Medienbericht: BAMF-Mitarbeiter sollen als Spitzel für die Türkei gearbeitet haben

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Medienbericht: BAMF-Mitarbeiter sollen als Spitzel für die Türkei gearbeitet haben | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Haben sich türkische Spitzel im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) eingeschlichen?
  • Diesen Verdacht legt eine Recherche der "Spiegels" und des ARD-Magazins "Report Mainz" nahe
  • Türkische Asylbewerber sollen kurz nach Aufenthalten im BAMF von türkischen Medien als Terroristen diffamiert worden seien

Das Netz von Spitzeln der türkischen Regierung in Deutschland scheint ausgeprägter zu sein, als bisher angenommen.

War zuvor von Agenten des Geheimdienstes MIT und spionierenden Imamen des Ditib-Netzwerks berichtet worden, kommen nun mutmaßlich auch Dolmetscher in deutschen Behörden hinzu. Denn türkische Asylbewerber verdächtigen nach einem Medienbericht Mitarbeiter deutscher Ausländerbehörden, sie an regierungsnahe Medien in ihrer Heimat verraten zu haben.

In einer gemeinsamen Recherche berichten "Der Spiegel" und das ARD-Magazin "Report Mainz" von Fällen, in denen Türken kurz nach Gesprächen im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) oder in einer Ausländerbehörde in türkischen Zeitungen oder Fernsehsendern unter Nennung ihres deutschen Aufenthaltsorts als Terroristen diffamiert worden seien.

Die Polizei ermittelt in zwei Fällen

In mindestens zwei Fällen ermittele die Polizei, berichtete das Nachrichtenmagazin, das zum Schutz der Betroffenen keine näheren Ortsangaben machte.

Das BAMF teilte den Medien mit, sich in diesem Jahr in 15 Fällen von freiberuflichen Dolmetschern getrennt zu haben, "vor allem aufgrund von Verletzungen der Neutralitätspflicht". Es sei allerdings kein Fall bekannt, in dem Mitarbeiter Informationen über Asylbewerber an türkische Behörden weitergegeben hätten.

In Reaktion auf die Enthüllungen schlug Grünen-Chef Cem Özdemir schlug vor, die Sicherheitsüberprüfung für Dolmetscher zu verschärfen.

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