Medienbericht: Schäuble kritisiert profillosen Wahlkampf der Kanzlerin

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  • CDU-Politiker Schäuble kritisiert offenbar den Wahlkampf Angela Merkels
  • Es ist nicht das erste Mal, dass er ganz anderer Meinung ist als die Parteichefin
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Die Stimmung zwischen CDU-Chefin Angela Merkel (CDU) und Wolfgang Schäuble, der voraussichtlich Bundestagspräsident werden wird, ist derzeit offenbar angespannt.

Die "Bild"-Zeitung berichtet am Montag unter Berufung auf Vertraute Schäubles, dass der 75-Jährige den Kurs der Kanzlerin kritisiere. Er halte es für falsch, dass die Union im Wahlkampf keine Richtungsdebatten angestoßen und kein großes Projekt in den Mittelpunkt der Kampagne gestellt habe.

Das hatten auch viele Wahlbeobachter kritisiert. Merkel hatte vor allem auf Konstanz gesetzt.

Schäuble kritisierte Merkel offen

Außerdem stört sich Schäuble am Kompromiss Merkels mit der CSU zur Obergrenze. Er hatte die Obergrenze offen in einem Interview mit der "Bild am Sonntag" als "überflüssig" bezeichnet.

Politisch waren Schäuble und Merkel immer wieder verschiedener Meinung gewesen. So hatten sie sich in der Griechenland-Politik gezofft, und auch in der Flüchtlingsfrage.

In den Rücken gefallen war Schäuble Merkel dennoch nicht. Manche Beobachter sind sich sicher, dass er Merkels Vertrauen genieße. Und Merkel hatte Mitte September zu Schäubles Geburtstag gesagt, sie beide seien "nicht immer einer Meinung, aber immer auf einem gemeinsamen Weg".

Insofern ist Kritik an der Kanzlerin also nichts Neues. Möglich ist aber, dass Schäuble jetzt, da er wohl nicht mehr Minister in Merkels Kabinett sein wird, seine Meinung öfter öffentlich sagt.

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(ll)

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