Warum die AfD in Niedersachsen einen schweren Rückschlag erlitt

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AFD
dpa
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  • Die AfD hat bei der Niedersachsen-Wahl einen herben Rückschlag erlitten
  • Dem Aufschwung der AfD in der Bundesrepublik wird das wohl noch keinen Abbruch tun

Auf den ersten Blick könnte man meinen, es sei der Anfang vom Ende.

Auf nur 6,2 Prozent kommt die AfD laut den Hochrechnungen in Niedersachsen. Erwartet waren zwischen sieben und acht Prozent. Und noch zur Bundestagswahl erreichte die Partei in dem Bundesland zwei Prozent mehr.

Es stimmt schon: Das ist ein schwerer Rückschlag für eine Partei, die noch vor zwei Wochen vor Kraft kaum laufen konnte.

Als drittstärkste Kraft zog sie in den Bundestag ein, versank darauf allerdings im Chaos. Erst warf Partei-Chefin Petry hin, es folgte eine Austrittswelle in großen Landesverbänden.

Die Stärke der Volksparteien begründete die Schwäche der AfD

Und auch in Niedersachsen ging so ziemlich alles schief. Betrugsvorwürfe gegen den Spitzenkandidaten und offene Machtkämpfe wie etwa in Göttingen, wo die Spitzenkandidatin kurzerhand rausgeworfen wurde.

Die AfD-Wähler in Niedersachsen trauten ihrem Landesverband wohl auch deswegen deutlich weniger zu als der Bundespartei. Das zeigt zumindest eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap:

Ist der rechtspopulistische Sturm also schon überstanden?

Wohl eher nicht. Denn die Schwäche der AfD hatte nicht nur etwas mit deren eigenen Zerwürfnissen zu tun - sondern auch mit der Stärke der Volksparteien.

Sie lieferten sich einen erbitterten Wahlkampf und zeigten ihre Unterschiede auf, wie man es auf Bundesebene bis heute vermisst.

CDU und SPD polarisierten in Niedersachsen

Die Landtagswahl in Niedersachsen zeigt damit auch: Die AfD ist dann schwach, wenn CDU und SPD polarisieren. Und das ist eine niedersächsische Spezialität, die man in Berlin bisweilen nicht beobachten kann.

Wenn die Parteien also jetzt glauben, dass der Spuk um die AfD zu Ende ist, täuschen sie sich gewaltig. Der Nährboden der Partei ist zwei Wochen nach der Bundestagswahl nicht einfach so auf magische Weise verschwunden.

Die AfD kann darauf hoffen, dass sich die Volksparteien auf ihrem Erfolg ausruhen

Die Volksparteien stecken nach wie vor in einer tiefgreifenden Krise - und sowohl SPD wie auch Union wirken bislang nicht so, als seien sie bereit, tiefgreifende Konsequenzen aus ihrem Bundestagswahlergebnis zu ziehen.

Das Wahlergebnis in Niedersachsen bestärkt all jene, die diesen Kurs für richtig halten. Und darüber kann sich vor allem eine Partei freuen: Die AfD.

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