Weiterer Austritt: Chefin der "Christen in der AfD" verlässt die Partei

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MEUTHEN GAULAND
Weiterer Austritt: Chefin der "Christen in der AfD" verlässt die Partei | dpa
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  • Die Chefin der "Christen in der AfD hat die Partei verlassen
  • Anette Schultner wolle nicht länger als "Feigenblatt" der Partei dienen
  • Es ist ein weiterer, prominenter Austritt aus der AfD in kurzer Zeit

Es ist der nächste Austritt aus der AfD.

Die Bundesvorsitzende der Christen in der AfD, Anette Schultner, hat Medienberichten zufolge ihren Austritt aus der Partei erklärt. Wie die "Welt" am Montag unter Berufung auf ein Schreiben Schultners an die AfD-Bundesgeschäftsstelle berichtete, begründete sie ihren Schritt mit der "Radikalisierung der AfD".

Dem "Tagesspiegel" sagte Schultner: "Ich glaube, es gibt keine Chance mehr, die AfD zu einer realpolitisch wirkenden, bürgerlich-konservativen Volkspartei zu machen."

"Ich will keine Feigenblattfunktion erfüllen"

Wer sich wie sie selbst gegen den umstrittenen Rechtsaußen Björn Höcke positioniere, habe in den meisten Landesverbänden keine Chance auf innerparteiliche Mehrheiten. Sie sei nicht bereit, in der AfD eine "Feigenblattfunktion zu erfüllen".

Ob sich Schultner, die dem bürgerlich-konservativen Lager zugerechnet wurde, der neuen Partei der ehemaligen Parteichefin Frauke Petry anschließen will, blieb zunächst unklar.

Dem "Tagesspiegel" zufolge will sie sich aber in Petrys Bürgerforum "Blaue Wende" einbringen. Die Gründung des Forums und der neuen Partei hatte Petry kurz nach ihrem Austritt aus der AfD bekanntgegeben.

Einige weitere Mandatsträger verließen die AfD

In den vergangenen drei Wochen hatten noch einige weitere Mandatsträger die AfD verlassen, darunter der Bundestagsabgeordnete Mario Mieruch und Petrys Ehemann, der frühere NRW-Landtagsfraktionschef Marcus Pretzell.

Schultner hatte im vergangenen Mai trotz Protesten vieler Christen als AfD-Vertreterin an einer Podiumsdiskussion auf dem Evangelischen Kirchentag teilgenommen.

Schon damals sagte sie, einige Entwicklungen in der Partei bereiteten ihr Sorgen. Schultner war früher in der CDU. Sie ist der Meinung, die Kirchen sollte sich weniger politisch einbringen, sondern darauf konzentrieren, den christlichen Glauben zu verbreiten.

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(mf)

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