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13/10/2017 09:07 CEST

Tom Hanks äußert deutliche Worte über Harvey Weinstein

Tom Hanks bei einer Veranstaltung

Er hat den Ruf einer der nettesten Menschen in Hollywood zu sein: Oscar-Gewinner Tom Hanks (61, "Sully"). Im Zuge der Enthüllungen über Harvey Weinstein (65) hat er nun ein vernichtendes Urteil gefällt - über den Filmproduzenten und generell Menschen in Machtpositionen. Damit reiht sich Hanks in eine lange Liste von Promis ein, die sich zum Sex-Skandal um Weinstein zu Wort gemeldet haben. Die Statements von Ryan Gosling und Kate Beckinsale sorgen ebenso für Aufsehen wie die neuesten Entwicklungen im Fall Weinstein.

"Harvey ist ein bisschen ein Arsch"

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Tom Hanks erklärte im Interview mit der "New York Times", dass er nie mit Harvey Weinstein zusammen gearbeitet habe. "Aber, es passt alles irgendwie zusammen, oder?" Vor allem störe den Schauspieler, dass der Film-Mogul nach Bekanntwerden der Anschuldigungen als Erklärung angegeben habe, dass er in den 60ger und 70ger Jahren aufgewachsen sei, da wären die Dinge eben anders gewesen. "Bin ich doch auch", so Hanks. Es gehe wohl eher darum, was man sich von einer Machtposition erhoffe. Er kenne jede Menge Leute, die es lieben, Untergebenen das Leben ein wenig zur Hölle zu machen, nur weil sie es können.

"Jemand Großartiges sagte mal, entweder Winston Churchill, Immanuel Kant oder Oprah: 'Wenn du reich und mächtig wirst, wirst du mehr von dem, was du bereits bist'", sinnierte Hanks weiter. Zu Weinstein hat er dennoch eine klare Meinung: "Ich bin nicht die erste Person, die sagt, dass Harvey ein bisschen ein Arsch ist". Ihn erstaune, dass es so lange gedauert habe, bis all das an Licht gekommen sei. Hanks erinnert sich: "Ich lese es und denke mir, 'Das kannst du nicht mit Ashley Judd machen! Hey, ich mag sie. Mach das nicht. Das ist nicht fair. Nicht sie, komm schon. Komm schon!'"

Gosling von sich selbst enttäuscht

Neben Tom Hanks hat sich jüngst Ryan Gosling (36, "La La Land") zu Wort gemeldet. Er sicherte via Twitter den Frauen, die den Mut hatten, über Harvey Weinstein auszupacken, seine Unterstützung zu. Gosling hat mit Weinstein in der Vergangenheit zusammengearbeitet und erklärte, dass er von sich selbst "zutiefst enttäuscht" sei, dass er "so ahnungslos" war. Weiter schrieb er: "Er ist das Sinnbild für ein Systemproblem". Außerdem sollten Männer Seite an Seite mit Frauen stehen und mit ihnen zusammenarbeiten, bis es eine echte Veränderung gebe.

Auch Kate Beckinsale betroffen

Auch die Anzahl der Frauen, die von Harvey Weinstein belästigt wurden, wächst täglich. Schauspielerin Kate Beckinsale (44, "Underworld") hat in einem langen Statement auf Instagram ihre Erfahrungen mit dem Filmproduzenten geschildert. Als sie gerade mal 17 Jahre alt war, habe sie Weinstein nur in einen Bademantel bekleidet auf seinem Hotelzimmer empfangen und ihr Alkohol angeboten. "Unbehaglich aber unversehrt", sei sie damals der Situation entkommen. Jahre später soll Weinstein sie auf den Vorfall angesprochen haben - ohne zu wissen, ob er sich an ihr vergangen habe.

Sie habe über die Jahre mehrmals auf beruflicher Ebene "nein" zu ihm gesagt, was auch mal darin gegipfelt habe, dass er sie wüst beschimpfte und sich einen Spaß daraus machte, Leuten zu erzählen, dass ihr Leben darin bestehe, nein zu ihm zu sagen. Diese Einstellung habe ihrer Karriere geschadet und Beckinsale klagt an, dass sie von niemandem außer ihrer Familie dafür Rückhalt erfahren habe. "Es muss aufhören, dass wir unseren jungen Frauen erlauben, sexuelles Kanonenfutter zu sein, und lasst uns nicht vergessen, dass Harvey ein Emblem eines Systems ist, das krank ist, und dass wir Arbeit zu tun haben", so die 44-Jährige.

I was called to meet Harvey Weinstein at the Savoy Hotel when I was 17. I assumed it would be in a conference room which was very common.When I arrived ,reception told me to go to his room . He opened the door in his bathrobe . I was incredibly naive and young and it did not cross my mind that this older ,unattractive man would expect me to have any sexual interest in him .After declining alcohol and announcing that I had school in the morning I left ,uneasy but unscathed.A few years later he asked me if he had tried anything with me in that first meeting .I realized he couldn't remember if he had assaulted me or not .I had what I thought were boundaries - I said no to him professionally many times over the years-some of which ended up with him screaming at me calling me a cunt and making threats, some of which made him laughingly tell people oh "Kate lives to say no to me ." It speaks to the status quo in this business that I was aware that standing up for myself and saying no to things,while it did allow me to feel uncompromised in myself,undoubtedly harmed my career and was never something I felt supported by anyone other than my family.I would like to applaud the women who have come forward , and to pledge that we can from this create a new paradigm where producers,managers,executives and assistants and everyone who has in the past shrugged and said " well, that's just Harvey /Mr X/insert name here " will realize that we in numbers can affect real change.For every moment like this there have been thousands where a vulnerable person has confided outrageous unprofessional behavior and found they have no recourse, due to an atmosphere of fear that it seems almost everyone has been living in .I had a male friend who, based on my experience,warned a young actress who said she was going to dinner with Harvey to be careful. He received a phone call the next day saying he would never work in another Miramax film ;the girl was already sleeping with Harvey and had told him that my friend had warned her off.Let's stop allowing our young women to be sexual cannon fodder,and let's remember that Harvey is an emblem of a system that is sick,and that we have work to do.

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Polizei schaltet sich ein

Harvey Weinstein scheinen unterdessen immer mehr die Felle davon zu schwimmen. Wie unter anderem die "BBC" berichtet, haben sowohl die Polizei von New York als auch die Polizei in London Ermittlungen aufgenommen. Während in New York ein Fall aus dem Jahr 2004 geprüft werde, gehe es in London um Anschuldigungen aus den 1980er Jahren. Der Filmproduzent soll sich US-Medienberichten zufolge derzeit in einem Luxus-Resort in Arizona befinden. Er hatte erklärt, dass er sich Hilfe suchen werde.