Wolfgang Bosbach gegen muslimische Feiertage: "Wir haben keine islamische Prägung"

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  • Innenminister Thomas de Maizière hatte vor Kurzem geäußert, er halte muslimische Feiertage in Deutschland für denkbar
  • Aus der eigenen Partei erntet er dafür nun Kritik, wie ihr auch im Video oben sehen könnt
  • CDU-Politiker Wolfgang Bosbach macht dabei deutlich, was er von de Maizières Idee hält

Muslimische Feiertage in Deutschland? Für Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wäre dies durchaus vorstellbar. Doch der Vorstoß bringt ihm Ablehnung in den eigenen Reihen.

"Wir haben eine christlich-jüdische religiöse Prägung, keine islamische. Daher verstehe ich auch nicht, warum wir jetzt diese Debatte führen“, sagte CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach der "Passauer Neuen Presse“. "Ich würde etwas anderes thematisieren: Wann haben endlich Christen in allen islamischen Ländern die gleiche Religionsfreiheit wie die Muslime bei uns?“, fragte er.

In Deutschland könne wirklich jeder nach seiner Façon selig werden. "Das gilt auch für das Feiern religiöser Feste“, so Bosbach. Ob der Staat zukünftig auch nicht-christliche Feiertage unter den Schutz einer gesetzlichen Regelung stellen solle, sei eine andere Frage. "Dafür sehe ich keinen wirklich überzeugenden Grund.“

CSU-Politiker Weber: Die Debatte führt in eine falsche Richtung"

Auch Mitglieder der CSU sind mit den Überlegungen des Innenministers nicht einverstanden.

"Die Debatte führt in eine falsche Richtung. Feiertage stehen vor allem für die religiöse Prägung eines Landes und nicht für einzelne Bevölkerungsgruppen“, sagte CSU-Vizechef Manfred Weber zur möglichen Einführung von muslimischen Feiertagen.

Deutschland habe unbestritten eine christliche Prägung. "Deshalb sind christliche Feiertage in Deutschland staatlich geschützt“, sagte Weber der "Passauer Neuen Presse". "Die Integration muslimischer Mitbürger wird nicht durch die Einführung von Feiertagen besser gelingen."

Der Zentralrat der Muslime sieht das anders: Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Gremiums, sagte der "PNP", ein muslimischer Feiertag könnte integrationsfördernd wirken. "Muslime sind Teil der Gesellschaft und es gibt Verständnis untereinander für ein gutes und friedliches Zusammenleben", sagte Mazyek.

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(lm)

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