Nobelpreis-Ökonom Joseph Stiglitz über Donald Trump: "Er wirft eine Granate in die Weltordnung"

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DONALD TRUMP
Nobelpreis-Ökonom über Donald Trump: "Er wirft eine Granate in die Weltordnung" | Carlos Barria / Reuters
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  • Mit drastischen Worten hat der berühmte Ökonom Joseph Stiglitz die Präsidentschaft von Donald Trump beurteilt
  • Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" erklärte er: "Keine Firma kann mehr kontrollieren, was in den USA geschieht"
  • Doch Stiglitz warnte auch vor einer gefährlichen Entwicklung in Deutschland

Nobelpreis-Ökonomen sind nicht gut auf Donald Trump zu sprechen. Das gilt vor allem für Paul Krugman, der den US-Präsidenten täglich auf Twitter attackiert und zurechtweist. Und das gilt auch für Joseph Stiglitz.

Der Nobelpreisträger wirft Trump in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" vor, die regelbasierte Weltordnung irreparabel zu schädigen. "Trump sagt: Es gibt wieder Grenzen. Ein Land kann jeden Moment einen verrückten Typen wie mich wählen. Waren können dann nicht mehr frei über die Grenzen verkauft werden“, erklärte Stiglitz der Zeitung.

Stiglitz: "Dass der Erfinder dieses Systems eine Granate hineinwirft, ist erstaunlich“

Jedes Unternehmen gehe bei weltweiten Lieferketten auf einmal ein hohes Risiko ein, so der frühere Chefökonom der Weltbank. "Keine Firma kann mehr kontrollieren, was in den USA geschieht.“

Dabei seien die Vereinigten Staaten traditionell Vorkämpfer freier Märkte gewesen, so Stiglitz. "Die USA spielte eine große Rolle beim Aufbau der regelbasierten Weltordnung. Dass der Erfinder dieses Systems eine Granate hineinwirft, ist erstaunlich.“

Stiglitz sieht im Wahlsieg Trumps und dem Erfolg der AfD in Deutschland einen Aufstand der Globalisierungsopfer. "Die Menschen erkennen, dass die Globalisierung für Unternehmen und Reiche super funktioniert hat, aber nicht für die übrigen Bürger.“

Speziell auf die AfD bezogen erklärte er: "Es gibt eine ökonomisch begründete Angst in Deutschland. Es gibt jede Menge Leute, die sehr wenig verdienen, deren Einkommen seit Jahren stagnieren und die sehr unglücklich sind. Die Regierungen haben unterschätzt, wie wichtig ein anständiges Einkommen für die Würde der Menschen ist.“

Stiglitz: "Deutschlands Wachstum ist nicht so großartig wie viele glauben"

Stiglitz rät zu einem politischen Kurswechsel, um den wirtschaftlich Abgehängten zu helfen.

"Deutschland muss die Einkommen der Menschen steigern, die schlecht oder mittelmäßig verdienen“, sagte Stiglitz. Eine Möglichkeit dazu sei ein Konjunkturprogramm mit Investitionen in die Infrastruktur.

Stiglitz forderte zudem einen höheren Mindestlohn. "Und das Geld dafür ist da, Deutschland erzielt einen Haushaltsüberschuss", sagte Stiglitz. "Das Wirtschaftswachstum ist nicht so großartig wie viele glauben.“

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(ujo)

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