Dreiste Masche: Viele Pärchen machen umsonst Urlaub - indem sie eine Krankheit erfinden

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Dreiste Masche: Viele Pärchen machen umsonst Urlaub - in dem sie eine Krankheit erfinden | pixdeluxe via Getty Images
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  • In Großbritannien kursiert ein skurriler Trick, um an kostenlose Urlaube zu kommen
  • Dabei verklagen die Urlauber die Reiseveranstalter auf Schadensersatz
  • Diese Masche wurde einem britischen Paar nun zum Verhängnis

Um kostenlos in den Urlaub zu fahren, nutzen viele Briten seit einigen Jahren einen skurrilen Trick.

Laut der britischen Zeitung "The Guardian" funktioniere das Ganze so: Der Urlauber bucht eine All-Inklusive-Reise und genießt den Aufenthalt in vollen Zügen.

Zurück in der Heimat behauptet der Heimkehrer jedoch, sich aufgrund mangelnder Hygiene im Hotel eine Infektion eingefangen zu haben.

Er fordert nun eine Wiedergutmachung, da er den Urlaub nicht genießen konnte.

Diese Masche funktioniere so lange, bis daraus ein Volkssport wurde, meint der "Guardian".

Es gibt bereits Hunderttausende Fälle

Denn das britische Recht mache die Klage zu einfach, indem sie den Antragstellern das Geld zusprachen, ohne dass es zu einer Verhandlung kam.

So sollen in Hunderttausenden von Fällen falsche Forderungen gestellt worden sein, berichtet der "Guardian". Selbst die Regierung zeigte sich beschämt über die Touristen der eigenen Insel.

"Diese Behauptungen machen die Auslandsreisen für alle Briten teurer. Auf sie kommen steigende Kosten zu, wenn sie für falsche Anschuldigungen einer kleinen Minderheit zahlen müssen", sagte der britische Außenminister Boris Johnson gegenüber dem "Guardian".

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Ein britisches Paar forderte 20.000 Pfund

Doch jetzt schlagen die betrogenen Reiseveranstalter und Hotels zurück.

Anhand der Instagram- und Facebook-Accounts verfolgen sie nach, ob es sich nur um angebliche Erkrankungen handelt.

Das sei einem britischen Paar zum Verhängnis, berichtet die britische Zeitung weiter.

20.000 Pfund, umgerechnet etwa 22.500 Euro, verlangten Deborah Briton und ihr Partner Paul Roberts vom Tourismuskonzern Thomas Cook, nachdem ihre Kinder angeblich in den zwei aufeinander folgenden Mallorca-Reisen erkrankt sein sollen.

Der Richter setzt mit dem Urteil ein Zeichen

Allerdings hörte sich das, was die beiden anschließend auf den Sozialen Medien posteten, ganz und gar nicht nach einem furchtbaren Urlaub an.

"Wir sind gut zuhause angekommen nach zwei Wochen voller Sonne, Lachen und Spaß. Wir haben all unsere lieben Freunde getroffen, die unseren Urlaub fantastisch gemacht haben", schrieb Briton dem "Guardian" zufolge nach der Reise 2015 auf Facebook.

Den Urlaub ein Jahr später beschrieb sie als "ihren bis jetzt liebsten Urlaub".

Das Gericht habe den Vorwürfen des Reiseveranstalters zugestimmt und Briton zu neun Monaten Haft und ihren Partner Roberts zu fünfzehn Monaten Gefängnis verurteilt.

Dem "Guardian" erklärte der Richter David Aubrey QJ, dass es sich von Anfang bis Ende um Betrug gehandelt und das Paar aus purer Gier gehandelt habe.

Mit dem Fall wolle er ein Zeichen für alle setzen, die mit dem Gedanken spielen, nicht geltende Ansprüche geltend machen zu wollen.

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(ll)

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