Airline-Unternehmer Lauda bringt auf den Punkt, warum wir Air Berlin noch vermissen werden

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NIKI LAUDA PLANE
Niki Lauda vor einem Flugzeug seiner Fluggesellschaft | JOE KLAMAR via Getty Images
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  • Luftfahrtunternehmer Niki Lauda kritisiert die ├ťbernahme von Air Berlin durch die Lufthansa
  • Aufgrund der Monopolbildung erwartet Lauda steigende Flugpreise
  • Lufthansa sei au├čerdem nicht an Air Berlin selbst, sondern nur an den Flugstrecken interessiert

Im Interview mit dem Deutschlandfunk hat der Luftfahrtunternehmer Niki Lauda Kritik an der ├ťbernahme von Air Berlin durch die Lufthansa ge├Ąu├čert.

Er wirft der Bundesregierung unter anderem vor, eine gezielte Monopolbildung in Kauf zu nehmen, wodurch die Preise f├╝r Flugtickets weiter ansteigen werden. "Es kann doch nicht sein, dass wir Europ├Ąer pl├Âtzlich ein Monopol schaffen", sagte der ehemalige Formel-1-Rennfahrer.

Auch andere Experten wie der Chef der Monopolkommission, Achim Wambach in der "FAZ" warnten vor einem solchen Monopol der Lufthansa. Bereits jetzt gebe es wenig Wettbewerb auf innerdeutschen Strecken. Das k├Ânne sich nicht nur in steigenden Preisen bei Flugtickets ├Ąu├čern.

"Auch die Bahn, die ja auf mittleren Strecken durchaus mit der Lufthansa konkurriert, muss sich dann weniger anstrengen und kann ohne gro├če Sorge (...) ebenfalls die Preise anheben", sagte Wambach.

Auch Lauda klagt: "Wenn Sie sich in Deutschland die Inlandsstrecken anschauen, k├Ânnen Sie jeden Tag sehen, wie die Tickets teurer werden."

Kritik am Vorgehen der Bundesregierung

Der 68-J├Ąhrige kritisiert im Interview die staatliche Unterst├╝tzung der Bundesregierung. Er glaubt, dass sich die Bundesregierung und der Vorstand von Lufthansa die ├ťbernahme von Air Berlin abgesprochen haben.

Die Unterst├╝tzung von 150 Millionen Euro begr├╝ndete die Bundesregierung im August mit dem Erhalt des Flugbetriebs. Niki Lauda hingegen h├Ąlt einen anderen Grund f├╝r entscheidend.

Bundeskanzlerin Angela Merkel habe den Flugbetrieb von Air Berlin nur deshalb aufrecht erhalten wollen, damit Lufthansa die Slots, die bisher Air Berlin besa├č, ├╝bernehmen kann.

Ôľ║ Slots werden an die Fluggesellschaften vergeben und sind bestimmte Zeitfenster, in denen eine Airline starten oder landen darf. Mit dem Kauf von Air Berlin sind nun der gr├Â├čte Teil der Slots in der Hand von Lufthansa.

Die Mitarbeiter haben f├╝r Lufthansa keine gro├če Bedeutung

Lauda kritisierte au├čerdem, die Lufthansa sei nicht in erster Linie am Unternehmen Air Berlin interessiert, sondern nur an den frei werdenden Slots.

Die Lufthansa werde sich einzelne Strecken, die sie noch nicht besetzt haben, herauspicken und den Rest der Strecken einstellen.

Bei dieser Planung w├╝rden die Mitarbeiter des insolventen Unternehmens keine gro├če Rolle spielen, glaubt der ehemalige Rennfahrer. Sie werden nach der ├ťbernahme einen neuen Vertrag unterschreiben m├╝ssen, der m├Âglicherweise schlechtere Arbeitsbedingungen als der bisherige Vertrag bei Air Berlin beinhaltet.

Ôľ║ H├Ątte eine andere Fluggesellschaft Air Berlin gekauft, w├Ąre wom├Âglich ein st├Ąrkerer Wettbewerb in der Flugbranche entstanden. Die Flugtickets w├Ąren so eher billiger geworden.

Niki Lauda war an einem Kauf von Air Berlin interessiert

Niki Lauda gr├╝ndete er nach seiner Formel-1-Karriere seine eigene Fluggesellschaft Niki Luftfahrt GmbH, die 2004 von Air Berlin ├╝bernommen wurde.

Im Sommer diesen Jahres hatte Lauda zusammen mit den Unternehmen Kondor und Thomas Cook selbst Interesse an einer ├ťbernahme von Air Berlin angemeldet. Der Gl├Ąubigerausschuss lie├č ihn jedoch nicht am Verfahren teilnehmen, wie der Deutschlandfunk berichtet.

Ô×Ę Mehr zum Thema: Lufthansa kauft die insolvente Fluglinie Air Berlin

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