Renommierter Politik-Analyst: "Donald Trump ist auf dem besten Weg, wiedergewählt zu werden"

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  • Die Mehrheit der US-Bürger denkt, dass Trump ungeeignet ist, dass Präsidentenamt auszuführen
  • Doch Doug Sosnik, einer der renommiertesten Politikstrategen des Landes, glaubt: Trump wird wiedergewählt werden
  • Im Video oben seht ihr, warum zudem ein vorzeitiges Ende von Trumps Amtszeit unwahrscheinlich

Was soll man noch schreiben, über einen Mann, der auf jedem Meter derart aneckt, dass die ganze Welt erzittert? Über Donald Trump, der sich mit seinem Rassismus, seiner Kriegstreiberei und seiner Unfähigkeit zu Regieren zum unbeliebtesten US-Präsidenten der Neuzeit gemacht hat?

Doug Sosnik hat diese Frage in einem Artikel für die "Washington Post" für sich beantwortet: Er schreibt, dass Donald Trump seine Wiederwahl im Jahr 2020 gelingen wird. Obwohl 56 Prozent der US-Bürger ihn für ungeeignet halten, sein Amt auszuführen. Und obwohl Trumps Beliebtheitswerte am Freitag wieder einmal auf ein Rekordtief fielen.

Sosnik war jahrelang Top-Berater des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton. Er ist als Politstratege für die Demokratische Partei in den USA tätig.

Laut ihm gibt es gleich vier Gründe, warum Trump sich Hoffnungen auf eine zweite Amtszeit im Weißen Haus machen kann:

Grund 1: Trump braucht keine Mehrheit für den Wahlsieg

Die Mehrheit der US-Amerikaner hat Donald Trump nicht gewählt. Seine Konkurrentin Hillary Clinton hat bei der Wahl drei Millionen Stimmen mehr bekommen als der jetzige US-Präsident.

Trump gewann, weil es bei Wahlen in den USA darum geht, mehr Wahlmänner und -frauen für sich zu gewinnen als der Gegner.

Und das tat Trump. Mit Wahlsiegen in wichtigen Staaten wie Florida, die besonders viele Wahlmandate stellen. Doug Sosnik argumentiert nun: Bei der Wahl im Jahr 2020 könnte Trump auf die gleiche Weise gewinnen. "Trump weiß, dass die absolute Mehrheit zu gewinnen keine Voraussetzung ist, sondern höchstens ein Anspruch", schreibt Sosnik.

Tatsächlich seien aber zwei der letzten drei Präsidenten ohne absolute Mehrheit gewählt worden: George W. Bush - und eben Trump.

Grund 2: Die Politikverdrossenheit in den USA hilft Trump

Das Vertrauen in die Politik ist in den USA schwer beschädigt. Nicht nur die Demokraten haben damit zu kämpfen, sondern auch die Republikaner. Donald Trumps Wahlsieg war Ausdruck dieses Frusts, dieser Wut auf das politische Establishment in Washington.

Sosnik schreibt, dass diese Stimmung im Land die Wahrscheinlichkeit erhöhe, dass 2020 ein dritter, unabhängiger Kandidat sich um den Posten im Weißen Haus bemühen werde. Außerdem könnten noch weitere Kandidaten vom politischen Rand das Duell von Republikanern und Demokraten stören.

"So ein breites Kandidatenfeld könnte dafür sorgen, dass die Anti-Trump-Front aufgespalten wird", schreib Sosnik. "Das würde ihm die Wiederwahl sichern, wenn seine Anhänger gleichzeitig weiter zu ihm halten."

Grund 3: Trumps Beliebtheit wird unterschätzt

Und danach sieht es aus.

Zwar sehen nur 32 Prozent der US-Bürger Donald laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur AP Donald Trumps Präsidentschaft derzeit positiv - doch Sosnik glaubt, dass Erhebungen wie diese Trumps Beliebtheit unterschätzen. So würden die Umfragen alle Wahlberechtigten berücksichtigen. Und nicht nur diejenigen, die tatsächlich als Wähler registriert und gewillt sind, zur Wahl zu gehen.

Hinzu kommt laut Sosnik: "Viele Wähler wollen einfach nicht offen zugeben, dass sie Trump gewählt haben und unterstützen."

Grund 4: Der fanatische Kern von Trumps Anhängerschaft

Dem harten Kern von Donald Trumps Anhängerschaft geht das anders. Sie halten eisern und lautstark zu ihrem Präsidenten. Egal, was dieser macht. Sosnik erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass Trump einmal im Wahlkampf sagte, er könne mitten auf der Fifth Avenue in Manhattan jemanden erschießen, und seine Fans würden weiter zu ihm halten.

Und noch einer weiteren Gruppe an Anhängern könne der US-Präsident sich gewiss sein: "Denen, die ihm weiter die Treue halten, weil sie fest davon überzeugt sind, dass er das System in die Luft jagen und echte Veränderungen bewirken wird."

Sosniks Fazit: In einem gespaltenem Land wird Trump gewinnen

Ob Trump dies gelingen wird, bleibt höchst fraglich. Auf jeden Fall hat der US-Präsident mit einer Rekordfülle an politischen Traditionen in den Vereinigten Staaten gebrochen. Warum sollte er also nicht wiedergewählt werden, obwohl er so unbeliebt ist, wie noch nie ein Präsident zuvor?

Für Sosnik ist klar, dass Trump dies in einem politisch gespaltenem Land gelingen kann. "Wenn die Demokraten Trump schlagen wollen, müssen sie sich hinter einem Kandidaten vereinen", schreibt der Wahlkampf-Stratege.

Soll heißen: Einen innerparteilichen Grabenkampf, wie er 2016 zwischen Hillary Clinton und dem Senator Bernie Sanders stattfand, können sich die Demokraten bei der nächsten Wahl nicht erlauben.

Die Demokraten dürfen Trump auf keinen Fall unterschätzen, warnt Sosnik. Er schreibt: "Es wäre ein Fehler zu glauben, Trump könnte 2020 nicht gewinnen. Genau so, wie es ein Fehler war zu glauben, er würde erst gar nicht Präsident werden."

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