Ein Reporter spricht Seehofer mit "Herr Söder" an - dessen Reaktion zeigt, wie nervös der CSU-Chef ist

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Ein Reporter spricht Seehofer als "Herrn Söder" an - seine Reaktion zeigt, wie nervös er ist | screesnhot
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  • CSU-Chef Seehofer gerät immer stärker unter Druck
  • Auf Personaldebatten wollte er sich am Montag bei einer Pressekonferenz aber nicht einlassen
  • Doch sein Auftritt hat gezeigt, wie eng es für den bayerischen Ministerpräsidenten wird

CSU-Chef Horst Seehofer ist nach dem historischen Debakel bei der Bundestagswahl noch immer angeschlagen. Wie sehr, zeigte eine Pressekonferenz am Montagmittag.

Auf Personaldebatten wollte sich der bayerische Ministerpräsident nicht einlassen. "Darüber rede ich nicht", betonte Seehofer. Diskussionen über personelle Wechsel hatte der CSU-Chef auf die Zeit nach den Jamaika-Verhandlungen vertagt.

Er wolle jetzt "auf Sicht fahren", erklärte Seehofer weiter. Ein Satz, der offenbart, wie sehr Seehofers politische Karriere gerade in Gefahr ist.

"Richtig, richtig. Gut gemacht!"

Bände sprach auch Seehofers Reaktion auf ein Missgeschick eines Journalisten. Sebastian Kraft vom Bayerischen Rundfunk sprach ihn nämlich als "Herr Söder" an. Der aufmüpfige Finanzminister Bayerns, Markus Söder, gilt als Anführer der Revolte gegen Parteichef Seehofer und als möglicher Nachfolger in der Rolle des Parteivorsitzenden - und damit als künftiger Spitzenkandidat für die bayerische Landtagswahl im kommenden Jahr.

Als Seehofer auf der Pressekonferenz den Namen seines innerparteilichen Konkurrenten hörte, sagte Seehofer nur: "Richtig, richtig. Gut gemacht!" Dann lachte er verlegen. Die Frage des Journalisten zielte dann tatsächlich auf Söder ab: "Ziehen Sie zusammen an einem Strang?"

Seehofer wich der Frage aus. Sprach nur wieder davon, nicht über Personalwechsel reden zu wollen. Eine Antwort blieb er aber schuldig.

Überhaupt wirkte Seehofer wenig souverän vor den Journalisten. Die Verweigerung, sich auf Personaldebatten einzulassen, zog sich wie ein Mantra durch die Veranstaltung. Als derselbe Reporter noch einmal zu Wort kommen sollte, sagte Seehofer, noch bevor der Journalist eine Frage stellen konnte: "Oh, jetzt nicht Herr Söder".

Auch ein Scherz des Ministerpräsidenten konnte nicht darüber hinwegtäuschen: Die Luft wird dünn für Seehofer.

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(mf)

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