Trump soll über das spanische Erbe in den USA sprechen - und spottet über Millionen von Menschen

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DONALD TRUMP HISPANIC
Donald Trump am Freitag im Weißen Haus mit seiner Ehefrau Melania | Kevin Lamarque / Reuters
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  • US-Präsident Donald Trump sollte am Freitag dem kulturellen Vermächtnis der hispanischen Minderheit der USA gedenken
  • Als Trump über Puerto Rico sprach, äffte er den spanischen Akzent der Inselbewohner nach
  • Mit Blick auf die Streitigkeiten zwischen dem US-Präsidenten und den Inselbewohnern in den vergangenen Wochen fassten Zuschauer den Moment als Affront auf

"E pluribus unum", diese Phrase findet sich auf den Münzen des US-Dollars. Der Spruch (zu Deutsch: "Aus vielen eines") symbolisiert das Zusammenkommen der verschiedenen ethnischen Gruppen, die die amerikanische Nation bilden sollen.

Die größte ethnische Minderheit in den USA sind Hispano-Amerikaner, also Menschen mit spanischen Wurzeln. Um an ihr kulturelles Vermächtnis zu erinnern, feiern die USA von Mitte September bis Mitte Oktober den "Hispanic Heritage Month".

Am Freitag sollte US-Präsident Donald Trump mit ein paar Worten dem spanischen Erbe seines Landes gedenken. Es ging nicht gut.

"Pueeeeeerto Rico, Pueeeeeerto Rico"

Zu den USA gehört auch das Außengebiet Puerto Rico. Die Karibikinsel zählt zum US-Territorium, ist jedoch kein eigener Bundesstaat. Trump brachte es fertig, mit wenigen Worten die Menschen dort zu verhöhnen.

"Wir beten für die Menschen in Puerto Rico", sagte Trump im Weißen Haus. Er betonte dabei die ersten Silben des Namens - und verlieh "Puerto Rico" so einen spanischen Akzent. Zwei Mal wiederholte er diese merkwürdige Aussprache.

"Wir lieben Puerto Rico. Puerto Rico." Danach sprach er wieder normal, ohne Akzent.

Es sollte ein Scherz sein. Doch die Ereignisse der vergangenen Wochen gaben dem Auftritt für viele Beobachter einen bitteren Beigeschmack.

Trumps Dauerstreit mit Puerto Rico

Puerto Rico wurde kürzlich von Wirbelsturm "Maria" verwüstet. Noch immer fehlt es den Bewohnern an Wasser und Lebensmitteln. Kurz nach der Katastrophe hatte Trump die Puerto Ricaner beleidigt. Auf Twitter schrieb der US-Präsident abfällig über die Menschen in Not: "Sie wollen, dass man alles für sie macht."

Zeugen der Szene im Weißen Haus am Freitag lachten über Trumps Versuch, den spanischen Akzent nachzuäffen, berichtet die Nachrichtenagentur AP.

In den sozialen Netzwerken wurde diese Szene allerdings größtenteils als Beleidigung aufgefasst. Der TV-Produzent Christian Trinidad schrieb auf Twitter: "Trump macht sich öffentlich über Puerto Ricaner während der 'Hispanic Heritage Month'-Veranstaltung im Weißen Haus lustig".

US-Autor Steve Silberman schrieb: "Trump kann sich nicht helfen. Selbst beim 'Hispanic Heritage'-Event spottet er über den spanischen Akzent."

Der Demokrat Francisco Pelayo schrieb: "Trump macht sich über den Akzent auf Puerto Rico lustig. Ich bin überrascht, dass er nicht noch Papierrollen in die Menge schmiss."

Pelayo spielte damit auf eine Szene von Trumps Besuch auf Puerto Rico diese Woche an. Der US-Präsident hatte spielerisch Papierrollen verteilt - und die Opferzahlen nach dem Wirbelsturm heruntergespielt.

Mit diesen Ereignissen im Hinterkopf glich Trumps Auftritt am Freitag einem neuerlichen Affront gegenüber den Menschen auf Puerto Rico.

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(ujo)

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