POLITIK
13/10/2017 10:45 CEST | Aktualisiert 13/10/2017 13:27 CEST

10.000 kurdische Peschmerga machen sich kampfbereit: Irakische Armee plant Angriff auf Kirkuk

Getty
10.000 kurdische Peschmerga machen sich kampfbereit: Irakische Armee plant Angriff auf Kirkuk

  • Im Nordirak bahnt sich ein militärischer Konflikt an

  • Irakische Soldaten sollen einen Angriff auf das kurdische Kirkuk vorbereiten, Peschmergakämpfer beziehen Stellung

  • Die Situation bringt auch Deutschland und die USA in Bedrängnis

Wie der kurdische Sender Rudaw berichtet, plant die irakische Armee einen Angriff auf die von Kurden kontrollierte Stadt Kirkuk im Nordirak. Dort haben sich 10.000 kurdische Peschmerga-Kämpfer zusammengezogen, um die Stadt zu verteidigen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Die Führung der kurdischen Armee habe dem Sender von der bevorstehenden Operation berichtet. Ein irakischer General bestätigte der Nachrichtenagentur AFP den Einsatz, es gehe um die Rückeroberung von Militärstützpunkten von den Peschmerga-Kräften. Der offizielle Generalstab bestreitet bisher einen Angriff.

Es drohe ein "zerstörerischer Konflikt", warnte der stellvertretende Premierminister der kurdischen Autonomieregion, Quabd Talabani bei Twitter.

Noch gestern hatte der irakische Premierminister Haidar al-Abadi einen Militäreinsatz in den Kurdengebieten ausgeschlossen. Mitglieder der kurdischen Autonomieregierung veröffentlichten heute allerdings Bilder, die zeigen sollen, wie Kämpfer der Volksmobilmachungskräfte und der irakischen Polizei sich in gepanzerten Fahrzeugen in Richtung Kirkuk bewegen.

Kirkuk ist die Öl-Hauptstadt des Iraks

Um Kirkuk droht ein explosiver Konflikt, nachdem die Kurden im Nordirak in einem Referendum Ende September dafür gestimmt hatten, einen eigenen Nationalstaat anzustreben. Auch die Kurden in Kirkuk stimmten beim Volksentscheid ab.

Die Regierung in Bagdad, die die Unabhängigkeit Kurdistans ohnehin ablehnt, erhebt jedoch ebenfalls Anspruch auf die Stadt.

Kirkuk, die wichtigste Öl-Metropole des Landes, war 2014 vom IS erobert worden. Kurdische Peschmerga-Kämpfer befreiten die Stadt 2015 von der Terrormiliz – und nahmen Kirkuk unter ihre Kontrolle. Die Bevölkerung ist teilweise kurdisch, teilweise arabisch.

Auch für die internationale Gemeinschaft ist der drohende Konflikt hochproblematisch. Die kurdische Zone im Norden den Iraks galt in den vergangenen Jahren als vergleichsweise stabiler Anker in der Region. Die Peschmerga-Kämpfer im Irak haben sich – wie auch die kurdischen YPG-Kämpfer in Syrien – als verlässlichster Partner im Kampf gegen den IS erwiesen.

Sowohl die USA als auch Deutschland beliefern die Peschmerga mit Waffen. Auch die irakischen Sicherheitskräfte werden von beiden Nationen unterstützt. Sollte es in Kirkuk zum Krieg kommen, wäre es auch ein Krieg der deutschen und amerikanischen Waffen.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(jg)

Sponsored by Trentino