Hertha-BSC-Fußballer setzen vor dem Spiel ein Zeichen – und im Internet drehen Rechte durch

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Hertha-BSC-Fußballer wollen vor dem Spiel ein Zeichen setzen – im Internet drehen Rechte durch | dpa
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  • Die Fußballer des Hertha BSC haben auf den Knien für Weltoffenheit und Toleranz demonstriert
  • Im Internet pöbelten Rechte: Die Aktion sei "systemtreu" und "peinlich"

Es ist eine Geste, die in den USA die politischen Lager spaltet. Immer wieder gehen US-Sportler in die Knie, während im Stadion die Hymne ertönt.

Jetzt ist diese Form des Protests auch in Deutschland angekommen. Die Fußballer des Hauptstadtklubs Hertha BSC sind im Heimspiel gegen den FC Schalke 04 in die Knie gegangen. Auch Trainer Pal Dardai und Manager Michael Preetz nahmen vor der Ersatzbank an der Aktion teil.

Kniefall aus Protest gegen rassistische Gewalt

Geprägt hat den Kniefall Colin Kapernick, ehemaliger Football-Quarterback der San Francisco 49ers. Kapernick will mit dem Kniefall gegen rassistische Gewalt, vor allem von Polizisten, demonstrieren. Mittlerweile ist aus dem Hymnen-Boykott in den USA eine wahre Protestwelle geworden – auch wegen US-Präsident Donald Trump.

Trump wütete mehrfach gegen die Geste und provozierte so sehr, dass noch mehr Sportler vor dem Spiel in die Knie gingen, um gegen Rassismus zu demonstrieren.

Auch die Berliner erklärten via Twitter: "Hertha BSC steht für Vielfalt, Toleranz und Verantwortung! Für ein Berlin, dass auch in Zukunft weltoffen ist!"

Wütende Reaktionen: "Systemtreue Gutmenschen"

Viele Internetnutzer sympathisierten mit der Aktion. Doch gerade aus der rechten Szene gab es wütende Kommentare.

"Wie peinlich ist das denn", schrieb ein Nutzer bei Twitter. "Systemtreue Gutmenschen" seien die Fußballer. "Wie kann man nur Sport für Politisches missbrauchen", kommentierte ein anderer Nutzer, der den Spielern "scheinheiliges Getue" vorwarf.

"Wir sind hier in Deutschland", schrieb ein weiterer.

Ein Account namens "TheAngryGerman" wütete: "Gott, wie armselig. Habt ihr euch auch hingekniet, als Amri 12 Menschen ermordet hat? Widerliche PR Aktion, ich könnte kotzen."

"The Real Conservative" bezichtigte den Hertha BSC gar, für die "peinlichste Aktion der Saison" gesorgt zu haben.

Damit zeigen sie allerdings nur, wie wichtig diese Geste auch in Deutschland ist.

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(lm)

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