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12/10/2017 20:44 CEST | Aktualisiert 12/10/2017 20:48 CEST

Zuerst hat Trump die Sturm-Opfer auf Puerto Rico beleidigt - jetzt will er ihnen Hilfsleistungen streichen

GETTY / Twitter
Zuerst hat Trump die Sturm-Opfer auf Puerto Rico beleidigt (Archivbild)

  • US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag auf Twitter gedroht, Hilfskräfte von Puerto Rico abzuziehen

  • Noch immer befindet sich die Karibikinsel nach einem Wirbelsturm in einer katastrophalen Lage

Noch immer fehlt es den Menschen auf der Karibikinsel Puerto Rico an Wasser und Strom. Tausende Menschen harren nach dem verheerenden Hurrikan "Maria" in Notunterkünften aus.

US-Präsident Donald Trump hatte zunächst wenig Mitleid mit den Opfern des Wirbelsturms gezeigt. Er beschimpfte die Bürgermeisterin der puerto-ricanischen Hauptstadt San Juan, Carmen Yulín Cruz - und warf den Inselbewohnern vor: "Sie wollen, dass man alles für sie macht."

Nun fuhr der US-Präsident am Donnerstag die nächste Attacke: Er drohte mit dem Abzug der Hilfskräfte: "Wir können (den Katastrophenschutz) Fema, das Militär und die Rettungskräfte, die unter schwierigen Umständen großartige Arbeit geleistet haben, nicht für immer in Puerto Rico lassen", schrieb er auf Twitter.

"Finanzkrise ist größtenteils selbstverschuldet"

In einer weiteren Nachricht machte er die Bewohner des US-Außengebiets selbst für ihre missliche Lage verantwortlich. "Puerto Rico hat Wirbelstürme überlebt, jetzt zieht eine Finanzkrise herauf, die größtenteils selbstverschuldet ist", zitierte er die TV-Journalistin Sharyl Attkisson.

"Stromversorgung und Infrastruktur waren bereits vor den Stürmen ein Desaster. Der Kongress muss entscheiden, wie viel er bezahlen will", polterte Trump.

Hurrikan "Maria" hatte Puerto Rico vor drei Wochen frontal getroffen und weite Teile der Karibikinsel zerstört. Die Schäden werden auf etwa 95 Milliarden Dollar (80 Mrd Euro) geschätzt - das entspricht 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Kritik an Trumps Krisenmanagement

Trump war für sein Krisenmanagement immer wieder kritisiert worden. Bei einem Besuch in Puerto Rico spielte er die Zahl der Toten herunter. Die Hilfe für das US-Außengebiet lief nur langsam an und erreicht noch immer nicht alle Betroffenen.

Tatsächlich steckte die Insel bereits vor dem Sturm in wirtschaftlichen Problemen. Die Schuldenlast liegt bei über 70 Milliarden US-Dollar, hinzu kommen ungedeckte Pensionsansprüche.

Washington hat die Insel bereits unter Finanzaufsicht gestellt. In einer Art Konkursverfahren sollen die Verbindlichkeiten nun restrukturiert werden.

"Ein verdammter Idiot"

Trump harsche Worte auf Twitter sorgten natürlich für Wirbel. Die demokratische Politikerin Nancy Pelosi nannte Trumps Tweet "herzzerbrechend". Die Äußerungen würden eine große "Wissenslücke" des Präsidenten über die Rolle der Helfer bei Katastrophen offenbaren.

Der "Washington Post"-Journalist Daniel Drezner wurde noch direkter. Er erinnerte daran, dass die FEMA-Helfer nach wie vor auch in den Katastrophengebieten in Texas und Florida tätig seien. Die Bundesstaaten wurden von Wirbelstürmen verwüstet.

In einem Tweet nannte Drezner den Präsidenten gar einen "verdammten Idioten".

Die Behörden auf Puerto Rico hatten die US-Regierung um mehr Hilfe gebeten. Die Bürgermeisterin Cruz kritisierte die neuerlichen Tweets von Trump und nannte ihn den "Hater-in-Chief", in Anspielung auf die Rolle des "Commander-in-Chief" (Oberbefehlshaber, Anm.) des US-Präsidenten.

Mit Material der dpa.

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