Michelle und Barack Obama distanziert sich von Harvey Weinstein

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Harvey Weinstein bekommt nun sogar von Barack Obama Gegenwind

Nach den zahlreichen Missbrauchsanschuldigungen hat sich Harvey Weinstein (65) erst einmal zurückgezogen. Falls er sich erhofft, dass einfach Gras über die Sache wachsen wird, irrt er sich gewaltig, denn mittlerweile sagen sich immer mehr Stars von dem einst mächtigen Produzenten los - und sogar aus der Politik werden kritische Stimmen laut.

Barack Obama

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Druck lastet nicht nur auf Hollywood, sondern auch auf mächtigen Politikern, die Spenden des Film-Moguls erhalten hatten. Auch Barack Obama (56, "Hoffnung wagen") und seine Frau Michelle (53) distanzierten sich jetzt von dem Produzenten. "Michelle und ich sind angewidert von den Berichten über Harvey Weinstein", erklärte der Ex-Präsident in einem Statement. "Jeder Mann, der Frauen auf diese Weise degradiert, muss verurteilt und zur Verantwortung gezogen werden."

Er lobte den Mut der Frauen, die ihre "schmerzhaften Geschichten" erzählen. Weinstein hatte während der US-Präsidentschaftswahl 2008 zunächst die Kampagne von Hillary Clinton (69) und nach deren Ausscheiden in den Vorwahlen die von Obama finanziell unterstützt. Dessen Tochter Malia Obama (19) hat in diesem Jahr indes ein Praktikum für die Weinstein Co. absolviert.

Hillary Clinton

Auch Hillary Clinton veröffentlichte ein Statement: "Ich war schockiert und erschüttert über die Enthüllungen über Harvey Weinstein. Das Verhalten, das von den Frauen beschrieben wurde, kann nicht toleriert werden."

Matt Damon

Matt Damon (47) stand unter besonderem Druck, sich zu äußern: "The Wrap"-Autorin Sharon Waxman hatte ihn und Russell Crowe (53) beschuldigt, im Jahr 2004 eine ähnliche "New York Times"-Geschichte über Weinsteins sexuelle Übergriffe verhindert zu haben. Im Interview mit "Deadline" stellte Damon klar, dass er lediglich gebeten worden sei, über seine geschäftlichen Erfahrungen mit dem Chef der italienischen Tochterfirma von Miramax (Weinsteins früherer Produktionsfirma) zu sprechen, ohne den genauen Hintergrund zu kennen. Das Telefonat habe keine Minute gedauert. "Ich bin mir sicher, dass ich ihr gesagt habe, dass ich über den Rest ihres Artikels nichts weiß, denn so war es", sagte Damon. Der Vater von vier Töchtern fügte hinzu: "Schon bevor ich berühmt war, habe ich solches Verhalten nie ausstehen können."

Jessica Chastain

Schauspielerin Jessica Chastain (40) verteidigte ihren "Der Marsianer"-Co-Star Damon. Auf Twitter nannte sie ihn einen "guten Menschen" und schrieb: "Ich glaube, dass Matt manipuliert wurde." In einem weiteren Tweet erklärte sie außerdem: "Ich wurde von Anfang an gewarnt. Die Geschichten kursierten überall. Das zu leugnen schafft ein Umfeld, in dem das wieder passieren kann."

George Clooney

Generell stellt sich immer wieder die Frage: Wie viel wussten die Stars, die mit Weinstein oft an mehreren Filmen zusammenarbeiteten? George Clooney (56), der Weinsteins Verhalten im Gespräch mit "The Daily Beast" als "unvertretbar" bezeichnete, erklärte, er habe Gerüchte gehört, dass Schauspielerinnen mit dem Produzenten für Rollen geschlafen haben. "Mir schien das wie ein Versuch, die Schauspielerinnen herabzusetzen, indem man behauptet, sie hätten die Jobs nicht aufgrund ihres Talents bekommen, also sah ich diese Gerüchte skeptisch." Er habe jedoch "keine Ahnung" gehabt, dass Frauen missbraucht und mit Geld zum Schweigen gezwungen worden waren.

Rose McGowan

Die "Charmed"-Schauspielerin Rose McGowan (44), die eine der ersten Frauen gewesen war, die Weinstein des Missbrauchs bezichtigt hatte, und sich seitdem lautstark auf Twitter gegen den Produzenten stark macht, wirft Ben Affleck (45) vor, von Weinsteins Verhalten gewusst zu haben. Affleck hatte am Dienstag via Twitter erklärt, "traurig und wütend darüber zu sein, dass ein Mann, mit dem ich zusammengearbeitet habe, seine Position dafür benutzt hat, Frauen über Jahrzehnte einzuschüchtern, zu belästigen und zu manipulieren". "Du lügst", schrieb sie. Affleck habe ihr ins Gesicht gesagt: "Verdammt! Ich habe ihm doch gesagt, er soll das nicht mehr machen."

Meryl Streep

Meryl Streep (68) arbeitete mit Weinstein unter anderem an "Die eiserne Lady", für den sie einen Oscar gewann, zusammen und bezeichnete den Hollywood-Mogul bei den Golden Globes 2012 als "Gott". In der "Huffington Post" zeigte sie sich schockiert über die "beschämenden Nachrichten" und stellte zugleich klar: "Nicht jeder wusste es." Sie habe weder von den Übergriffen auf Kolleginnen in Hotel- oder Badezimmern, noch von finanziellen Abfindungen gewusst, mit denen Weinstein sich deren Schweigen erkauft haben soll. Sie fügte hinzu: "Das Verhalten ist unentschuldbar, aber der Missbrauch von Macht altbekannt."

Kate Winslet

Kate Winslet (42) veröffentlichte via "Variety" ein Statement: "Sein Verhalten ist ohne Frage erbärmlich, abscheulich und sehr, sehr falsch." Auch sie sprach Gerüchte an, die in der Branche kursiert hatten. "Ich hatte gehofft, dass diese Geschichten nur erfundene Gerüchte waren. Vielleicht sind wir alle naiv gewesen. Und es macht mich wütend."

Leonardo DiCaprio

Auch Leonardo DiCaprio (42), der mit Weinstein an mehreren Filmen wie "Gangs of New York" und "Django Unchained" zusammengearbeitet hatte, hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet. Via Twitter erklärte er: "Es gibt keine Entschuldigung für sexuelle Belästigung oder sexuellen Missbrauch - egal, wer du bist oder in welcher Branche.

Jeff Bridges

Die ursprüngliche Reaktion von Jeff Bridges (67), der laut "Variety" Weinstein bei der Premiere von "Only the Brave" viel Glück dabei wünschte, "sich seinen Dämonen zu stellen", hatte für Stirnrunzeln gesorgt. Später fügte er dem im Gespräch mit "AP News" hinzu, dass er natürlich denke, dass Weinsteins "Verhalten schrecklich war".

Jennifer Lawrence

Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence (27) erklärte dem "People"-Magazin: "Ich war zutiefst verstört über die Nachrichten zu Harvey Weinsteins Verhalten. Ich habe mit ihm vor fünf Jahren zusammengearbeitet und persönlich keine Form von Belästigung erfahren, noch wusste ich von den Anschuldigungen. Diese Art von Misshandlung ist unentschuldbar und absolut erschütternd."

Glenn Close

Glenn Close (70) sagte der "New York Times", die erstmals über den Skandal berichtet hatte: "Ich sitze hier, zutiefst erschüttert, und gestehe mir ein, ja, dass ich seit vielen Jahren von den vagen Gerüchten gewusst habe, dass Harvey Weinstein dazu neigt, sich Frauen gegenüber unangebracht zu verhalten. Harvey hat sich mir gegenüber immer anständig verhalten, aber nun, da die Gerüchte sich bewahrheiten, fühle ich mich wütend und traurig."

Colin Firth

Der Brite Colin Firth (57), der für den von Weinstein produzierten "The King's Speech" einen Oscar gewann, erklärte in der Zeitung "The Guardian": "Mit einem Gefühl der Übelkeit lese ich, was passierte, während ich von Harvey Weinsteins Unterstützung profitierte." Sich so einem "mächtigen und einschüchternden Mann" entgegenzustellen müsse schwer für die Frauen gewesen sein.

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