Cara Delevingne packt über Harvey Weinsteins Taten aus

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Cara Delevingne bei der Pressetour für den Film "Valerian - Die Stadt der Tausend Planeten"

Immer mehr Frauen packen über das perfide Verhalten von Filmproduzent Harvey Weinstein (65) aus. Schauspielerin Cara Delevingne (25, "Suicide Squad") hat in einem emotionalen Post auf Instagram ihre Erlebnisse mit Weinstein offenbart. Detailliert schildert sie darin, wie ihr Weinstein einst bei einem "unangenehmen Telefonat" erklärt habe, dass sie es, wenn sie homosexuell sei oder sich in der Öffentlichkeit mit einer Frau zeige, in Hollywood als Schauspielerin nicht schaffen werde. Doch das war noch lange nicht alles...

"Ich fühlte mich absolut machtlos"

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When I first started to work as an actress, i was working on a film and I received a call from‎ Harvey Weinstein asking if I had slept with any of the women I was seen out with in the media. It was a very odd and uncomfortable call....i answered none of his questions and hurried off the phone but before I hung up, he said to me that If I was gay or decided to be with a woman especially in public that I'd never get the role of a straight woman or make it as an actress in Hollywood. A year or two later, I went to a meeting with him in the lobby of a hotel with a director about an upcoming film. The director left the meeting and Harvey asked me to stay and chat with him. As soon as we were alone he began to brag about all the actresses he had slept with and how he had made their careers and spoke about other inappropriate things of a sexual nature. He then invited me to his room. I quickly declined and asked his assistant if my car was outside. She said it wasn't and wouldn't be for a bit and I should go to his room. At that moment I felt very powerless and scared but didn't want to act that way hoping that I was wrong about the situation. When I arrived I was relieved to find another woman in his room and thought immediately I was safe. He asked us to kiss and she began some sort of advances upon his direction. I swiftly got up and asked him if he knew that I could sing. And I began to sing....i thought it would make the situation better....more professional....like an audition....i was so nervous. After singing I said again that I had to leave. He walked me to the door and stood in front of it and tried to kiss me on the lips. I stopped him and managed to get out of the room. I still got the part for the film and always thought that he gave it to me because of what happened. Since then I felt awful that I did the movie. I felt like I didn't deserve the part. I was so hesitant about speaking out....I didn't want to hurt his family. I felt guilty as if I did something wrong. I was also terrified that this sort of thing had happened to so many women I know but no one had said anything because of fear.

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Ein oder zwei Jahre nach dem Telefonat traf sich Delevingne mit Weinstein und einem Regisseur in einer Hotel-Lobby, um über ein neues Projekt zu sprechen. Nachdem der Regisseur gegangen war, habe Weinstein damit begonnen, damit zu prahlen, mit wie vielen Schauspielerinnen er bereits im Bett gewesen sei. Schließlich habe er sie auf sein Zimmer eingeladen. Delevingne wollte ablehnen, doch ihr Auto sei noch nicht vorgefahren gewesen und Weinsteins Assistent habe sie bekräftigt, mit ihm mitzugehen. "Ich fühlte mich absolut machtlos und hatte Angst", so die gebürtige Britin.

Als sie im Hotelzimmer ankamen, sei dort bereits eine weitere Frau gewesen, was Delevingne erleichtert habe. Sie wiegte sich in Sicherheit. Doch Weinstein habe von ihnen verlangt, sich zu küssen. Delevingne konnte sich dieser Situation entziehen und begann aus Nervosität zu singen. Nach ihrer Darbietung habe sie dem Film-Mogul erneut erklärt, dass sie nun gehen müsse. Er habe sie zur Tür gebracht und versucht, sie auf die Lippen zu küssen. Sie konnte ihn jedoch stoppen und das Zimmer verlassen. Die Rolle, um die es bei dem Meeting ging, habe sie trotzdem bekommen.

"Seitdem fühle ich mich schrecklich, dass ich den Film gemacht habe. Ich hatte das Gefühl, dass ich die Rolle nicht verdient habe", gesteht die heute 25-Jährige und versucht zu erklären, warum sie so lange gezögert habe, um mit der Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen: "Ich wollte seine Familie nicht verletzen. Ich fühlte mich schuldig, als ob ich etwas falsch gemacht hätte. Ich hatte auch Angst, dass vielen Frauen, die ich kenne, so etwas passiert sei, aber niemand aus Angst etwas gesagt hat".

Sie ist nun erleichtert

In einem zweiten Instagram-Post schreibt die Schauspielerin, dass sie erleichtert sei, ihre Geschichte nun veröffentlicht zu haben. "Ich fühle mich tatsächlich besser und bin stolz auf die Frauen, die den Mut haben, darüber zu sprechen", so Delevingne weiter. Außerdem richtet sie klare Worte an alle Frauen und Mädchen, die belästigt oder gar vergewaltigt werden: "Es ist NIEMALS eure Schuld" und ermutigt alle Betroffenen dazu, nicht zu schweigen. "Je mehr wir darüber reden, desto weniger Macht geben wir ihnen. [...] und an all die Menschen, die diese Männer verteidigen, ihr seid ein Teil des Problems".

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