NACHRICHTEN
06/10/2017 12:56 CEST | Aktualisiert 06/10/2017 13:24 CEST

"Möchte die Männer nicht allein hier haben": Göring-Eckardt nennt im ZDF Argument für Familiennachzug

screenshot
"Möchte diese Männer nicht allein hier haben": Göring-Eckardt nennt ein wichtiges Argument in der Flüchtlingsdebatte

  • Grünen-Politikerin Göring-Eckardt hat sich bei "Maybrit Illner" für einen erleichterten Familiennachzug von Flüchtlingen ausgesprochen

  • Ansonsten näherte sie sich mit einer Aussage den Positionen der FDP und der Union an

Das große Thema bei "Maybrit Illner" am Donnerstagabend im ZDF sollte die Jamaika-Koalition sein. Doch die Diskussion drehte sich vor allem um eins: die Flüchtlingspolitik.

In der Mitte der Sendung lieferten sich der FDP-Chef Christian Lindner und "Zeit"-Journalist Bernd Ulrich ein verbales Handgemenge.

Danach brachte Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt ein wichtiges Argument in der Flüchtlingsdebatte ein.

Göring-Eckardt: "Darüber müssen wir reden"

Lindner und Ulrich stritten über die Fluchtursachen und Perspektiven von Wirtschaftsflüchtlingen aus Afrika. Einig wurden sie sich nicht.

In der Debatte wollte Göring-Eckardt noch auf etwas hinweisen: "Es gibt ja eine Gruppe, die es da auch noch gibt. Und über die müssen wir reden." Gemeint waren die Familienangehörigen von geflüchteten Menschen.

"Die Frauen, Eltern, Kindern derjenigen, die unbegleitet hier sind. Wenn wir das nicht regeln, dass wir denen eine Perspektive geben, dann werden wir weiter das Mittelmeer zum Massengrab machen", sagte Göring-Eckardt.

Sie sprach sich also dafür aus, den Familiennachzug zu erleichtern. Auch das wird einer der Knackpunkte bei den Koalitionsgesprächen für ein Jamaika-Bündnis sein. Politiker der CSU wollen den Familiennachzug von Flüchtlingen mit subsidiären Schutz begrenzen.

Göring-Eckardt: "Wenn doch die Familie der CSU so wichtig ist..."

Göring-Eckardt kritisierte diese Position in der Sendung deutlich. "Wenn doch der Wert der Familie so wichtig, was die CSU als christliche Partei auch immer sagt, dann ist das einer der zentralen Punkte."

Die Politikerin betonte daraufhin, warum der Familiennachzug ihr so wichtig ist: "Ich möchte nicht mehr diese Männer alleine hier haben, die mit ihrem Tag nichts anzufangen wissen. Sondern ich will, dass diese Familien zusammengehören."

Hier waren die Unterschiede zur CSU deutlich. Mit anderen Aussagen zeigte sich aber doch, dass auch die Grünen durchaus zu einer Annäherung zur Union fähig sind. So lehnte Göring-Eckardt eine Obergrenze zwar entschieden ab. "Das Grundrecht auf Asyl ist ein Grundrecht, das kann man erst mal nicht nehmen", sagte sie.

Aber auch die Grünen seien für ein Einwanderungsgesetz. “Wir müssen dafür sorgen, dass wir genau wissen, wer hier ist."

Außerdem könne die Flüchtlingspolitik ihrer Partei mit zwei Worten zusammengefasst werden: "fast and fair". Schnellere, aber faire Verfahren. Und wer abgelehnt sei, müsse in sein Heimatland zurückkehren.

War das ein Zugeständnis der Grünen, fragte Moderatorin Illner nach. Göring-Eckardts Antwort: "Das ist doch ganz normal."

Mehr zum Thema: Die Flüchtlingskrise und die Folgen für Europa

Die Flüchtlingskrise ist zurück - das sind die wichtigsten Fakten

Vom Helfer zum Schlepper? Das sollten alle wissen, bevor sie über Flüchtlingsretter im Mittelmeer diskutieren

"Europa sollte sich vorbereiten"- die Flüchlingskrise hat noch gar nicht richtig angefangen

Wir haben in den letzten Wochen 3000 Flüchtlinge gerettet - das ist meine Botschaft an euch

Politiker wollen die Flüchtlingskrise im Mittelmeer lösen - kann der sogenannte Rom-Plan helfen?

2017-09-08-1504854297-2100683-CopyofHuffPost.png

Ob Flüchtling, ob Deutscher - wir sind alle nur Menschen. Mit Ideen, Hoffnungen, Meinungen. Darüber könnt ihr euch hier austauschen?

(jg)

Sponsored by Trentino