Sexuelle Übergriffe: Islands Kreativ-Ikone Björk packt aus

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Björk (Mitte) mit Catherine Deneuve (r.) bei der Premiere ihres Films "Dancer In The Dark" beim Cannes Film Festival im Jahr 2000

Islands Kreativ-Ikone, die Sängerin und Schauspielerin Björk (51, "Dancer in the Dark"), hat einen offenen Brief auf ihrer Facebook-Seite gepostet. Darin schreibt sie von ihren Erlebnissen in der Filmbranche. Auch sie sah sich demnach sexuellen Übergriffen ausgesetzt. Einen Namen nennt sie zwar nicht, Details zu den Vorkommnissen "mit einem dänischen Regisseur" aber sehr wohl:

i am inspired by the women everywhere who are speaking up online to tell about my experience with a danish director ....

Posted by Björk on Sonntag, 15. Oktober 2017

"Björk. Archives: Eine Retrospektive" können Sie hier bestellen

"Als ich ins Schauspielfach wechselte, wurde mir schnell klar, dass meine Erniedrigung und Rolle als eher unbedeutendes und sexuell belästigbares Wesen die Norm war und durch den Regisseur und einem Dutzend Mitarbeiter, die das ermöglicht und gefördert haben, in Stein gemeißelt ist", schreibt die Künstlerin.

"Mir ist bewusst geworden, dass ein Regisseur seine Schauspielerin willentlich berühren und belästigen kann und die Filmbranche erlaubt es", beschreibt sie ihre Erfahrungen, die sie unter anderem bei den Dreharbeiten zu "Dancer in the Dark" (2000), einem ihrer wenigen Filme und zudem dem einzigen unter einem dänischen Regisseur (Lars von Trier), gemacht haben könnte.

Nicht mit ihr

Als bereits gestandene Musiker-Größe, als die sie in die Filmbranche einstieg, hat sie sich die Übergriffe nicht wirklich gefallen lassen. Die Reaktion bekam sie allerdings prompt zu spüren: "Als ich den Regisseur wiederholt zurückwies, war er beleidigt und bestrafte mich, indem er mich vor seinem Team als die Schwierige darstellte."

Von all dem habe sie sich nach einem Jahr wieder erholt gehabt. Das aber auch nur dank "ihrer persönlichen Stärke, ihres großartigen Teams und weil sie nichts zu verlieren hatte", wie sie sagt, denn größere Schauspielambitionen habe sie nicht gehegt. "Lasst uns hoffen, dass dieses Statement andere Schauspielerinnen und Schauspieler unterstützt. Lasst uns das beenden. Es gibt eine Welle der Veränderung in der Welt", schließt sie ihren Post.

Korrektur anregen