährigen wurde bereits im Juli ein Verfahren eröffnet, nachdem er in sozialen Netzwerken mit Gewalt gegen Schwarze, Dschihadisten, Flüchtlinge und "Abschaum" gedroht hatte. Er soll der Initiator des blutigen Vorhabens sein.

Laut einer Quelle, die mit der Angelegenheit vertraut sein soll und die von der französischen HuffPost zitiert wird, sei das Mordkomplott "im Stadiums eines Entwurfsprojektes" gewesen.

Allerdings soll Nisin Waffen besessen und an Schießübungen teilgenommen haben. Er soll laut Ermittlern zudem den Willen gehabt haben, mit einer Organisation seine Ziele durchzusetzen.

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