Jamaika-Koalition: Merkel kündigt Verhandlungen mit FDP und Grünen an

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ANGELA MERKEL
Jamaika-Koalition: Merkel kündigt Verhandlungen mit FDP und Grünen an | Kai Pfaffenbach / Reuters
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  • Angela Merkel war am Samstag zu Gast beim "Deutschlandtag" der Jungen Union
  • Merkel zeigte sich in ihrer Rede noch immer "enttäuscht" vom Wahlergebnis
  • Die Kanzlerin kündigte jedoch auch offizielle Gespräche über Verhandlungen zu einer Jamaika-Koalition an

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat erstmals offiziell Gespräche mit FDP und Grünen über eine Jamaika-Koalition angekündigt.

Es werde schwierige Verhandlungen geben, aber es gehe darum, eine verlässliche Regierung zu bilden, sagte Merkel am Samstag beim "Deutschlandtag" der Jungen Union in Dresden. Über einen Koalitionsvertrag werde ein Sonderparteitag entscheiden.

Auf die JU-Forderung nach personeller Erneuerung in einer künftigen Regierung erklärte Merkel, sie wolle "neue Köpfe" berücksichtigen. Eine öffentliche Personaldiskussion werde sie aber derzeit nicht führen. Zudem habe sie auch in der Vergangenheit darauf geachtet, dass junge Köpfe in Partei und Regierung Verantwortung hätten.

Bestes Beispiel sei der Parlamentarische Staatssekretär im Finanzministerium, Jens Spahn. Er hatte am Vorabend kaum verborgen heftige Kritik an ihrem Kurs geäußert. Spahn sei Staatssekretär "ja nicht geworden, weil ich ihn verstecken wollte", sagte Merkel.

Merkel will Wähler wieder für die Union gewinnen

Um jene Wähler, die die Union diesmal nicht gewählt hätten, müsse gekämpft werden. Die Union müsse sich mit dem Ergebnis auseinandersetzen, es "ist und bleibt enttäuschend".

Merkel rief ihre Partei eine Woche vor der Niedersachsen-Wahl zu einer Kraftanstrengung im dortigen Wahlkampf auf. "Lassen Sie uns bitte noch eine Schippe drauflegen, damit Bernd Althusmann Ministerpräsident dieses Landes wird."

Zuvor hatte Merkel ihrer Partei eine umfassende Aufarbeitung des Unionsdesasters bei der Bundestagswahl zugesagt, zugleich aber ihre umstrittene Reaktion auf das Ergebnis verteidigt. "Ich rate uns nun allen dazu, gemeinsam demütig zu sein", sagte Merkel am Samstag.

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(ujo)

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