Streit bei den Linken: Wagenknecht und Bartsch droht die Entmachtung

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WAGENKNECHT BARTSCH
die F├╝hrungsriege der Linken befindet sich im Machtkampf | dpa
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  • In der Linkspartei zeichnet sich ein Machtkampf ab
  • Auf einer Klausurtagung droht den Fraktionschefs Wagenknecht und Bartsch laut eines Berichts eine Entmachtung

Wagenknecht, Bartsch, Kipping und Riexinger - in der F├╝hrungsriege der Linken geht es nicht gerade harmonisch zu. Der Burgfrieden des Wahlkampfs ist dahin. Sorgen um die Stammw├Ąhler sind gro├č.

Eigentlich kann die Linke froh sein, dass sie als kleinste Oppositionskraft hinter SPD und AfD im Moment im Windschatten der beginnenden Jamaika-Sondierungen segelt. Trotz schmerzhafter W├Ąhlerverluste im Osten leistet sie sich aber einen bizarren Machtkampf.

Konflikte wurden unter den Teppich gekehrt

Am Dienstag und Mittwoch kommt die neu gew├Ąhlte Linken-Fraktion in Potsdam zur Klausur zusammen. Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch wollen wieder an die Spitze gew├Ąhlt werden. Doch unmittelbar vor dem Treffen gibt es noch Gerangel.

So liegen Antr├Ąge vor, nach denen die in der Fraktion vertretenen Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger im Fraktionsvorstand mitbeschlie├čen d├╝rfen sollen. Gestritten wird auch dar├╝ber, wer im Plenum des Bundestags wie f├╝r die Linke sprechen darf.

Laut Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland k├╝ndigten Wagenknecht und Bartsch an, bei der anstehenden Neuwahl des Fraktionsvorsitzes nicht mehr antreten zu wollen, sollten die Antr├Ąge durchgehen.

Es r├Ącht sich bei der Linken, dass Konflikte unter den Teppich gekehrt wurden. So rief die Partei im Dezember Wagenknecht und Bartsch erst zu den Spitzenkandidaten im Wahlkampf aus, nachdem beide klar gemacht hatten, dass sie nicht f├╝r ein Spitzenquartett mit den Parteichefs Kipping und Riexinger zu haben sind.

Nach der Wahl scheint der Burgfriede dahin - und den beiden Spitzenkandidaten droht wom├Âglich die Entmachtung.

"Kipping und Riexinger beabsichtigen, Bartsch und Wagenknecht zu reinen Statisten zu degradieren und die Macht in der Fraktion zu ├╝bernehmen", kommentiert der Linken-Bundestagsabgeordnete Alexander Neu gegen├╝ber dem RND. "Auch die zweite Reihe der Fraktion soll mit Vertrauten der Parteispitze besetzt werden", erkl├Ąrte er.

ÔÇťMan kann Sahra nicht einfach abschie├čenÔÇŁ

Seit der Bundestagswahl rumort es in der Partei

Zun├Ąchst sorgte Bundesgesch├Ąftsf├╝hrer Matthias H├Âhn f├╝r Schlagzeilen. Er wolle wegen eines Zerw├╝rfnisses mit Kipping und Riexinger zur├╝cktreten, hie├č es.

Er habe die beiden nicht ├Âffentlich gegen die Kritik von Oskar Lafontaine in Schutz genommen, sollen Kipping und Riexinger H├Âhn vorgeworfen haben. Lafontaine, der Mann Wagenknechts, hatte bei Facebook unter anderem gepostet, dass die Parteichefs "wenig Zustimmung bei den W├Ąhlern" haben.

Dann stand in der "Bild"-Zeitung, dass Riexinger Wagenknecht wegmobben wolle. Unter Berufung auf eine eidesstattliche Versicherung eines Zeugen wird Riexinger aus einer internen Runde in einer Bar zitiert.

"Sahra ist leider nicht aufzuhalten als Fraktionsvorsitzende. Man kann sie nicht einfach abschie├čen", soll er gesagt haben. Werde sie aber immer wieder abgewatscht, werde sie sicher von alleine gehen. Riexinger bestritt den Vorgang.

Starker W├Ąhlerschwund im Osten

Zwar verbesserte sich die Linke bei der Bundestagswahl um 0,6 Punkte auf 9,2 Prozent. Aber im Osten wanderten mehr als 400.000 ihrer W├Ąhler zur AfD ab. In Niedersachsen verfehlte die Linke den Einzug in den Landtag. Bei Arbeitern und Arbeitslosen schwindet die Zustimmung.

Intern tobt die Debatte, wie die Partei darauf reagieren soll. Ost - West, alt - jung, Gewinner - Verlierer. ├ťberall will die Linke punkten, schafft diesen Spagat aber im Moment nicht.

Ô×Ę Mehr zum Thema: Kurswechsel bei der SPD: Andrea Nahles will im Bundestag mit der Linken zusammenarbeiten

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(ll)

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