SBK-Studie: Jede zehnte Frau leidet wegen der Pille an Depressionen

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Die Antibaby-Pille ist sicher, wenn es um die Verhütung geht. Nebenwirkungen sind deshalb aber nicht ausgeschlossen. | domoyega via Getty Images
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  • Die Pille kann zu Depressionen führen - die neue Studie erinnert, wie viele Frauen betroffen sind
  • Mehr als jede Zweite ist offen, für eine nicht-hormonelle Verhütung

Die Antibaby-Pille ist sicher, wenn es um die Verhütung geht. Nebenwirkungen sind deshalb aber nicht ausgeschlossen.

Der Gynäkologe sagt es und auch der Beipackzettel warnt vor ungewollten Folgen bei hormoneller Verhütung. Besonders die Pille kann Übelkeit mit Erbrechen, Stimmungsschwankungen oder Zwischenblutungen hervorrufen. Bei Raucherinnen steigt das Thromboserisiko.

Eine repräsentative Online-Umfrage der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK, einer der 20 größten Krankenkassen Deutschlands, erinnert aber auch noch an eine weitere Nebenwirkung der hormonellen Verhütung: Depressionen.

Jede Zehnte der 1054 befragten Frauen leidet demnach wegen Pille, Hormonspirale und Co unter Depressionen.

Die Pille zu wechseln, kann helfen

Bei den 18-bis 24-Jährigen ist es sogar fast jede Dritte (30 Prozent), die angibt, diese Nebenwirkung (gehabt) zu haben. "Das ist ein beunruhigendes Ergebnis", sagt Alexander Klostermann, Gynäkologe beim SBK Gesundheitstelefon. "Stellt eine Depression doch eine ernste psychische Krankheit dar, die die Betroffenen schwer belastet und behandelt werden sollte".

Als Grund für diese bekannte Nebenwirkung der Pille nennt zum Beispiel die österreichische Gynäkologin Doris Maria Gruber, dass Steroidhormone Neurotransmitter beeinflussen. "Man kann dem Auftreten dieser unangenehmen Wechselwirkungen durch Verordnung einer anderen Pille in vielen Fällen Abhilfe schaffen", schreibt sie.

Frauen, die an Depressionen leiden, können sich zudem jederzeit an eine Psychologische Beratung wenden.

Mehr zum Thema: 12 Dinge, die du wissen musst, wenn du einen Menschen mit Depressionen liebst

Trotz Nebenwirkungen: Die Pille ist beliebt

Besonders jüngere Frauen zwischen 18 und 24 Jahren bemerken häufiger Nebenwirkungen (65 Prozent). Diese sind neben Depressionen vor allem Gewichtszunahme (28 Prozent), Kopfschmerzen beziehungsweise Migräne (17 Prozent) und sexuelle Unlust (neun Prozent).

Über alle Altersklassen hinweg gaben dagegen 51 Prozent der Befragten an, keine Nebenwirkungen wahrgenommen zu haben.

Und trotz möglicher Probleme: Die Pille ist ein beliebtes Verhütungsmittel, wie die Studie zeigt. Zwischen 18 und 34 Jahren nutzt mehr als jede Dritte (je nach Altersklasse 38 bis 39 Prozent) die kleine Tablette. Bei den 35-45-Jährigen sind es noch 18 Prozent, neun Prozent bei den Befragten zwischen 45 und 54 Jahren.

Zum Vergleich: Auf die Hormonspirale greifen demnach aktuell nur rund drei Prozent der Frauen zurück.

Nicht-hormonelle Alternativen zu der Pille gibt es

Für 63 Prozent ist eine nicht-hormonelle Verhütungsmethoden eine gute Alternative. Fast jede Zweite nennt das Kondom (48 Prozent) als Möglichkeit, um auf Pille und Co. zu verzichten. Die Kupferspirale ist vor allem für die Altersgruppen 18 bis 24 (26 Prozent) und 25 bis 34 (20 Prozent) eine Option.

Elf Prozent der Befragten finden, dass die Kalendermethode eine Überlegung wert ist. Hierbei werden die unfruchtbaren Tagen anhand der Zykluslänge berechnet.

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Die Entscheidung für ein Verhütungsmittel sollte aber nicht nur anhand der Nebenwirkungen gefällt werden. Lebenssituation und -planung sind ebenfalls zu betrachten, wenn es darum geht, Chancen und Risiken abzuwägen. Der Gynäkologe oder auch Angebote von Krankenkassen können helfen, Fragen zu klären.

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