POLITIK
08/10/2017 10:03 CEST | Aktualisiert 08/10/2017 12:14 CEST

SPD-Chef Schulz schließt Neu­auf­la­ge der Gro­ßen Ko­ali­ti­on auch bei Schei­tern von Ja­mai­ka aus

Axel Schmidt / Reuters
SPD-Chef Schulz schließt Neu­auf­la­ge der Gro­ßen Ko­ali­ti­on auch bei Schei­tern von Ja­mai­ka aus

  • Martin Schulz bleibt nach der Wahl seinem Oppositionskurs treu

  • Der SPD-Chef hat eine Neuauflage der Großen Koalition nochmals kategorisch ausgeschlossen

  • In einem Interview mit der "Bild am Sonntag" griff er zudem die Union scharf an

Der SPD-Vor­sit­zen­de Mar­tin Schulz hat eine Neu­auf­la­ge der Gro­ßen Ko­ali­ti­on auch für den Fall aus­ge­schlos­sen, dass die Ja­mai­ka-Ver­hand­lun­gen schei­tern. "Un­se­re Rolle ist die Op­po­si­ti­on. Dabei wird es blei­ben", sagte Schulz der "Bild am Sonntag".

Er betonte: "Die GroKo ist ab­ge­wählt wor­den. CDU, CSU und SPD haben zu­sam­men 14 Pro­zent­punk­te ver­lo­ren."

Schulz "fassungslos" über Hassliebe der Union

Vor dem Gip­fel von CDU und CSU am heu­ti­gen Sonn­tag griff Schulz zudem die Union scharf an. Der Streit zwi­schen den Schwes­ter­par­tei­en sei "ein Ding aus dem Toll­haus", sagte er der "Bild".

CDU und CSU träten als Frak­ti­ons­ge­mein­schaft im Bun­des­tag auf, seien aber in Wirk­lich­keit ver­fein­de­te Par­tei­en. "Dass so etwas in Deutsch­land mög­lich ist, macht mich fas­sungs­los", sagte Schulz.

Trotz­dem zeig­te er sich davon über­zeugt, dass eine Ja­mai­ka-Ko­ali­ti­on ge­bil­det werde: "CDU und Grüne haben im ge­sam­ten Wahl­kampf ihren Wunsch nach Schwarz-Grün zu er­ken­nen ge­ge­ben. Die FDP sieht sich zu­min­dest auf Bun­des­ebe­ne als der na­tür­li­che Part­ner der Union."

Schulz, die "Schwampel" und Mut zu Visionen

Als Ja­mai­ka-Ko­ali­ti­on will Schulz ein Bünd­nis aus Union, FDP und Grü­nen je­doch nicht be­zeich­nen. "Was hat die­ses schö­ne Land damit zu tun? Das ist eine schwar­ze Ampel. Also ei­gent­lich eine Schwam­pel", sagte er im Interview. "Ich glau­be, die­ser Be­griff wird die Ar­beit die­ser Ko­ali­ti­on auch in­halt­lich am bes­ten be­schrei­ben."

Gleichzeitig zeigt sich Schulz zuversichtlich, die SPD wieder zu alter Stärke führen zu können. "Ich bin fest davon über­zeugt, dass ich das Ver­trau­en in die SPD zu­rück­ge­win­nen kann", sagte er.

Der SPD-Chef forderte von seiner Partei jedoch auch ein: "Ich glaube, dass die gesamte SPD mehr Mut zu Visionen braucht."

Visionen, die Schulz jedoch nur in der Opposition umsetzen will.

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(ujo)

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