Sonderermittler Mueller ist Trump auf den Fersen - und untersucht nun auch das berüchtigte "Urin-Dossier"

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ROBERT MUELLER
Sonderermittler Robert Mueller ist Trump auf den Fersen - und untersucht auch das berüchtigte "Urin"-Dossier | Molly Riley / Reuters
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  • Im sogenannten Steele-Dossier finden sich die wohl bizarrsten Anschuldigungen gegen Donald Trump in der Russland-Affäre
  • Der Anfang des Jahres aufgetauchte Bericht eines britischen Geheimagenten enthält unter anderem Passagen über perverse Sexpraktiken
  • Das Steele-Dossier galt lange als umstritten - doch nun interessiert sich laut verschiedenen Berichten Sonderermittler Robert Mueller dafür

Es geht um Urin. Russisches Urin.

Anfang des Jahres tauchte ein 35-seitiges Geheimdossier über angebliche Russland-Verbindungen von Donald Trump auf, das sogenannte Steele-Dokument.

Es ist nach seinem Verfasser, dem ehemaligem britischen Geheimagenten Christopher Steele, benannt und enthält viele Informationen über Trumps Beziehungen nach Moskau und St. Petersburg.

Für Furore sorgte aber vor allem eine Anekdote in Steeles Bericht, die dem Dossier den Spitznamen "Urin-Dossier" eintrug - und die jetzt auch Sonderermittler Robert Mueller beschäftigt.

Trump und die russischen Prostituierten

So soll Donald Trump laut Christopher Steele in der Präsidentensuite des Moskauer Hotels Ritz Carlton mehreren Prostituierten befohlen haben, auf das Bett zu urinieren. Nicht nur eklig, sondern auch brisant - denn in diesem Bett soll zuvor das Ehepaar Obama geschlafen haben.

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Trump verurteile Steeles Anschuldigungen gegen ihn als "Fake News" und "Hexenjagd".

Tatsächlich ist das Dossier des britischen Agenten äußerst umstritten. Es zirkulierte schon Monate vor seiner Veröffentlichung in mehreren US-Redaktionen - erst das Nachrichtenportal "Buzzfeed" wagte sich an die Veröffentlichung. Auch Vertreter der US-Geheimdienste äußerten Zweifel über das Dokument und konnten seine Echtheit nicht bestätigen.

Doch nun beschäftigt sich laut verschiedenen Medienberichten der als seriös und unbestechlich geltende Robert Mueller mit dem Steele-Dossier - und gibt diesem somit eine neue Relevanz.

Muellers Team hat mit Christopher Steele gesprochen

Dafür spricht vor allem, dass Muellers Ermittlerteam das Dossier wohl nicht nur eingesehen hat, sondern sich auch mit Christopher Steele persönlich getroffen haben soll. Das berichten übereinstimmend die US-Sender NBC News und CNN.

Auch die Nachrichtenagentur Reuters hatte zuvor berichtet, dass das Steele-Dossier offizieller Teil von Muellers Ermittlungen über die möglichen Verbindungen von Trumps Team nach Russland sei.

Ermittlungen, die gerade enorm an Fahrt aufnehmen.

Steele-Dossier nur kleiner Teil der Untersuchung in der Russland-Affäre

Denn Mueller beschäftigt sich längst nicht nur mit dem ominösen Steele-Dossier. Vielmehr gehe der Ex-FBI-Chef auf breiter juristischer Front gegen Trump vor, wie der ehemalige Bundesstaatsanwalt Renato Mariotti für das US-Magazin "Politico" schreibt.

Demnach hat Mueller nicht nur zahlreiche Unterlagen des Weißen Hauses angefordert, sondern auch Finanzdokumente von Trumps Unternehmen. Der Sonderermittler hat zudem mehrere Interviews mit ehemaligen und derzeitigen Mitarbeitern von Donald Trump angefragt.

Einer dieser Mitarbeiter ist Paul Manafort, Trumps ehemaliger Wahlkampfmanager, dessen Wohnung auf Geheiß Muellers bereits bei einer Razzia durchsucht und der monatelang vom FBI abgehört wurde.

Es führen also viele Spuren von Donald Trump nach Russland - und Robert Mueller folgt ihnen allen. Auch, wenn sie nach russischem Urin riechen sollten.

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(ll)

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