Nach einer Panne: Ein Flugzeug lässt 40 Tonnen Kerosin über der Pfalz ab

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FLUGZEUG
Nach einer Panne: Ein Flugzeug lässt 40 Tonnen Kerosin über der Pfalz ab. | Getty Images
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  • Ein Flugzeug hat vergangenen Dienstag 40 Tonnen Kerosin über der Pfalz abgelassen
  • Das sogenannte Fuel Dumping ist in Notfällen erlaubt
  • Die Folgen des Fuel Dumpings sind umstritten

Ein Flugzeug hat vergangene Woche etwa 40 Tonnen Kerosin über Rheinland-Pfalz abgelassen. Das bestätigte die Deutsche Flugsicherung am Freitag, wie "Focus Online" berichtet.

Der Airbus von Lufthansa sollte vergangenen Dienstag von Frankfurt nach Houston im US-Bundesstaat Texas fliegen. Doch der Airbus A380 musste nach dem Start wieder zum Flughafen zurückkehren, weil es offenbar Probleme am Fahrwerk gab.

Das Flugpersonal ließ daraufhin das Kerosin ab, um sicher landen zu können.

Fuel Dumping ist in Notfällen erlaubt

Durch diese Maßnahme verliert das Flugzeug an Gewicht - denn wenn es zu schwer für die Landung ist, könnte das Fahrwerk zu stark belastet werden und die Passagiere in Gefahr bringen. Aus diesem Grund ist das sogenannten Fuel Dumping in solchen Notfällen erlaubt.

Schon im Mai hat ein Passagierflugzeug 54 Tonnen Kerosin über der Westpfalz abgelassen, weil es wegen technischer Probleme wieder zum Startflughafen zurückkehren und für die Landung Gewicht verlieren musste.

Das Sprit abgelassen werde, komme in Deutschland pro Jahr nur 20 bis 30 Mal vor - bei insgesamt drei Millionen Flugbewegungen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung "Focus Online". Das geschehe nur in Fällen, in denen ansonsten eine große Gefahr für das Leben der Reisenden bestünde.

"Es geht hier um Menschenleben. Deshalb müssen wir den Piloten die Möglichkeit geben, über möglichst unbesiedelten Gebieten ihre Runden zu drehen, um entsprechend Treibstoff abzulassen", sagte die Sprecherin.

Der Pilot darf nicht selbst entscheiden

Der Pilot könne dies auch nicht selbst entscheiden, sondern müsse auf Geheiß der Lotsen über möglichst unbewohnte Gebiete fliegen und dort den Sprit ablassen. Ob der Treibstoff überhaupt am Boden ankomme, sei unter Experten umstritten.

Mit den Risiken von abgelassenem Kerosin für Gesundheit und Umwelt wird sich nach Landtagsangaben der Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr am 18. Oktober befassen.

Mit Material der dpa

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(jg)

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