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09/10/2017 12:39 CEST | Aktualisiert 17/10/2017 10:10 CEST

Autonomes Fahren: Studie zeigt, wie innovativ die deutsche Autoindustrie ist

oonal via Getty Images
Manche Menschen stehen der deutschen Autoindustrie zwar skeptisch gegenüber. Aber unterdessen fährt diese bei der Entwicklung autonom fahrender Autos vorneweg.

  • Die deutsche Autoindustrie hat die meisten Patente zum autonom fahrenden Auto abgegeben

  • Aber die Studie warnt: Google könnte die Unternehmen abhängen

Manche Menschen stehen der deutschen Autoindustrie zwar skeptisch gegenüber. Aber unterdessen fährt diese bei der Entwicklung autonom fahrender Autos vorneweg.

Die hiesigen Unternehmen seien besonders innovativ, ergab eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Demnach entfielen 52 Prozent der weltweit angemeldeten Patente zum autonomen Fahren auf deutsche Hersteller.

Unter den Top 10 seien sechs Unternehmen aus Deutschland – davon vier Hersteller und zwei Zulieferer. Dagegen spielten US-Herausforderer wie Tesla und Apple bei den Patenten bislang keine Rolle, sehr wohl aber Google.

Die deutschen Autohersteller wurden oft dafür kritisiert, angeblich neue Trends verschlafen zu haben. Dabei ging es beispielsweise um alternative Antriebe.

Google arbeitet auch an Systemen fürs autonome Autofahren

Neben Autobauern und großen Zulieferern wie Bosch und Continental arbeiten Tech-Unternehmen wie Google ebenfalls an Systemen fürs autonome Fahren, kommen aber laut der Studie gerade einmal auf fast sieben Prozent der Patente.

Zur Studie: Erfasst wurden über 5800 von insgesamt gut 9000 Patenten zum autonomen Fahren seit 2010. Mehr als die Hälfte davon fiel auf Hersteller und fast ein Drittel auf etablierte Zulieferer.

Bei diesen Patenten geht es auch etwa um Kamera- oder Radarsysteme.

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Die Details zum Ranking

Mit 338 Patenten seit 2010 landete Google auf dem zehnten Platz, Spitzenreiter war der Studie zufolge Bosch mit 958 Patenten vor Audi (516) und Continental (439).

Auch BMW, Volkswagen und Daimler zählen zu den Top 10 der Patentanmeldungen zum autonomen Fahren, außerdem Ford, GM und Toyota.

Unter den Autoherstellern entfielen fast 47 Prozent der weltweiten Patente auf deutsche Unternehmen. Bei den Zulieferern liege der deutsche Anteil sogar bei gut 76 Prozent.

Ausruhen auf ihrer guten Ausgangslage dürfe sich die deutsche Autoindustrie allerdings nicht, warnte Studienautor Hubertus Bardt. Die Zahl der Patente habe seit Ende 2015 um 60 Prozent zugenommen, der Vorsprung deutscher Hersteller werde angegriffen.

Software-Riese könnte sich einen unaufholbaren Vorsprung erarbeiten

Die Sorge sei, dass einer der Software-Riesen sich einen Vorsprung erarbeite, der nicht mehr aufzuholen sei, sagte Bardt.

Der Experte argumentierte, der Wettbewerb um autonomes oder teilautonomes Fahren beginne nicht erst mit selbstfahrenden Roboterautos, sondern mit heute teils schon angebotenen Assistenzsystemen.

Die gute Ausgangslage der deutschen Hersteller im Wettbewerb um autonome Autos erklärte er etwa mit dem hohen Premiumanteil. Kunden von Oberklasse- und Premiumautos dürften demnach auch für Assistenzsysteme sowie autonomes Fahren "eine entsprechende Zahlungsbereitschaft aufbringen".

Gleichzeitig sind die Autokäufer in Deutschland eher skeptisch bezüglich selbstfahrender Autos. Laut einer jüngst vorgelegten Umfrage der Tankstellenkette Aral konnte sich nur jeder fünfte Befragte vorstellen, künftig sein Auto eigenständig fahren zu lassen.

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