Umweltrevolution in Island: Wie ein Kraftwerk schädliches CO2 in harmloses Gestein verwandelt

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ISLAND
Das geothermale Kraftwerk Hellisheidi | Arni Saeberg
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  • Das Klimaabkommen von Paris sieht eine drastische Senkung der CO2 Emissionen vor
  • Das Schweizer Unternehmen "Climeworks" hat eine Methode entwickelt, mit der das gelingen könnte - und auf Island eine bisher einzigartige Anlage errichtet

Vielleicht erreichen wir die Klimaziele der Pariser Konferenz ja doch noch: In Island wird gerade eine Methode getestet, um die Luft von CO2 Emissionen zu reinigen. Das berichtet das Wirtschaftsportal “Quartz”.

Direct Air Capture (DAC) nennt sich diese Methode, die derzeit im Geothermie-Kraftwerk Hellisheidi im Südwesten der Vulkaninsel getestet wird. Die Idee: Das Kohlendioxid wird direkt aus der Umgebungsluft gesaugt und 700 Meter in den Untergrund geleitet.

Aufgrund des hohen Drucks und der hohen Temperaturen, die unter der Erdoberfläche herrschen, kann das Gas nicht entweichen. Stattdessen reagiert es mit dem Basalt und wandelt sich innerhalb von zwei Jahren zu festen Mineralien.

Moderne Alchemie

Der CO2-Filter ist ein Pilotprojekt der Schweizer Firma "Climeworks" und wird im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 der Europäischen Union gefördert. Mittelfristiges Ziel von “Climeworks” ist es, bis 2025 ein Prozent der globalen CO2-Emissionen aus der Luft zu filtern.

Bisher galt die Methode als zu kostenaufwendig. “Quartz” zitiert einen Bericht der American Physical Society von 2011 nach dem das Filtern von einer Tonne Kohlendioxid pro Jahr zwischen 600 und 1000 Dollar kosten würde. “Climeworks” dagegen hat sich als Ziel gesetzt, die Kosten auf 100 Dollar pro Tonne zu reduzieren.

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Die Anlage in Hellisheidi, Island

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Auch in Deutschland ist DAC möglich

„Das Potenzial zur Skalierung unserer Technologie in Kombination mit CO2-Speicherung ist gewaltig”, sagt “Climeworks” CEO Christoph Gebald in einer Pressemitteilung. “Und das nicht nur hier in Island, sondern in vielen anderen Regionen mit ähnlichen Gesteinsformationen.”

Demnach könne der Filter auch in der Vulkaneifel, dem Siebengebirge, im Westerwald sowie weiteren Regionen in Deutschland und Mitteleuropa eingesetzt werden.

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Ein Basalt-Bohrkern mit gespeichertem Kohlenstoff

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(mf)