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13/10/2017 10:40 CEST | Aktualisiert 14/10/2017 10:14 CEST

"Babylon Berlin" startet: Was davon historisch wahr ist

dpa
Das lange Warten hat ein Ende und endlich startet am 13.Oktober auf Sky 1 die zwölfteilige Serie von Tom Tykwer, basierend auf den Kriminalromanen von Volker Kutscher rund um Kriminalkommissar Gereon Rath. Eine Serie rund um Drogen, Politik, Mord, Kunst, Emanzipation und Extremismus.

  • "Babylon Berlin" Staffel 1 startet am 13. Oktober

  • Aus dem Großstadtkrimi entsteht ein zwölfteiliges Kriminaldrama

  • Vor Ausstrahlung schon als beste deutsche Serie gehandhabt

Das lange Warten hat ein Ende und endlich startet am 13. Oktober auf Sky 1 die zwölfteilige Serie von Tom Tykwer, basierend auf den Kriminalromanen von Volker Kutscher rund um Kriminalkommissar Gereon Rath.

Eine Serie rund um Drogen, Politik, Mord, Kunst, Emanzipation und Extremismus.

Eine Serie als Romanverfilmung

Nach der Netflix-Serie "Sense8" ist nun "Babylon Berlin" die zweite Fernsehproduktion für Tom Tykwer, welche sich erstmals im Oktober 2013 in Planung befand. In Mitarbeit von Hendrik Handloegten und Achim von Borries basieren die Drehbücher auf der Kriminalreihe um den Kölner Kommissar Gereon Rath von Volker Kutscher.

Dabei behandelt die erste Staffel den ersten Band "Der nasse Fisch", der im Berlin des Jahres 1929 spielt.

Kriminalkommissar Gereon Rath wird von Köln nach Berlin versetzt, wo er in dem sogenannten Polizeipräsidium „Rote Burg” seinen Dienst antreten soll, um den Produzenten illegaler Pornofilme auszuheben. Im Präsidium trifft er auf Stenotypistin Charlotte Ritter - einer der wenigen Berufe, der Frauen bei der Kriminalpolizei offen steht.

Doch sie wäre gerne selbst Ermittlerin. Bald schon wird Rath in einen Fall verwickelt, der ganz andere Dimensionen annimmt.

Interessant ist vor allem der zeitgeschichtliche Hintergrund der Serie, in dem der Nationalsozialismus zwar langsam erstarkt, jedoch nicht den Mittelpunkt darstellt und nur gelegentlich am Rand erwähnt wird. Grund dafür ist der Fokus auf die Figuren, die genau wie in den Büchern nicht wissen, was passieren wird und den Aufstieg des Nationalsozialismus somit nicht erahnen.

Neben den Figuren steht außerdem die Stadt Berlin selbst im Mittelpunkt. Zwar geht es um die Kriminalhandlung, aber insbesondere das damalige Berlin soll im Fokus stehen.

Mit "Babylon Berlin" handelt es sich also um einen Stoff, der die Weimarer Zeit sowohl fesselnd und facettenreich darstellt, wie es die Volker Kutscher Romane mit ihrem starken Inhalt und der wirklich erlebbaren Welt vorgemacht haben.

Eine fiktive Geschichte in einem wahren Kontext

Erstaunlich ist, wie viel Wahrheit in den Romanen von Volker Kutscher steckt - vor allem, wenn es um Orte und Detailkenntnisse geht. So wohnt Kommissar Rath am damaligen Luisenufer, dem heutigen Segitzdamm. Auch der Reichskanzlerplatz oder die Belle-Alliance-Straße taucht auf.

Alles Namen, die heute auf dem Stadtplan nicht mehr zu finden sind. Selbst gestandene Berliner sind über die Detailkenntnisse des rheinischen Autors erstaunt, wenn es um Informationen geht, die nur noch aus originalen Quellen wie alten Zeitungen zu entnehmen sind.

Mit ähnlichen Inhalten und Orten, jedoch zugegeben gezwungenermaßen weniger Authentizität arbeitet die Serie. Zwar wird man in das tatsächliche, alte Berlin zurückversetzt, aber so musste man zum Beispiel eine komplett neue Außenkulisse der Neue Berliner Straße im Studio Babelsberg bauen, um die Fassaden von damals authentisch abzubilden.

Dies gelingt den Machern auch hervorragend, so dass man den Vibe und das brodelnde Lebensgefühl des modernen Berlins der 20er Jahre miterlebt. Auch wenn es sich um eine fiktive Story mit fiktiven Figuren handelt, erlebt man so getreu wie möglich die kurze Blütezeit der Demokratie vor der Machtergreifung durch die Nazis.

Die bislang teuerste deutsche Fernsehproduktion

Die auf 16 Folgen von jeweils 45 Minuten in zwei Staffeln angelegte Serie ist mit einem Budget von knapp 40 Millionen Euro die bislang teuerste deutsche Fernsehproduktion und teuerste nicht-englischsprachige Serie, was auch etwa  2,5 Millionen Euro pro Folge entspricht. Im Vergleich dazu kostet eine "Tatort"-Folge ca. 1,27 Millionen Euro.

"Babylon Berlin" ist die Serie in Deutschland, die zum ersten Mal von der gebührenfinanzierten ARD, dem Pay-TV Sender Sky, X Filme und Beta Film koproduziert wurde. Dabei sind vier Jahre Arbeit ins Land gegangen sind.

Dies ist für eine deutsche Serienproduktion eine äußerst lange Zeit, aber verständlich: 200 Drehtage, 300 Drehorte, 300 Sprechrollen, 5.000 Komparsen, 70 Requisiteure und Ausstatter und immense Kulissenarbeiten im Studio Babelsberg.

Die Erwartungen sind also riesig und es wird bereits versprochen, dass "Babylon Berlin" die beste deutsche Serie werden soll, die der TV-Zuschauer so von deutschen Produktionen nicht gewöhnt ist.

Den Beweis für den großen Erfolg zeigt das Ausland: Denn die Distributionsfirma Beta Film konnte die Serie bereits unter anderem nach Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Schweden, Norwegen und Dänemark verkaufen. Sogar in den USA wird die Serie bei Netflix laufen.

Die ARD hat sich mit diesem Mammut-Projekt letztendlich eine großen Schritt auf das Streaming-Gebiet gewagt, wenn man bedenkt, dass Streamingdienste die Zukunft des Fernsehens darstellen. Spannend wird es, wie viele Zuschauer einschalten, wenn "Babylon Berlin" 2018 im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen ist.

Bis dahin bleibt also nur zu hoffen, dass "Babylon Berlin” nicht das letzte deutsche Projekt dieser Art bleibt.

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