Handkuss-Zoff bei "Anne Will": Göring-Eckardt will eine Entschuldigung - Kubicki beginnt zu flirten

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ANNE WILL
Handkuss-Zoff: Göring-Eckardt will eine Entschuldigung von Kubicki - der FDP-Mann schaltet in den Flirtmodus | screenshot
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  • Bei "Anne Will" wurde FDP-Politiker Kubicki mit den Wirbel um seinen angedeuteten Handkuss für Grünen-Politikerin Göring-Eckardt konfrontiert
  • Zunächst wollte sich Kubicki nicht entschuldigen - sondern legte mit einem zweideutigen Spruch nach

Bei den Sondierungsgesprächen für ein mögliches Jamaika-Bündnis am Mittwoch werden nicht nur unterschiedliche politische Konzepte aufeinanderprallen - sondern auch sehr verschiedene Persönlichkeiten.

Ein Vorgeschmack davon sahen Zuschauer in der ARD-Talkshow von Anne Will am Sonntagabend. Dort saß die Grünen-Chefin Katrin Göring-Eckardt neben FDP-Politiker Wolfgang Kubicki.

Beide werden ihre Parteien bei den Sondierungsgesprächen in Berlin vertreten. Für Diskussionen sorgte in der Sendung eine denkwürdige Begegnung von Göring-Eckardt und Kubicki nach der Bundestagswahl.

"Göring-Eckardt treibt meinen Blutdruck in die Höhe"

Der FDP-Politiker hatte Göring-Eckardt mit einem angedeuteten Handkuss begrüßt. Danach stichelte Kubicki noch weiter: "Wer es übrigens zuverlässig schafft mich innerhalb von 30 Sekunden rasend zu machen, ist Katrin Göring-Eckardt." Die "notorische moralische Attitüde" der Grünen-Politikerin treibe seinen Blutdruck in die Höhe.

Die Redaktion von "Anne Will" zeigte auf den Bildschirmen im Studio eine Großaufnahme der Handkuss-Szene. "Ich habe heute ein Valium genommen, deswegen bin ich ruhiger als normal", scherzte Kubicki über seine Blutdruck-Aussage.

Die Handkuss-Geste hatte für Wirbel gesorgt. Einige bei den Grünen warfen Kubicki vor, Frauen zu diskriminieren.

Der FDP-Politiker ging zunächst auf die Szene nicht ein, sondern sprach zunächst über die anstehenden Sondierungsgespräche. Den Grünen empfahl er, nicht gleich mit dem Weltfrieden anfangen zu wollen, "sondern eine Etage tiefer zu gehen". Sollte heißen: Die eigenen Ansprüche abzuschwächen.

Außerdem empfehle er für die Gespräche, nach einer gemeinsamen "mentalen Basis" zu suchen. "Heißt das, Sie entschuldigen sich hier bei Frau Göring-Eckardt?", fragte Moderatorin Will nach.

Göring-Eckardt schüttelt den Kopf: "So geht das nicht"

Kubicki dachte jedoch zunächst nicht an eine Entschuldigung - sondern haute noch einen zweideutigen Spruch raus: "Es gibt eine ganze Reihe von Frauen, die freuen sich, wenn sie meinen Blutdruck in die Höhe treiben."

Göring-Eckardt verdrehte die Augen: "Also, so geht das nicht, das kriegen wir nicht hin." Er müsse es noch einmal versuchen, forderte die Grünen-Politikerin.

Neuer Anlauf: "Ich entschuldige mich bei Ihnen", gestand Kubicki dann zu. "Ich werde nie wieder versuchen, Ihnen einen Handkuss zu geben."

Göring-Eckardt wiegelte ab, den Handkuss fand sie in der Sendung nicht anstößig. "Dagegen ist nichts zu sagen", betonte sie.

Sie habe sich nicht darüber beschwert. Kubicki war anderer Meinung: "Sie haben gesagt, das sei letztes Jahrhundert und Macho-Gehabe." Göring-Eckardt erzählte dann, sie sei in einem "Tanzlehrer-Haushalt" aufgewachsen, sie sei an die Geste des Handkusses gewöhnt.

Hier fanden die beiden Politiker also langsam zueinander. “Wir werden einen Weg finden, uns zu begrüßen”, meinte Kubicki verschmitzt.

Der Jamaika-Poker hat schon begonnen

Tatsächlich lagen Kubicki und Göring-Eckardt in der Sendung inhaltlich nicht immer Welten voneinander entfernt, auch wenn der FDP-Mann das stets betonte.

Beim Familiennachzug zum Beispiel fanden FDP und Grüne eher zueinander als Grüne und CDU. Für die Union saß Volker Bouffier in der Runde. "Das ist für uns eine ganz zentrale Frage", sagte Bouffier über den Familiennachzug. "Und, ich bin sicher, für alle."

Für Göring-Eckardt ist eine Erleichterung des Familiennachzugs von akzeptierten Asylbewerbern zentral. Wie diese Frage gelöst werde, werde man sehen, meinte die Politikerin.

Auch Kubicki fand, man müsse den Familiennachzug erleichtern, das sei für die Integration zentral. Bouffier dagegen warnte vor einer Überforderung der Integrationsmöglichkeiten.

Am Ende nahm die Debatte über den richtigen Kurs in der Flüchtlingspolitik Fahrt auf. Der Jamaika-Poker, er begann offensichtlich schon am Sonntagabend bei "Anne Will".

Die Sendezeit allerdings war zu Ende. Will moderierte ab - Göring-Eckardt aber wollte noch weiterreden: "Dann müssen wir ja doch außerhalb des Fernsehens weiter verhandeln", sagte sie.

Und Kubicki legte noch einmal mit einem verschmitzten Spruch nach: "Wir beide?"

Göring-Eckardt lachte. Zumindest an diesem Abend schienen sich die Grünen-Politikerin und ihr Gegenüber von der FDP bestens zu verstehen.

Mehr zum Thema: "Möchte die Männer nicht allein hier haben": Göring-Eckardt nennt im ZDF Argument für Familiennachzug

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