Roth wird zur AfD im Bundestag gefragt - ihre Antwort verrät, wie es dort bald zugehen wird

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CLAUDIA ROTH
Keine Angst vor der AfD: Grünen-Politikerin Claudia Roth | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Grünen-Politikerin Roth möchte erneut Vize-Präsidentin des Bundestags werden
  • Als solche müsste sie auch die AfD im Parlament zur Ordnung rufen
  • Eine Aufgabe, vor der Roth keine Angst zeigt - ganz im Gegenteil

Claudia Roth soll wieder Vize-Präsidentin des Bundestages werden. Ihre Partei hat sie bereits für den Posten nominiert. Roth sagte dazu: Sie wolle in dem Amt der "starken, lebendigen Demokratie" Gesicht und Wort geben.

Das muss sie auch, schließlich sitzen in der neuen Legislaturperiode auch dutzende Abgeordnete der AfD im Parlement. Dass die Rechtspopulisten es mit einem gepflegten, respektvollen Umgangston nicht weit her halten, haben sie hinlänglich bewiesen.

Die "Bild"-Zeitung fragte Roth deshalb, ob sie Angst vor der Aufgabe als Vize-Präsidentin habe - und deren Antwort hatte es in sich.

Roth: "Rassismus und Antisemitismus haben im Bundestag keinen Raum"

Sie habe natürlich keine Angst, betonte Roth im Gespräch mit der "Bild". "Aber mir ist bewusst: Mit Rechtspopulisten, Pegida-Anhängern und zum Teil offenen Rassisten im Parlament ist es eine große Herausforderung, den demokratischen Konsens unserer Gesellschaft zu erhalten."

Das Gleiche gilt für Roth im Parlament. "Rassismus und Antisemitismus haben im Bundestag keinen Raum", sagte die Grünen-Politikerin. "Das Parlament ist kein Jagdrevier, in dem Menschen entsorgt werden, sondern achtsame und respektvolle Herzkammer unserer Demokratie.“

Das lässt erahnen, was uns in den kommenden vier Jahren mit der AfD im Parlament erwartet.

Roths Aussage ist ein eindeutiger Seitenhieb auf AfD-Politiker Alexander Gauland, der nach dem Bekanntwerden des Wahlergebnisses ausgerufen hatte, er wolle die etablierten Parteien und Kanzlerin Merkel "jagen".

Speziell behandelt werden solle die AfD im Bundestag allerdings nicht, sagte Roth: "Ich bin gegen Sonderregelungen, gegen Tricks. Im Deutschen Bundestag gilt die Geschäftsordnung – und zwar für alle.“

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